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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-10-16 · Heft 42 (16.10.1866) · p. Seite 668

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 42 (16.10.1866)
Date
1866-10-16
Page
Seite 668 (sequence 10)
Language
German
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MS Correfponbenz. ttnsüfche Griefe. V. Der Verein zur Verbreitung der Aufklärung unter den; Juden in Rußland. (Schluß.) Bei einer Zahl von 227 Mitgliedern, von denen nur 162 Beiträge zahlen, hatte er in den beiden Jahren eine Einnahme von 23,036 Rubeln, von welcher Summe auf das Jahr 1865, 7318 Rub. Kassenbestand zurückgeblieben, er hat also während der zwei Jahre eine Summe von 15,717 Rubel für die Beförderung der Aufklärung flüssig gemacht. Von dieser Summe erhielten 27 Studenten, der Ptb. Universität 1978 R. 23 Studenten der medical-chirurgischen Akademie daselbst erhielten 1256 R. 12 S. des technischen Instituts 1496 R. 3 S. des Conservatoriums 311 R. 27 S. der Moskauer Universität erhielten 1400 R. 3 der Charkower 465 R. Diejenigen der Kiewer Univ. 445, die der Dorpater Univ. 25. Die beiden Rabbinerschulen 325. 3 Accoucheurinnen 200 R. Außer diesen Summen wurden für einzelne Unterstützungen an Studenten und Gymnasiasten 632 R. verausgabt; für die jüdischen Schulen wurden deutsche Jour- 'nale für 334 R. ausgeschrieben. Subventionen erhielten: der gewandte Uebersetzer der jüdischen Alterthümer des Josephus Flavins ins Hebräische (Herr Schulmann in Wilna) 100 R., der Verfasser des Werkes: Ueber den Einfluß der Philosophie des Islams auf die Religionsphilvsophie des Maimonides (Herr I. Gurland) 50 R.; der Uebersetzer der Weltgeschichte G. Webers (H. Schulmann) 310; der Redacteur des Kol Mewasser, einer jüdisch deutschen Beilage zum Hamelitz (Herr Zederbaum in Odessa) 75. Der Verfasser eines vollständigen Cursus der Mathematik in hebräischer Sprache (Herr Slonimski in Zitomir) 150; der Redacteur des Hakarmel behufs einer Ermöglichung einer russischen Beilage zu seiner hebräischen Zeitung 150 R. Der Verfasser eines hebräischen populären Leitfadens der Physik, Chemie und Astronomie (Herr Rabinowitsch) 500 R. Der gewandte Uebersetzer der Lenz'schen Naturgeschichte 100 R. Russische Bücher und Zeitungen für die jüdischen Schulen wurden für eine Summe von 190 R. gekauft. Anleihen an Schulleiter und Besitzer von Leihbibliotheken wurden 800 N.. gemacht. Behufs der Verbreitung der russischen Sprache giebt die Gesellschaft eine Sammlung von gediegenen Aussätzen in diesem Idiome heraus, deren Erscheinen wir mit jedem Tage entgegensehen. Zwei Mitglieder des 668 Vereins haben 2 Prämien für 2 Werke bestimmt : Herr G. Güsizbürg-300 R. für ein Werk in russischer Sprache, dessen Thema die Vergleichung des jüdischen Criminalrechts mit dem römischen und anderen Gesetzgebungen behandeln soll. Hr. L. Rosenthal hat 1200 R. für den Verfasser einer Geographie Rußlands, Amerikas und Australiens in hebräischer Sprache bestimmt. Der Verein geht damit um eine russische Uebersetzuug der Bibel, der Gebete und der in den Schulen gebrauchten religiösen Lehrbücher zu veranstalten, wozu es aber der Genehmigung und kräftigen Unterstützung der Regierung bedarf (unserer Ansicht nach könnte sich, was die Uebersetzung und Herausgabe der Bibel betrifft, der Verein mit dem von Ihnen gegründeten Bibelvereine in Verbindung setzen, was ihm Vieles erleichtern würde>.*) Daß sich die Thätigkeit des Vereins nicht allein auf Unterstützung Studirender und Verfasser, sondern auch nach andern Seiten hin erstreckt, sieht man aus folgendem: Ein Herr Alexiew in Nowogorod hat ein Buch über den Gottesdienst, die Feiertage und religiösen Gebräuche der Juden herausgegeben, welches von den größten Fehlern und Entstellungen wimmelt. Der Verein hat daher einem Mitgliede, Herrn Berlin, aufgetragen, das besagte Buch einer gründlichen Kritik zu unterwerfen und dieselbe unter das Publikum zu verbreiten, um möglichen Irrungen und Vorurtheilen vorzubeugen. Unser höchstes Interesse aber erregen folgende im Berichte erzählten Thcüsachen - Der Verein hat sich bei dem Ministerium der Volksaufklärnng verwendet, daß von den Summen der Lichtpacht, die zu Stipendien für jüdische Gymnasiasten bestimmt sind, auch für diejenigen Gymnasiasten, die die *) Im Rechenschaftsberichte vom Jahre 1864 S. 9 wurde angekündigt, daß die Gesellschaft damit umgehe eine Geschichte der Juden in russischer Sprache herauszugeben, zu welchen: Behnfe dieselbe dem Ehrenmitgliede H. Professor Chwolsohn den Entwurf eines Programms aufgetragen und zur Realisirung dieses Entschlusses Anstalten getroffen. Indessen ist, wie es scheint ohne ihre Mitwirkung, eine russische Uebersetzung des Hecht'schen Büchleins erschienen. Der Verfasser ergreift diese Gelegenheit in der Vorrede zu diesem Büchlein Angriffe auf die Gründer des Vereins zu machen, die aber, da sie von der persönlichsten Art sind, so das Gepräge derleidenschaftlichsten Gehässigkeit ttagen, daß man, so freudig man solche Erscheinungen bei uns begrüßen möchte, mit Ekel vom ganzen Werke sich abwendet. So tactlos ist man nicht in Deutschland, in einem Büche, 'das für die Schule bestimmt sein soll, die Gelegenheit zu' gehässigen' Angriffen gegen verdiente Männer zu nehmen.

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