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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-10-16 · Heft 42 (16.10.1866) · p. Seite 666

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 42 (16.10.1866)
Date
1866-10-16
Page
Seite 666 (sequence 8)
Language
German
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schen Verein", dessen erste' Generalversammlung so eben unter dem Präsidium des Herrn Oberrabbi Dr. Meisel tagt, das beste hoffen , so ist doch dieser Weg ein zu langsamer, um dem boshaften Treiben unserer Chassidäer ein Ende zu machen. Es wäre an der Zeit durch Eröffnung von Volksschulen , Verbreitung guter Volksschriften rc. dem unverschämten Handwerke der Chassidäer-Rebbes ein Ziel zu setzen, nimmer mehr aber sollten die Aufgeklärten Ungarns mit den Chassidäern Hand in Hand gehen. Oberlehrer I. I. Rosenmeyer. Pest, im September (Privatmitth.) Der herrschenden Cholera- Epidemie halber war die erste Generalversammlung des „ungarisch-israelitischen Lehrervereins" vom Lande aus sehr schwach besucht. Dies ist denn auch die Ursache, daß die Statuten fast unverändert angenommen wurden. Unter den Ausschußmännern ‘ der Provinz findet man Namen vom besten Klang, und ist im Interesse des Vereines nur zu bedauern, daß die Statuten einer eingehenden Prüfung nicht unterzogen werden konnten. Der Vorschlag des Oberrabbi Dr. Meisel, daß die nächste Generalversammlung Ostern wiederum abzuhalten sei, fand nicht die nöthige Unterstützung, die nächste Versammlung findet erst den Statuten gemäß, nach einem Jahre statt. R. Pest, im September. (Privatmitth.) Vom geistreichen Mitarbeiter des „Bolond Miska“ Herrn Jtzig Spitzig erscheint ein Jahrbuch in ungarischer Sprache, welches in wenigen Tagen die Presse verläßt. Frankreich. Paris, im Oktober. In dem Journal Bveuement stand ein höchst anerkennender und begeisterter Artikel über die Feier des Versöhnungsfestes, dessen Tendenz und Gedankeninhalt. Es fiel angenehm auf, daß dieser Artikel von allen Journalen, selbst vom Moniteur wiederholt worden. Es heißt in demselben: „Am 19. d. Nachmittags wogte eine zahlreiche Menge andächtiger Israeliten in den Straßen Notredame de Nazareth und Lamartine in die Bethäüser. Ganze Schaaren reizender Jungfrauen mit chren Müttern in weißer, eleganter Kleidung, Greise, junge Männer', Jünglinge und Kinder eilten zur heiligen Andacht. Bei dieser Gelegenheit ertheilt das officielle Blatt dem Neujahrstage der Israeliten ein feuriges Lob. „Der jüdische Kalender ist in dieser Beziehung viel logischer als der christliche, indem das jüdische Neujahr nicht zu einer traurigen Zeit beginnt, wo der Baum ohne Laub und die Sonne ohne Wärme ist, wo die Natur trauert und unter dem Leichentuche des Schnees und des Eises erstarrt, sondern zu einer Zeit, wo die Natur ihre Gaben an Getreide, Obst und Wein reichlich spendet und die Menschen einladet, die Früchte ihrer Arbeit zu genießen." In Paris leben gegenwärtig ungefähr 30,000 Israeliten; die Menge der die Synagogen besuchenden Andächtigen an dem obigen heiligen Feste wird auf beinahe 20,000 Personen geschätzt." (Die Uebrigen vereinigen sich in Minjanim.) — Jüngst ging durch alle deutsche Zeitungen eine Nachricht über die sonderbare Störung bei dem Begräbnisse des Schriftstellers Goz? lan. Derselbe war 1803 in Marseille von israelitischen Eltern geboren, und wenn er auch sein Judenthum in keinerlei Weise bethätigte, so hat er doch auch niemals bekundet, daß er-es verlassen habe, obschon er eine Christin geheirathet und seine Tochter einem Christen verehelicht hatte. Als er gestorben, sollte er nach jüdischem" Ritus begraben werden. Als eben ein Vorbeter und seine Adjuncten am Todtenlager Gebete recitirten, wollte Herr Duval, Architekt, Schwiegersohn des Verstorbenen, unter den Papieren des Verstorbenen ein Dokument entdeckt haben, aus welchem hervorgehen sollte, daß er 1805 getauft worden sei, bei welchem Akt die Mutter zugegen gewesen sein soll. Die jüdischen Beamten verließen darauf sofort das Haus — ein wenig sehr eilig — und der Tobte wurde katholisch begraben. Die Arch. isr. berichten nun weiter: „Dieses aufgefundene Taufzeugniß erweckte in vielen Geistern Zweifel; man verlangte den authentischen Nachweis des Faktums, man forschte nach dem Originale des Zeugnisses dieser vorgeblichen Taufe: man fand sie nicht: der ehrenwerthe Herr Milland, Direktor des Petit Journal, hat sich durch seinen Eifer in dieser Angelegenheit ausgezeichnet. „Dank demselben, stellte ein christlicher Schriftsteller Nachforschungen in den Registern von allen Kirchen und selbst des Bisthums von Marseille an, und er entdeckte keine Spur dieser Taufe: ein Brief an die Gazette du Midi sein klerikales Journal, dessen Zeugniß nicht verdächtig sein möchte) benimmt endlich alle Zweifel:

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