Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 41 (9.10.1866)
- Date
- 1866-10-09
- Page
- Seite 655 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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655 starken Negierung die Ausführung auf sich genommen hätte. Es ist also purer Unsinn, an einen Verein Ansprüche zu stellen, denen nur die starke organisatorische Hand einer Regierung genügen kann. Wenn wir noch dazu in Erwägung ziehen, daß in Rußland unsere Glaudensbrüder nicht wie in Deutschland, vermöge seiner Kleinstaaterei, in kleinen Bruchtheilen zersplittert sind, sondern in compakten Massen zusammengedrängt, daher isolirt und in sich conzentrirt jedem Einflüße von außen her abgesperrt, daß wir es hier nicht allein mit einer geistigen, sondern auch mit einer materiellen Armuth zu thun haben, welche den Sinn für jede bessere Einsicht abstumpft und eine Verwahrlosung und Indolenz hervorruft, die dem Fanatismus und der Muckerei es 'desto leichter machen eine verdüsterte schwermüthige Lebensanschauung in die Massen hineinzutragen, die diese letztere jeder Neuerung unzugänglich macht, so wird es uns klar werden, daß das Hauptaugenmerk des Vereines dahin gerichtet sein müsse, -wo bereits Keime zum Bessern vorhanden sind, wo eine Förderung des bereits Begonnenen leichter gemacht worden ist. Die Tempel der Bildung stehen einem Jeden offen und an Lust zu studiren gebricht es der Jugend auch nicht; nur der materiellen Mittel bedarf es und in dieser Beziehung hat der Verein Wichtiges geleistet; er hat dafür gesorgt, daß dem Judenthume die Jünger der Wissenschaft erhalten werden und sich so um dasselbe ein unsterbliches Verdienst erworben. Zum Belege des Gesagten wollen wir folgende Zahlen sprechen lassen. (Schluß folgt). Anzeigen. Die Stelle des Religions-Lehrers, Vorbeters und Schächters allhier ist erledigt, und soll sofort, längstens aber bis zum 1. Januar 1 867 wieder besetzt werden. Gehalt Thlr. 200, Schechita kann Thlr. 40 und die sonstigen Neben-Einkünfte können mindestens ebenfalls Thlr. 40 betragen. Qualifizirte Bewerber wollen sich in frankirten Briefen bei dem Unterzeichneten melden. Schleusin gen, 4. October 1866. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Louis Mayer. Die Synagogen-Gemeinde Nörten bei Göttin gen wünscht sogleich oder auch später einen Lehrer zu engagiren, welcher das Vorbeter- und Schächteramt zu versehen hat. Reflectanten mögen sich in Betreff der Bedingungen an den Vorstand wenden. Annones. An eine Knaben-Erziehungs-Anstalt in Bayern, welche bereits seit 21 Jahren 'in blühender Frequenz steht und sich eines allgemeinen Vertrauens erfreut, wird ein junger Mann, Jsraelite, von wissenschaftlicher Bildung, versehen mit dem Absolutorium der Universität,, zu engagiren gesucht, dem vorerst die theilweise Leitung der Anstalt und später unter Umständen die gänzliche und selbständige Uebertragung derselben in Aussicht gestellt wird. Gründliche philologische und mathematische Kenntnisse werden als wesentliche Factoren bei etwaigen Offerten vorausgesetzt. Näheres unter Chiffre F. besorgt die Exped. d. Bl. Die hiesige von Herrn Dr. Samuel Hirsch seit beinahe 24 Jahren bekleidete Rabbinatsstelle wird nächstens vacant. Der Rabbiner ist gleich den christlichen Geistlichen vom Staate besoldet. Geeignete Candidaten erfahren das Nähere bei dem Unterzeichneten Vorstande.. Luxemburg, im September 1866. Der Präsident der Verwaltung der isr. Gemeinde aus Auftrag Godchaux. An der hiesigen Religionsschule soll möglichst bald (spätestens zu Neujahr 1867) ein zweiter Lehrer angestellt werden, welcher gründlichen Unterricht im Hebräischen zu ertheilen hat. Der sixirte Gehalt beträgt 300 Thlr. jährlich. — Diejenigen, welche im Stande sind, das Amt des Cantors und Chor-Dirigenten (bei entsprechend höherem Gehalte) mit zu übernehmen, genießen den Vorzug. — Bewerbungen und Qualifications-Zeugnisse sind einzureichen an den Synagogen-Gemeinde-Vorstand. Gr. Glogau, im Septbr. 1866. Lehrer-Gesuch. Unsere vacant werdende Lehrer- und Cantor-Stelle, verbunden mit einem fixen Gehalt von 300 bis -350 Thlr., ist bis zum 1. April k. I. oder auch früher wieder zu besetzen. — Derjenige, welcher Chor leiten, Vorträge halten und in fremden Sprachen unterrichten kann, wird vorab berücksichtigt. — Reflectanten wollen ihre Befähignngsatteste uns franco einsenden. Vlotho a. d. Weser, 17. Sept. 1866. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Ein verheiratheter Mann von 31 Jahren, welcher über seine Qualificirung zum Religionölehrer, Chason, Kore und Schochet die besten Zeugnisse (u. A. auch von den Herren Oberrabinern Rappoport, Freund und Kämpf in Prag) aufzuweisen hat, sucht eine entsprechende Stelle in einer jüdischen Gemeinde im October d. I. oder im Januar 1867 zu übernehmen. Gefällige Offerten bittet man an den Kaufmann Herrn Samuel Frankel in 'Liegnitz (Preuß. Schlesien) zu richten,, welcher bereit ist, auf Wunsch nähere Auskunft zu ertheilen.