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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-10-09 · Heft 41 (9.10.1866) · p. Seite 652

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 41 (9.10.1866)
Date
1866-10-09
Page
Seite 652 (sequence 10)
Language
German
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- eingeMM wuxde. Nur die Unwissenhoit ckgnn.W anders meinenund nur -der Unverstand ^dre BerechLigWg ewiger Dauerfür dergleichen Dinge 'beanspruchen. Wo ein großer religiöser Gewinn für das ganze Israel zu erzielen ist, da dürftn wahrlich solche Bedenken kein Gewicht haben. * Italien. Aus OVerltalieu, 22. September. (Privatmitth.) Es liegen wieder vor mir zwei Hefte des Educatore Israelita für die verflossenen drei Monate. Derselbe hat mit passenden beredten Worten den Faden .seines Monatsblattes wieder ausgenommen. Ich will nicht ermangeln heute nachzutragen, was ich Ihnen hiervon noch nicht mitgetheilt habe. Vor allem verdient die Einwechung eines neuen isr. Tempels Erwähnung, welche am verstrichenen ras: 173712 in Parma Statt gefunden hat. Der dortige freie israelitische Verein, der übrigens nicht sehr viele Mitglieder zählt, hat mit 24,000 Fr. ein sehr anständiges Bethaus hergestellt, welches vom Oberrabbiner G. Lattes von Reggio eingeweiht wurde. Es sind übrigens bereits Schritte gethan, um die Gemeinde statutenmäßig zu organisiren. Der Congreß von Ferrara hätte sich seiner eigenen Bestimmung gemäß, nach Ablauf des ersten Trienniums im vergangenen Juni wieder vereinigen sollen. Dieß unterblieb der gewaltigen Ereignisse wegen. Nun aber da auch uns in Bälde der Friede zulächeln dürste, ist die Rede davon zum nächsten Congresse auch die zum Königreiche Italien zugewachsenen lombardisch-venetianischen Gemeinden einzuladen, bei welcher Gelegenheit ohne Zweifel der höchstwichtige Gegenstand über den Fortbestand des Collegium rabbinicura von Padua behandelt werden dürfte. Nun noch einiges Nachträgliche über den beendigten -Krieg. Die Gemeinde von Modena,, kaum 1200 Seelen stark, hat 60 Individuen zum Heere geschickt; von diesen waren 35 Freiwillige. Dieß scheint unglaublich, und ist doch buchstäblich wahr! Unter den zahlreichen patriotischen Beiträgen zu den außerordentlichen Kriegsbedürfnissen verdient besonders derjenige hervorgehoben zu werden, der unter Anregung und Leitung der Frau Elvira Namias von Mailand geleistet wurde. Dieser bestand in Anfertigung und Lieferung mn HarOgltziMchen Rothhemden für die Freiwilligen. Die Zahl derselben wuchs zu Tausenden, &ct m allen etwaschsdeutncken StWen sich zu denselben Zwecken Filial-Comite's gebildet chatten. Herr Cavaliere Leone Carpi, wegen seiner nationalökonomischen Studien bekannt, ist in die Commission für die große Industrie-Ausstellung don Paris ernannt worden. Nordamerika. Cincinnati, im September. Der Einweihung der großartigen Synagoge in Berlin tritt am hiesigen Orte nicht minder großarüg die Einweihung eines neuen Gotteshauses der Gemeinde Bene Jescliurim zur Seite, die am 24. August stattsand, und halten wir es daher für geeignet, hier einige Mittheilung aus der Deb. zu geben: Dieser großartige, in allen Theilen vollendete Bau, der als Monument moderner Architeetur sowohl, wie als Gotteshaus unter allen Kirchen und Synagogen dieses großen Westens bedeutend hervorragt, und bis jetzt auch räumlich der größte Tempel Amerikas ist, wurde in zwei Jahren von der Gemeinde Bene Jeschurun mit einem Kostenaufwands von 250,000 Dollars, ohne irgend welche Unterstützung von Nichtmitgliedern, aufgebaut. Es ist leicht begreiflich, daß die Gemeindeglieder Geldopfer nicht gescheut haben, besonders wenn man weiß, daß dieselbe nur circa 240 Mitglieder zählt. Das General-Committee, unter dem Vorsitze des Herrn Heinrich Mack, das Bau-Committee, unter Vorsitz des Herrn Max Mack, das Vorstands-Collegium unter, Vorsitz des Präsidenten, Herrn Solomon Levi, haben unermüdet für die Sache gearbeitet, und sie wurden kräftig unterstützt, ganz besonders von den Herren Baruch Simon, Max Turnauer, M. I. Mack, Jacob Elsaß, A. H. Friedländer und andern, die eine merkwürdige Energie entwickelten und sich die Gemeinde zu Anerkennung unh Dank verpflichtet haben. Der byzanttnisch-maurische Bau ist bis in's kleinste Detail rein ausgeführt, und die Holzarbeiten im Innern sowohl als die Fenster und die Tapezirung der Sitze übertreffen an Geschmack und Eleganz Alles, was der Westen aufzuweisen hat. Die Beleuchtung ist brillant. In den zehn sphärischen Gewölben der Seitenschiffe sind zehn große Kronleuchter angebracht, die 150 Gas-

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