Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 40 (2.10.1866)
- Date
- 1866-10-02
- Page
- Seite 637 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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dessen die Jahrbücher derMy gedenken. Ja, als er jüngst das neue Tory-Ministeriüm bewirthete, ließ seiyeMMtzdnertalentL selbst der Punch Gerechtigkeitwiederfcchren;. vnp der nralMse Punch ist ein guter Richter in Mchen gingen. MerhMPL j ist die Zahl unserer Glaubensgenossen, die rnagistralische Würden bekleiden , in diesem Jahre eine ganz besonders große. In Southampton ward S, M, Ernanuel einsümmig zum Mayor gewählt und als Alderman. wieder gewählt. -- Die altberühmte Stadt Br istol wählte, ebenfalls. einstimmig, Herrn Joseph Abrahams, der erst seit wenigen Jcchren im Stadtzathe sitzt, Zur Feier dieses Ereignisses predigte der - Reverend E. - M Myers am 18. Nov. über Pfglm 1.18, 23, 24. Der Redner hob hervor, daß noch im I. 1754 ein Legat von L. 1200 für ein zu gpünderches z jüdisches Seminar, von. der Krone confiscirt.Wd. pon. Georg einem Findelhause geschenkt wurde. -^ .Än Plymouth. ward W. Wolf ohne Opposition als Stadtrath wiedererwählt. — In Hüll Pgrd- Stgdtrath Sympns, ein auchliterarisch und EenschaWch chätiger Wann, zum dritten Male als zweiter Vorsteher der Stadtarmen (deputy governor of-i the: poor) gewählt <— Auch die drei israelitischen Mitglieder des combinirten Stadtraths von London seoui^t. vt eplUWan council) Elias D a v is, Henry Ash Israel und H. A. Jsaacs, erfreuten sich einstimmiger Wiedererwählung. — Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß Rochester erst 1860 in der Person des Herrn I. B. Levy einen jüdischen Mayor hatte. Zu Queensborough Mrtt) hät'ber Hauptmann L. S. Magnus nicht weniger als dreimal, 1858, 59 und 62', dieso Würde bekleidet. —^ Dem vorjährigen Mayor vomabforb, Herrn Semon, ward bei Niederlegung feines Amtes von einem Kreise von Verehrern ein kostbarer Silberpokal überreicht. Herr S. war der erste Jude und der erste Deutsche, der diese wichtige Äelle dortselbst bekleidete. Die Erwählung einer so bedeutenden Anzahl von Juden zu Parlamentsmitgliedern gewinnt an erfreulicher Wichtigkeit ganz außerordentlich durch den Nachweis, daß dieselbe auf so natürliche Weise und mit so redlichen Mitteln bewirkt ward. So betrug der Kostenaufwand des'Baron Rothschild bei seiner Erwählung für die londoner City laut zuverlässiger Ausweise nicht mehr als f. 1560, eine sowohl nach den gesetzlichen Bestimmungen als nach den Schicklichkeitssatzungen für England als sehr mäßig zm bezeichnende Summe. Ebensoviel verausgabte jeder seiner drei. Collegen in jenem Wahlbezirke. Dabei ist noch zu erwägen, daß die Wahl von einem Gegencandidaten bestritten war. Angesichts der mehrfachen Ausstoßungen, .der damit verbundenen scandalösen Untersuchungen^ Wahlprozesse und Enthüllungen, D obige Thatsache von -doppeltem - Gewichte.? Daß der deutsche Jude im Auslande sich schnell und gründlich in fremde Sprache und Sitte einlebt, daß er sich rüstig, gediegen und gutmeinend an fremder^ Geistesarbeit betheiligt, bei fremder Großthat mitwirkt, ist eine durch rühmliche Beispiele in zwei Hemisphären erhärtete Thatsache. Allein noch weit größeres Lob verdient der Ausgewanderte, der sich aus eigenem Antriebe zum Wächter heimischer Interessen macht, als ächter Patriot von außen die Gefahr signalisirt, die dem Varerlande droht und seine Mission darin erblickt, bei den stolzen Fremden der Parteigänger heimathlicher Angelegenheit zu sein. Deutschland wird es einst erfahren, wie viel es unter seinen verbannten und entfremdeten Söhnen auch, den Juden hierin zu verdanken hat. Auf ein schönes Beispiel solcher Wirksamkeit erlauben wir uns hier nachträglich hiuzuweisen, denn es ist niemals zu spät, edle Bestrebungen zu vermerken. — Viele werden sich noch erinnern, wie die . nationale Bewegung in Deutschland für die. - Befreiung Schleswig - Holsteins i, vor zwei Jahren bei der kleinlichen Staatsklugheit Englands und bei der großstaatlichen Selbstsucht der Engländer einen Widerstand und eine Verkennung erfuhr, welche' den bedenklichsten Umfang anzunehmen drohte. Damals war. es, daß H^r Jakob Cahn, ein schlichter aber hochgebildeter Kaufmann eine Broschüre verfaßte: „Schleswig-Holstein, an historical survey, by a Manchester mercliant, Manchester, Franz Thimm 1864,“ worin in klarer, durchsichtiger Form und in fließendem Englisch das staatsrechtliche Verhältniß der Elbherzogthümer zu Deutschland auf die eingehendste und überzeugendste Weise dargestellt wurde. War schon die auf eigne Kosten veranstaltete Herausgabe der anonym erschienenen Schrift ein verdienstliches Werk, so gewann dies noch an Werth durch die Bemühung, des Verfassers, seine Arbeit, in den weitesten und maßgebendsten Kreisen zu verbreiten. Ueber den inneren Werth jener Abhandlung und, über die Wirkung, die sie damals ausübte, wollen wir statt 40*