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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-10-02 · Heft 40 (2.10.1866) · p. Seite 638

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 40 (2.10.1866)
Date
1866-10-02
Page
Seite 638 (sequence 12)
Language
German
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Orgelten Urtheils die Aussprüche kompetenter' Richter Hören lassen. - Es war uns nämlich vergönnt, in den Briefwechsel Einblick zu nehmen, welchen , der Verfasser -über diese Angelegenheit mit den höchstgestellten Männern führte. Die gesammte Geburts- und Geistesaristokratie Englands und der Fremde, in London vereinigt, stimmte hier in wahrhaft bewundernden Zeugnissen zusammen. Von der Fülle glänzender Namen, heben wir nur hervor : den preußischen Gesandten, Grafen Bernstorff, den sächsischen Gesandten, Vitzthum, den würtembergischen Consul, Claasen, den bairischen Gesandten, Freiherr von Cetto, die Parlamentsmitglieder Pope Hennesetz, Massetz, jetzigen Finanzminister für Indien, Kinglake (den berühmten Geschichtsschreiber), Bazletz, Vernetz, Alderman Solomons, den Grafen Russell, Lord Ernest Bruce u. s. w. — Der Graf Bernstorff - schreibt unter Anderm: „Möchten nur hundert und tausend solcher Männer in England sich erheben, um das englische Volk endlich von dem schweren Un- .recht zu überzeugen, das es durch sein ungerechtes Urtheil in dieser Sache begeht und um es vor der Gefahr noch größern Unrechts zurückzuhalten.".... Er erbot sich, die Schrift selbst zu verbreiten. — Der bair. Gesandte bemerkt: „Von allen Schriften, welche in Betreff der Herzogthümer bis zur Stunde erschienen sind, ist die Ihrige jene, der die Palme gebührt.^ — Herr Cahn ist aus Brühl bei Köln gebürtig, seit 28 Jahren in England seßhaft und in Manchester heimisch. Belgien. BrüM, 14. Sept. (Privatmitth.) Die Cholera, die hier so stark grassirte, ist Gott sei Dank! erloschen. Eines der letzten Opfer der herrschenden Seuche war Herr Michel Berend von Hannover, ein junger talentvoller Journalist und Literat. Er war Correspondent der Kölnischen Zeitung und Mitredakteur mehrerer hiesigen großen und kleinen Zeitungen. Er wurde von der Presse allgemein betrauert.— Herr Astruc macht sich durch sein Rednertalent, aber auch durch seine große Leutseligkeit, durch seinen Eifer und seine jugendliche Thätigkeit in allen Schichten der Gemeinde recht beliebt; seine erste Predigt am Neujahrsfest war-dem Shnagogenbau gewidmet; hoffen Wir ihr den besten Erfolg. Schweiz.- St. Gallen, 13. Sept. Am Tage vor dem RosP- Haschana-Feste wurde hier die neue Stznagoge eingeweiht. Ohne hier auf die oft beschriebenen Ceremonien einzügehen, wollen wir nur die Aeußerungen eines Hier erscheinenden Blattes „der Säntis" wiedergeben. Er sagt: „Letzten Sonntag wurde die hiesige Stznagoge zum ersten Mal besucht. Gleichzeitig feierten die Israeliten ihren Jahreswechsel 5626 — 5627. Außer den festfeiernden Israeliten waren auch Katholiken und Protestanten anwesend, welche von dem Vortrag des Rabbiners sehr befriedigt waren und den Wünsch nicht unterdrücken konnten, daß alle ihre Geistlichen beider Confessionen ihre Religionsbegriffe mit ebensoviel-Humanität ihren Kirchangehörigen vortragen möchten, wie dieser Priester einer in der Welt zerstreuten- Nation, die seit Jahrhunderten in ihren Rechten beschräntt und verhindert war, in freier Weise ihren kirchlichen Anforderungen zu genügem Zu verwundern ist, daß in einem christlichen und freien Staate, wie die Schweiz, die vollständige Glaubensfreiheit sich nicht längst Bahn gebrochen hat. Das Jahr 5627 hat den hiesigen Israeliten in kirchlicher Beziehung eine schöne Erungenschaft gebracht. Möge diese sich im Geiste der Zeit, ferne vom zöpfischen Judenthum, glücklich entwickeln:" — Notizen. Ein Herr Keith Johnson hat, einem Edinburgher Blatte zufolge, in Tell Hum die alte, fast noch ganz erhaltene Stznagoge von Kapernaum entdeckt. Die Entdeckung, bemerkt das Blatt, ist höchst interessant, indem sich von keinem anderen noch vorhandenen Gebäude Nachweisen läßt, daß Jesus sich einst darin befunden. (Bekanntlich glauben die Engländer und Amerikaner in Sachen des heil. Landes Alles, was sie glauben zu können wünschen. Red.) —Bei dem Tedeum am zweiten Tage des Einzuges der zurückkehrenden Truppen in Berlin standen unter den 104 Geistlichen an dem im Lustgarten aufgerichteten Altar auch die zwei Rabbinen Berlins, die Herren vr. Aub und Rosen st ein.

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