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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-10-02 · Heft 40 (2.10.1866) · p. Seite 636

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 40 (2.10.1866)
Date
1866-10-02
Page
Seite 636 (sequence 10)
Language
German
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Frankreich. Paris, im September. Man weiß, wie gegenwärtig'auch in Frankreich'das Prinzip'der Genossenschaften oder der gegenseitigen Hülfsleistung durchdringt. Ost wird'dasselbe als eine neue Idee unserer Zeit gerühmt- und doch ist es bei den Juden so alt wie ihre Zerstreuung. In den jüngsten Lagen wurde die Aufmerksamkeit der hiesigen Arbeiterbevölkerung auf das Begräbniß ihrer Todten in dem sg. „allgemeinen Graben" gelenkt, und ein öffentlicher Aufruf, von mehreren Arbeitern unterzeichnet, fordert ihre Standesgenossen auf, sich zu vereinen, um ihren Todten besondere Gräber zu sichern, wofür ein höherer Preis zu zahlen ist. Es heißt in demselben : „Wenn wir die Genossenschaft als Mittel bezeichnen, so geschieht dies, weil nach unserem Dafürhalten dieser Plan von einer würdigen, brüderlichen Gerechtigkeit und' einer möglichen Ausführbarkeit ist. In der That, ein unbestreitbarer Beweis ist uns geworden. Seit beinah sechs Jahren haben wir, Dank der offnen und gütigen Brüderlichkeit des H. Jules Lion, des Präsidenten der auf Gegenseiügkeit beruhenden Gesellschaft de la Terre pjomise (Land der Verheißung), berichten können, daß drei Tausend Israeliten, durch das Prinzip der Genossenschaft, jedem ihrer Anhänger ein beständiges Grab in einem der jüdischen Friedhöfe geben. Wir empfinden das lebhafteste Vergnügen, den Arbeitern, an welche wir uns wenden, den Brief mitzutheilen, den H. I. Cohen an die Gründer dieser Gesellschaft gerichtet hat. Ist dies nicht die schönste, die erhabenste Befürwortung zu Gunsten des gemeinschaftlichen Werkes der Genossenschaft, das wir gründen wollen?.." u. s. w. Nebenbei bemerkt fragen wir diejenigen, welche jede jüdische Bereinigung als separatistisch verwerfen wollen, ob es wirklich recht und für die Menschheit zuträglich ist, den Geist zu verwischen, der unter den Juden so viele nützliche und mustergültige Institutionen geschaffen hat? — Ein Fräulein RSgine Rouget hat dem israelitischen Consistorium von Paris ihr gesammtes Vermögen zum Nutzen aller wohlthätigen Anstalten, welche von dem Consistorium abhängen, hinterlassen. (££ beträgt dies 117,000 Frs. Das Testament hat. bereits die kaiserl- SanBott erhalten, ' GroWitaitnien. Aus Nordengkand, August. (Privatmitih.)' — Auch für die jüdischen'Armen Gibralltags, ' die von der Cholera sehr heimgesucht' stvorden (vvn' - Mitte Juli bis Anfang Nov. hatte' die nicht'fthr große ' Gemeinde nicht weniger als 020 Todte beerdigt), wurden über L. 200 zusawmengebracht. Aus ihren eignen Mitteln hatten die Einwohner-schon vorher etwa^5. 1500 zu diesem Zwecke aufgebracht. '- Der so nützlich wirkende jüdische Arm enrath in » London (Board qf guardiäns for the relief of the Je\vish | poor) scheint nicht jene kräftige ÄNtetstützüstg p Wön,; welche seine umfassende Thätigkeit verdient und bedingt. ' Wenigstens ruft der Präsident, aufs entschiedenste' die Hilfe des Wischen Publicums an. Der Fonds, heißt j es' in - diesem Aufrusi fei" gänzlich erschöpft) der Äoärd verschuldet und außer Stande, den an ihn gestellten zahllosen 'Ansprüchen zu genügen. Bei diesem Anlaß i erhalten wir eine Uebersicht der mannigfachen Bedürfnisse, denen das Institut genügen muß. Für Lebensmittel (20,000 Karten) verbraucht der Board jährlich L. 800; die Krankenpflege erfordert £, 500; dazu kommt nun noch die Unterstützung bei Todesfällen, dev Wöchnerinnen, Auswanderer, die GeldlmLerstützungett, j Darlehen, die Anschaffung von Winterkleid'üng, Hastdwerkszeug rc. Die- Beiträge des letzt. Jahres' Hätten ’ nur £. 3000 betragen, und'damit solltest' 1700 Hilfe^ : suchende abgefunden werden. — Ein Bild von dem Gebühren des Instituts verschafft uns beispielsweise dev Monatsbericht über 'Sepv 1868. — In jenem Monate kamen £. 181 zur Verwendung , während nicht weniger als 937 Bittsteller sich eingefunden hattest. ' , Sowie die Wahl unseres verehrten Glaubensgestossen, des Aldermans Benjamin Samuel Ph i l lip s zum 'Lordmayor, sich gleiche anfangs der frohesten Zustimmung von , Seiten der Tagespresse zu erfreuen hatte, so hat die Ämtsverwaltung des Herrn Ph. mit jeder.; Woche an Popularität gewonnen. Seit dem Tage der Einschwörung; dem 8. Nov., und seit dem Tage der königlichen Wahlgenehmigung durch den damaligen Lordkanzler, Lord Cranworth, dem 9. Nov., war das Mahorat des hochgestellten Bürgers eine einzige 1 Kette von Erfolgen. Ein taktvolles Auftreten , eine glückliche Beredsamkeit, feine BÜdustg, ausgedehstte Gastfreundschaft und Kreigebigkeit Wirken zusammen, seist Amtsjühr zu einerst der gkanzendsten zu geß' '"'

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