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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-09-25 · Heft 39 (25.9.1866) · p. Seite 615

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 39 (25.9.1866)
Date
1866-09-25
Page
Seite 615 (sequence 5)
Language
German
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feststelle und für Lehr-Anstalten rc. bei Entnahme von 10 Exempl. 1 Frei-Exemplar gewähre'. Nach dieser Zeit übergebe ich das Buch einer Buchhandlung in Commission und tritt der erhöhte Ladenpreis von 21/2 Thalern ein. Bei mir eingehende Bestellungen aus dieses Werk, welche der Kürze wegen auch durch Post- Anweisung mit Bezugnahme auf dieses Avertissement gemacht werden können, werde ich ungesäumt ausführen. — Von dem thätigen Interesse, welches dem Werke zugewendet werden wird, wird es abhängen, inwieweit ich an eine kritische Bearbeitung der anderen Commentariem Raschis, wofür ich bereits manches Material besitze, gehe. Im Anschlüsse an dieses Werk dürste dann zuvörderst eine besondere Abhandlung erscheinen, welche den grammatischen Standpunkt Raschi's näher darstellt, den er in allen feinen Commentarien, biblischen wie talmudischen, einnimmt. Dieser Abhandlung soll auch zugleich ein vollständiges Vocabularium für Raschi's Commentar zum Pentateuch — soweit der Wortschatz nicht zum Bereich der biblischen Eoncordanz gehört — beigegeben werden, um in dieser Weise das nähere Verständniß der von Raschi grammatisch behandelten Stellen und die Kenntniß des Commentars überhaupt wesentlich zu fördern. — Somit empfehle ich mein aus dem' reinsten Interesse zur Lehre und Wiffenschaft hervorgehendes Unternehmen der Theilnahme aller Kenner und Gönner. A. Berliner, Dirigent der Talmud-Unterrichts-Anstalt Königsgraben 14s. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bonn, 13.Sept. (Privatrnitth.) Das uns soeben zugekommene Augustheft des „Centralblattes für die gesammte Unterrichts-Verwaltung in Preußen" berührt unsere jüdischen Angelegenheiteu in mehrfachen Punkten, die wir hier der Reihe nach aufführen wollen. In Nr. 186 wird berichtet, daß zu der Preisbewerbung der Michael- Beer'schen Stiftung für Bekenner jüdischer Religion, dies Mal für Genremalerei eröffnet, sich kein Bewerber gefunden hat. — Nr. 190 giebt den Rechenschaftsbericht über den Zustand des Stipendienwesens auf der Königlichen Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn während der Jahre 1863, 1864 und 1865. Mehrere unserer Leser werden sich erinnern, daß der Bericht über diesen Gegenstand aus dem Jahre 1863 uns zll einigen Bedenken über die Vertheilung der jüdischen Eollectengelder veranlaßte, da es uns schien, als ob von diesen ein Theil in die Kassen der anderen Confessionen überginge, während doch das ausdrückliche Gesetz besteht, daß z. B. die evangelische Kirchencollecte nur für die evangelischen Studirenden verwendet werden darf. Es schien uns damals, als ob die sechs jüdischen Studenten, die damals unterstützt worden, nach Maßgabe der jüdischen Collecte ein gar zu geringes Stipendium erhalten hätten. Auf Grund dieser Bedenken wandte sich der Vorstand der Synagogengemeinde zu Cöln an das Curatorium der Universität, und erhielt von diesem den Aufschluß, daß der Ueberschuß der jüdischen Collecte zu eiirem Stipendienfonds für die jüdischen Studirenden capitalisirt werde und daß damals bereits ca. 700 Thlr. vorhanden wären. Aus dem vorliegenden Berichte ersehen wir nun zu unserer Freude, daß dieser Weg in den letzten drei Jahren mit dem besten Erfolge weiter beschritten worden ist. Die Sammlungen in den jüdischen Gemeinden in Rheinland und Westfalen haben sich von 441 Thlr. auf 573 erhöht, eine Vermehrung, welche die bei den beiden christlichen Confessionen bei Weitem übersteigt. Es fand sich in diesem'Zeitraum nur ein jüdischer Student, der Unterstützung erhielt, darum aber auch eine Unterstützung von 100 Thlr., während die katholischen und evangelischen unterstützten Studenten durchschnittlich jeder 18 Thlr. erhielt. Der Ueberrest von 473 Thlr. wurde zum Capital geschlagen, so daß dieses jetzt gegenwärtig bereits 1020 Thlr. beträgt. Es gaben die Gemeinden im Regierungsbezirk Düsseldorf 72 Thlr. Arnsberg 96 Thlr., Minden 84 Thlr., Coblenz 11 Thlr., Cöln 210 Thlr., Münster 14 Thlr., Trier 51 Thlr., Aachen 33 Thlr. Der Bericht läßt sich hierüber folgendermaßen aus: „Die von den jüdischen Glaubensgenossen dargebrachten Opfer, deren reichliches Ergebniß ein ehrenvolles Zeugniß von dem Wohlthätigkeitssinn der Geber liefert, dienen ausschließlich zur Unterstützung der Studirenden jüdischer Confession. Die Zahl der hier studirenden dürftigen jüdischen Studirenden ist jedoch gewöhnlich so gering, daß es an einer dringenden Veranlassung fehlt, das ganze Aufkommen der fraglichen Collecten unter dieselben zu vertheilen. Es werden daher die jedesmaligen Ueberschüsse dazu verwendet, das Stamm-Kapital des für Studirende jüdischer Confession

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