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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-09-25 · Heft 39 (25.9.1866) · p. Seite 614

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 39 (25.9.1866)
Date
1866-09-25
Page
Seite 614 (sequence 4)
Language
German
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Literarischer tvochenbericht. - . Berlin, 26. August. An alle Kenner und Gönner der jüdischen Literatur. Auf dem reichen Gebiete der Schrift - Exegese .hat bekanntlich kein Commentar einer solch großen Beachtung sich zu erfreuen gehabt, als der älteste unter den gedruckten Commentaren, als Raschi zum Pentateuch. Der Eifer, mit. welchem man sich diesem Commentare zuwandte, hat aber auch demselben fast ganz seine Ursprünglichkeit genommen; so groß ist die Menge dessen, was während der 7 Jahrhunderte seiner Existenz in ihn hineingetragen und aus ihm weggenommen wurden Abschreiber und ' Erklärer, Drucker und Sensoren, Lehrende und Lernende, sie Alle haben hierfür ihre Beiträge geliefert. Die Nothwendigkeit einer kritischen Raschi-Ausgabe ist daher von allen Seiten und zu allen Zeiten erkannt worden. In unserer Zeit war es vor Allem Zunz, der in der Biographie Raschis auf „eine solche große Arbeit" hinwies. Seine Worte (das. S. 349) waren es, welche den Wunsch in mir reisten, an diese Arbeit zu gehen. Seit 5 Jahren .damit unablässig beschäftigt, ist es mir gelungen, zum Theil durch die Vermittelung der Staatsbehörden, zum Theil durch die Unterstützung gelehrter Freunde einen kritischen Apparat herzustellen, bestehend in a, 10 Handschriften des 13.—15. Jahrhunderts, den öffentlichen Bibliotheken zu Leyden, München, Hamburg, Petersburg und der Seminar-Bibliothek zu Breslau angehörend, b, mehreren Ausgaben kurz nach Erfindung der Buchdruckerkunst (1475—1500) nebst vielen anderen besseren bis in unsere Zeit hinein, c, 70 Werken, unter denen einige handschriftlich, welche den Raschi-Commentar dirct oder indirect behandeln. Die sorgfältigste und gewissenhafteste Vergleichung dieser Handschriften, Ausgaben und Super-Commentare hat in dieser 5jährigen Durchforschung ein Resultat ergeben, welches ich in einer kritischen Raschi-Ausgabe niederlege, unter dem Titel: Raschi, (Salomo ben Isaak) Commentar über den Pentateuch. Nach Handschriften, seltenen Ausgaben und dem Talmud-Cowmentar des Verfassers mit besonderer Rücksicht auf die nachgewiesenen Quellen zum ersten Male kritisch hergestellt und ergänzt rc. v Diese Ausgabe, c. 25 Bogen stark, groß Octav- Format und in schöner Ausstattung, bietet zuvörderst auf jeder Seite den Raschi-Text in hebräischer Quadratschrist, wie er in den ältesten Ausgaben erscheint. Hervorstechender Druck der betreffenden Schlagstellen', aus welche sich die Erklärung bezieht, nicht allein, wie bisher am Anfänge, sondern auch in der Mitte des Satzes, Interpunktion der einzelnen Satztheile, Vocalisirung solcher Wörter, welche ohne dieselbe leicht anders gelesen werden und zu Mißverstandnißen führen können —: dies sind die äußeren Vorzüge dieser Ausgabe. Dem Texte schließen sich fortlaufend die Hinweisungen auf die Quellen an, aus denen Raschi seine Erklärungen geschöpft haben dürfte. Hierbei sind die beiden Talmude, sämmtliche Midraschim, die Targumim und die vor Raschi lebenden Grammatiker berücksichtigt, auch Hinweisungen auf Parallelstellen in Raschi selbst gegeben worden. Dann folgen die eigentlich kritischen Noten, welche auf Lesearten, Berichtigungen, Ergänzungen, Auslassungen und Zusätze sich beziehen, außerdem noch Erklärungen aus seltenen Snper-Commentaren für einzelne schwierige Partien und Raschi's Erklärung aus dem Talmud zur betreffenden Schriststelle bieten. Letztere bilden in ihrer Totalität, so zu sagen, einen neuen Commentar Raschi's zum Pentateuch, durch ein specielleres Eingehen häufig den Sinn bereichernd und das Verständniß erleichternd. Die dem Werke vorangehende Einleitung und die ihm am Schluffe folgenden Nachträge dürften nicht unwesentliche Beiträge für die Raschi-Literatur liefern. So hege ich die Hoffnung, mit der Herstellung dieses Werkes für die Abhülfe eines allseitig gefühlten Bedürfnisses, für die Erfüllung eines längst gehegten, frommen Wunsches thätig gewesen zu sein. In dieser Hoffnung bin ich nicht müde geworden, große Opfer an Zeit und Kraft, aber auch materielle, für das Werk zu bringen. Für diese Erwartung ermunterten mich auch die Worte, welche Herr Dr. Zunz in seinem für das Werk bestimmten und demselhen vorgedruckten Briefe an mich ausspricht: „Sorgen Sie nicht um den Absatz, dafür lassen Sie das Buch sorgen; schützen Sie es bloß vor zu theurem Preise, dem die meisten Leser solcher Bücher nicht gewachsen sind." In richtiger Würdigung und Anerkennung dieses Wunsches habe ich mich entschlossen, das Werk einstweilen nicht in den Buchhandel zu geben, vielmehr den Betrieb desselben selbst zu übernehmen, indem ich, um die Anschaffung allgemein zu ermöglichen, den Preis eines Exemplar's bis zum i. Janua x-, 1867 auf i^Thaler'

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