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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-08-07 · Heft 32 (7.8.1866) · p. Seite 509

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 32 (7.8.1866)
Date
1866-08-07
Page
Seite 509 (sequence 11)
Language
German
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wol aber einen der ersten Plätze emzunehmen. Er wies auf die Spendenlisten in der Wiener-Zeitung,, aus die Thätigkeit des israelitischen Spitals, sowol nn Jahre 1859, wie bei dieser Gelegenheit und endlich darauf hin, daß die israelischen Bürger Wiens sich als solche vorzüglich in der Gemeinde Wien Md nur als Confession in der Cultusgemeinde vertreten sehen. — Ueber die Antwort, welche dem Baron hierauf wurde, heißt es, „daß man die Aufforderung nicht als behördliche Anordnung, sondern als einen „Fingerzeig" betrachtet wissen wolle, wie das patriotische Walten der Gemeinde - am zweckmäßigsten zu bethätigen sei". Der israelitische Gemeindevorstand, der in heutiger Sitzung über den Gegenstand beräth, soll entschlossen sein,. Alles aufzubieten, um die Regierung von ihrem Plane abzubringen. Einem unverbürgten Gerüchte zufolge, soll übrigens in maßgebenden Kreisen beschlossen worden sein, die Maßregel rückgängig zu machen. Nachschrift. In der Sitzung des Cultusvorstandes wurde die von der Statthalterei ergangene Einladung zur Sammlung von Beiträgen behufs Ausrüstung von Freiwilligen-Bataillonen zur Kenntniß genommen,- und der Beschluß gefaßt, auf dieselbe mit einer Zuschrift an die Statthalterei zu antworten, in welcher die Ablehnung des Antrages ausführlich motivirt werden soll. Es soll geltend gemacht werden, daß die israelitischen Bürger Wiens als Cultusgemeinde keine gesonderte bürgerliche Körperschaft bilden, sondern mit den christlichen Mitbürgern auf gleiche Weise vertreten, seien und in gleicher Weife alle Lasten tragen. Als Cultusgemeinde halten sie sich nicht für berechtigt, ihre Mitglieder zu einer gesonderten Sammlung aufzufordern, insbesondere da diese leicht den Charakter einer confessionellen Steuer annehmen und leicht von bedenklichen socialen Consequenzen begleitet sein könnce. Aehnliche Vorstellungen wurden schon iw Laufe des Tages von einzelnen Mitgliedern des Vorstandes sowol bei dem Statthalter, als auch bei dem Staatsminister mündlich gemacht, und der letztere hat denselben volle Würdigung zu Theil werden lassen., umsomehr, als die Idee nicht von der Regierung ausgegangen, und der Erlaß nur als Anfrage über die eventuelle Durchführung eines dem Ministerium vorgelegten Planes zu betrachten sei. (Wozu bei der „vollen Würdigung" diese Anfrage?) ReEerbasz. Ungarn), im Juli (Privatmitth) Eine Folgeder gegenwärtigen kriegerischen Ereignisse ist auch die wider 'Erwarten dennoch ins Werk gesetzte Prorogation des ungarischen Landtages, wodurch natürlich auch diejenigen commissionellen Arbeiten, welche das geistige und materielle Wohlsämmtlicher Landesbewohner anbahnen sollten, unterbrochen wurden, lueges silent inter arma. Daß der vorstehende lateinische Spruch nur einen relativeil Begriff in sich schließe, zeigte sich Gottlob bei den neuesten Versuchen des Pöbels, auch hier zu Lände Excesse gegen unsere Glaubensgenossen in Scene zu setzen; denn „die Gesetze schwiegen nicht", als vor kurzem der, in Bezug auf derartige Ausschreitungen noch aus der Revolutionszeit her berüchtete slovakische Pöbel in Neustadtl a. d. Waag (Oberungarn) räuberische Anschläge gegen die dortigen friedlichen israelitischen Einwohner ansheckte. Aus einem, von höchst achtbarer Seite herrührenden Privatschreiben von dort erfuhren wir nämlich, daß jüngsthin die Absicht des Pöbels zur Plünderung der dorttgen Juden ruchbar wurde, die Exceffe aber infolge der von den Behörden entwickelten Energie nicht zum Ausbruche gelangten.. Es wurde nämlich jedes Individuum; das nur eine verdächtige Miene zeigte, sofort verhaftet; demzufolge kehrten die zahlreichen israel. Familien, welche die Stadt aus Furcht bereits verlassen hatten, alsbald wieder in dieselbe zurück. Leider bringt eine der jüngsten Nummern des „Pester Lloyd" auch einen Bericht über einen ähnlichen Versuch des Pöbels in der eine Tagereise von hier entfernten ungarischen Stadt Baja, welcher aber ebenfalls durch das kraftvolle Auftreten der dortigen Behörden im Keime erstickt wurde. „tfestt NapkV‘, das hervorragendste magyarische Journal, begleitet die Mittheilung des letzteren Falles mit folgenden Bemerkungen: - „Wir unsererseits wünschen sehr , daßselbst dieser vereitelte Versuch ganz vereitelt dastehe inmitten der Ereignisse Mserer Tage. Die ungarische Toleranz; Menschenliebe und Bildung hat einen guten Nus'in der Welt. Gestatten wir es nirgends, daß dieser gute Ruf durch solche, aus abscheulichen Beweggründen ffte? ßende Thaten befleckt werde." Bei dieser Gelegenheit können wir es uns nicht versagen, mit vollster Anerkennung einen Leitartikel hervorzuheben, welchen „Pesti Naplö.“ aus der Feder 32*

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