Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1866)
- Date
- 1866-08-07
- Page
- Seite 508 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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, '' 'schasten. Auf die in -größter Ä gestwvcheNdn Mch- [1 >: ..mmgeu des BeKirMvrstcherS, -des BüMrMisteVs AM \y'?' der .AsstnttrunB-Eommffston achttte der PMl nicht < > ' und schlug zuerst beim Kaufmann Reiser und dem Herrn Dr. Wolf mit Steinen und Stöcken die Fettster ein. Dann begab sich die Rotte zu dem Brantweinverkäufer Herrn Michael Perutz, und da dieser vorsichtsweise die - ' ' Ladenthür geschlossen hatte, so wurden die Fensterläden - durchgebrochen, der Laden geöffnet Und säMMliche Vov- ', rä'the aus den großen Fässern ausgelassen. Noch nicht ' genug daran, drang die Rotte in die Wohnung des ge* nannten Herrn, verschonte nicht einmal seine kranke Frau, ruinirte alle Bilder, Spiegel, Möbel und raubte sämmtliche Kleider, viel Wäsche, Geld und alle Gegen- . stände von Werth. Nach dreimaligem Einschreiten von Seite eines Hauptmannes, eines Oberlieutenants mit , sechs Manu vom 28. Jnfanterie-RegimeNt (von der Assentirungs-Commission) und drei Gendarmen mußte - man zum Ernste schreiten, und das Volk, circa 3000 V Köpft, zu 'zerstreuen suchen — was auch nach einigen leichten Säbelhieben und Bajonnetsttchen, die der Pöbel davontrug ■, gelang. Das Militär erhielt keine Verwundungen. Dann schritt man vereint mit den Stüdtschützen zu Mretirungen. Die Militärpflichtigen wurden» 71 an der Zahl, assentirt, 27 Rädelsführer sind in Verhaft. Der Schaden bei Herrn Perutz beläuft sich auf 6000 fl." (Es scheint, daß man sich allzulang einzuschreiM besonnen hat. Es war doch Polizei Und Militär ba, aber man ließ ruhig den Pöbel erst auf viele Tausende anwachsen und grobe Mißhandlungen verüben, bevor man „mit einigen leichten Säbelhieben" vorging! Unter solchen Umständen ist die Furcht der Juden in Prag vor dem Abmarsch der-Preußen sehr | gerechtfertigt!) I ' Wien > 23; Juli. Beim hiesigen PlatzcoAMUndo I. fand heute Mittags unter Jntervenirung eines Stabs- | osficiers und des Predigers Dt. Jellinek die Beeidi- | gung des in Folge Kriegsministerial-Erlasscs zum Feldn Prediger bei der operirenden Armee auf die Kriegsk dauer ernannten diplomirten Rabbiners, dermalen 8 - Erziehungs-Jnfütuts-Directors Joseph Sz anto statt. l!'Wien, 26. Juli. In -einigen mährischen Gemeinden I besteht Noch die bald nach 1849 wieder abbestellte Eittk'.. richtung, daß die jüdische Gemeinde eine Art besonderen politischen Körpers in der Stadt bildet und einen besMdeve« - Mdischen) BÜrgMMffter - Hat. -Dies Mt VerMdniß fhlgender Mitchellung. Die Östd. Post mkldtt^Der 'EöMM'andaW^ der in Rikolsbürg befindlichen Truppen legte der dortigen Judengemeinde eine ContributiM von 20,000 Gulden auf. Da aber diese Gemeinde außer Stande ist, einen solchen Betrag zu bezahlen, so begab sich auf Wunsch der Gemeinde eine Deputation, bestehend aus dem Herrn Bürgermeister Blau und noch zwei GemeiNderäthen, züm Könige von Preußen ins Hauptquartier und legte ihm das Gemeindebuch vor, welches auswies, daß das jährliche Einkommen der nikolsburger Gemeinde nur 1890 Gulden betrage. Der König war gegen die Deputatton freundlich und ließ der Stadtgemeinde die Contribution nach." Wir«, 25. Juli. Neber einen Vorgang, der hier, großes Aufsehen gemacht, berichtet die „Presse" ausführlich. In hiesigen israelitischen Kreisen herrscht seit einigen Tagen eine ungewöhnliche Aufregung. Dieselbe rührt von einem Erlaß der Stadthalterei her, worin, wie wir hören, der israelische Cultusvorstand aufgefordert wird, seine patriotische Gesinnung in den jetzigen schweren Zeiten durch Aufftellung und Ausrüstung zweier Freiwilligen-Bataillone zu bethätigen. Die allgemeine Auffassung ist die, daß irgend einer der gegenwärtig so zahlreich - anftauchenden Projektanten (Man sagt, ein Jsraelite aus Pest) der Regierung den Plan vorgelegt, und daß in Folge dessen die erwähnte Aufforderung an die hiesige, sowie ähnliche an die Pester und an die Lemberger Cultusgemeinde ergingen. Wir vernehmen, daß die hiesigen Israeliten von der an sie ergangenen Weisung keineswegs angenehm überrascht wurden. Baron Rothschild hat sich beeilt, diesen Eindruck des Statthaltetei^EMsses aN Maßgebender Stelle unverhohlen darznstellen, ittdem tzr erklärte, daß die Maßregel als eine solche betrachtet werde, „deren Anordnung den patriotischen Sinn der Wiener Israeliten vor ihren christlichen Mitbürgern in Mißcredit bringe und ihnen itt einer Angelegenheit, welche allen Bürgern Oesterreichs stets -gleich heilig war » in der Btthätigung ihrer Opftrwilligkeit und Hingebung an den Staat, ein abgesondertes Feld zuweist". Namentlich wies er daraufhin, daß dl israelittschen Einwohner Mens stets stolz darauf Waren, unter jenen Bürgern, welche auf dem MM des Vaterlandes zü opfern bereit waren, keinen gesonderten^