Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1866)
- Date
- 1866-08-07
- Page
- Seite 505 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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mit dem interessanten Werk von-Eduard Robinson der Reigen eröffnet. Dasselbe heißt: „Physische Geograph ie des heiligen Landes", ist „aus dem Nachlaffe des Verfassers zur Ergänzung seiner frühem Schriften über Palästina" veröffentlicht und im Herbste 1865 in schöner Ausstattung bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienen. Was dieses Buch enthält, soll das Ergebniß sein „eingehender Studien", die Herr E. R. nicht nur in der Literatur, sondern auch mittelst eigener Anschauung „an Ort und Stelle" gemacht, — und zwar Letzteres auf den „Reisen durch Palästina," welche von ihm 1838 und 1852 mit dem Engländer Ely Smith (dem das Land schon von früher her bekannt war) gemeinschaftlich ausgeführt worden sind. Von den 4 Abtheilungen, in die das Werk zerfallt, ist die erste der „Oberfläche", die zweite den „Gewässern", die dritte dem „Klima" gewidmet, während in der vierten „geologische Zugaben" enthalten sind. Den hebr. Bibeltext sehen wir nicht nur überall als Hauptquelle benutzt, sondern demselben zumeist auch ganz wörtlich nachgearbeitet resp. Nachgeschrieben, wie dies ja übrigens schon bei Rathgeber, Voigtländer rc. anzutreffen. — An einer Stelle der, von der „Oberfläche" handelnden Abtheilung (S. 67) glaubt Vers, es als „etwas Besonderes" hervorheben zu müssen, daß die h. Schr. für die Bezeichnung von „Thal" 4 verschiedene Ausdrücke — PN? ,bn3 ,8^ , N2P2 — gebraucht, und nennt es „Willkür", wenn diese Wörter von Luther abwechselnd mit: Au, Grund, Breite, Thal, Feld, Boden rc. übersetzt würden. — Am besten, d. h. am passendsten für Alles will ihm die englische Wiedergabe in valley gefallen. — Bei diesem Worte aber nicht an seinen Ursprung, das lat. vallis, (wovon ja auch das franz. valtee rc.) zu denken, muß jedenfalls mehr noch als befremden. — Dem „Todten Meer", auch „Salzsee" genannt (a-> nbwn), wird vom Verfasser — wie übrigens von allen Beschreibern Palästinas — viel Aufmerksamkeit gewidmet. Im Süden des Sees ist eine Halbinsel, deren Nordrand der Vers, als die Grenze annimmt, bis wohin ursprünglich, d. h. vor der Katastrophe, das Gewässer nur gereicht habe, so daß also die Lage der Städte Sodom, Gomorrha rc. nicht anders als südwärts des Sees gewesen. Die Katastrophe selber (d. i. die, Gen. 19, 24 und 25 berichtete, Verwüstung der Städte Sodom rc.) will der Verfasser einfach aus der Entzündung des Erdharzes, herbeigeführt durch den Blitz in Verbindung vielleicht mit Gewitterstrom und vulkanischen Ausbrüchen, erklärt wiffen und diese Annahme vorzüglich dadurch bestätigt sehen, daß heute noch von Zeit zu Zeit große Massen Erdharzes auf der Oberfläche des Sees sichtbar werden und solche Erscheinungen ganz besonders immer nach stattgehabten Erdbeben (wie namentlich 1834 und 1837) zu Tage treten. Ja, nur durch „Entzündung des Erdharzes" — meint der Vers. — sei damals, d. h. zu Abrahams und Lots Zeiten, der Boden bis zu einer Tiefe von etwa 12 Fuß ausgehöhlt und auf diese Weise des Sees südlicher Th eil gebildet worden. — Wir möchten unserseits hier nur auf zwei Stellen des Buchs der Genesis, nämlich auf den Schluß des 3. und den Anfang des 10. Verses des 14. Capitels, hinzuweisen, gleichzeitig aber auch zu fragen uns gestatten, ob — zugegeben auch, daß die zweite Stelle in einer Beziehung für den Verf. spreche — die einfache geographische Notiz der ersten Stelle auch „geschichtlich" d. h. so zu nehmen sei, daß ein Jam hammelach auch schon vor der Katastrophe vorhanden und mit dem Emek has-siddim und den Be’eroth Chemor identisch gewesen? — Wir erinnern beispielsweise nur an das Beth-El von Gen. 12, 8, wo Abram auf seiner Wanderung durch Canaan den zweiten Altar gebaut, und das doch sicherlich kein anderer Ort sein kann als der, welcher, nach Gen. 28, 19. und 35, 7, erst von Jacob mit dem Namen „Leih El" benannt worden ist.— Nicht wenig interessant ist das, was der Verf. von den, in und bei Jerusalem, Jericho, Sichern rc. gemachten, Temperatur-Beobachtungen (namentlich in Bezug auf wärmste und kälteste Tage) mittheilt, und ganz besonders wisfenswürdig und lehrreich alles das, was er im 4. d. i. im „geologischen" Theil des Buches uns bietet. — Im „Anhang", welcher (ganz nach derselben Eintheilung, wie die „Beschreibung von Palästina") die „syrische Küste" behandelt, sind sehr wichtige Notizen über Thiere, Pflanzen und Mineralien dortiger Gegend enthalten. Hier kommt der Verf. auch auf geographische Differenzen zwischen der Bibel und der Septuaginta zu sprechen und kann sich besonders darüber sehr wundern, daß letztere an 5 verschiedenen Stellen vom Antilibanon spreche, wo erstere sicherlich nur den Libanon gemeint habe. — Wir haben oben bemerkt, daß der Verf. seine Studien zu diesem Werke sowohl an der Hand der „Literatur" als auch mit Hülfe „eigner Anschauung" gemacht habe. Er sagt dieß selber, und da, w o es geschieht, läßt