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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-31 · Heft 31 (31.7.1866) · p. Seite 493

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 31 (31.7.1866)
Date
1866-07-31
Page
Seite 493 (sequence 11)
Language
German
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m über die Maoris noch mit, daß ihre Gebete hebräisch klingen und ihre religiösen Gebräuche ähnlich den altjüdischen sind, wie überhaupt ihre Gesichtszüge ein jüdischorientalisches Gepräge haben. Man glaubt, in Melbourne wenigstens, daß die Maoris Nachkommen von den verschollenen zehn Stämmen waren, dem aber ihr kannibalisches Verfahren mit ihren gefangenen Feinden, ein Lhierisches Gebühren, von welchem die vorexilische jüdische Geschichte nicht im Entferntesten etwas weiß, widerspricht*) Vielleicht wird sich Gelegenheit bieten noch fernere Berichte über Religion, Sitten und Gebräuche der Maoris in diesem Blatte zu veröffentlichen.**) B. Nordamerika. New-Aork, im Juni. (Privatmitth.) Man hat oft genüg die Vortheile hervorgehoben, welche die freie und autonome Zersplitterung der jüdischen Gemeinden in Notdamerika mit sich führt, indem dadurch die Streitigkeiten vermieden würden, welche nothwendig bei den außerordentlich verschiedenen Elementen, welche die Einwanderung den jüdischen Gemeinden zuführt, entstehen müßten, weil sich so ein Jeder der Gemeinde anschließen kann, die seinem religiösen Bedürfniß am meisten zusagt, auch Gemeinden sich rasch umbilden können, wenn in ihrem Schoße Differenzen entstehen. Allein andererseits hat diese Zersplitterung auch den Nachtheil, daß gemeinsame.Institute, welche eines größeren Kraftaufwandes bedürfen, nicht zu Stande kommen können, weil die Gemeinden zu einem Verbände sich nicht heranlassen, vielmehr eine kindische Eifersucht gegen einander zum Theil nähren. Dies zeigt sich jetzt besonders in der Seminarfrage. Jedermann stimmt darin über¬ *) Ein Widerspruch läge wohl hierin nicht; denn in dem langen Zeiträume, entfernt von allem Culturleben, konnte eine derartige Verwilderung wohl eintreten. Redakt. **) Der hier, berichtete Vorfall ist um soweniger zu bezweifeln, als wir bereits im vor. Jahre S. 641 und 732 eine' Begebenheit aus den englischen Bl. mitgetheilt haben, welche die Vorliebe der Maoris für die Juden beweist. Für eine Abstammung von den zehn Stammen liegt freilich kaum noch ein Anhaltspunkt vor; jedenfalls aber wird die 'Erforschung ihrer Religion und Sitten um so interessanter. Bekanntlich war ein sehr großer Theil der Maoris ,zum Christenthum übergegangen, ist dann wieder abgefallen und hegt großen Haß gegen die Missionäre. Redakt. ein, daß ein Rabbiner- und Lehrerseminar das dringlichste Bedürfniß ist, auch tteiben die Projecte wie Pilze hervor; aber die Gemeinden wollen sich die Hand dazu nicht bieten, und so ist wenig Aussicht, daß auch nur eines der Projekte realisirt werde. Jndeß, da auch in Europa in derselben Frage, wo sie nicht von einer einzelnen Instanz in die Hand genommen wird, dieselbe Erscheinung sich kundthut, liegen die Ursachen doch mehr in inneren Zuständen, nämlich in der verschiedenartigen religiösen Richtung. Dies müßte auch hier berücksichtigt werden, so daß statt Eines allgemeinen Seminars, mehrere, jedes von den Gemeinden, welche Eine religiöse Richtung verfolgen, in Aussicht genommen werden sollten. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Me Mosesgruppe von Rauchs) Eine jüdisch-wissenschaftliche Kunststudie von Rabl. vr. Tobias Cohn in Potsdam. I. Unter diesem Namen ist ein in großen Verhältnissen in carrarischem Marmor ausgeführtes Bildwerk seit zwei Jahren in Potsdam aufgestellt, das von Professor Albert Wolf in Berlin nach dem Modell von Meister Rauch angefertigt wurde. Drei Einzelfigurm, die sich auf einer Anhöhe-befinden, sind in Pyramidalform 'zu einer Gruppe vereinigt; die mittlere, hoch aufragend und sitzend, erhebt beide Hände zum Himmel empor, in der Linken einen Stab haltend, während aus dem Haupte Strahlen aufsteigen. Zu beiden Seiten dieser Hauptfigur knieen zwei Gestalten, die mit fester Kraft die ermüdenden Arme des Betenden unterstützen. Wie zum Aufschauen gezwungen ist der Blick des auf der linken Seite Knieenden auf die mittlere Figur geheftet, die rechts knieende Gestalt starrt in die Ebene hinab. Die Beschauer treten mit ungleichartigem Kunftverständniß an die Gruppe, und beurtheilcn danach ihre größere oder geringere Vollendung; aber wer auch ohne 1.) Vergl. Jüdisches Volksblatt Jahrg. 1863 Nr. 36. Ein wohlgelungener Holzschnitt der Mosesgruppe befindet sich in „Jllustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums" II. Band 6. Heft (Arnold Hilberg's Verlag, Wien 1866) S. 417, 31*

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