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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-31 · Heft 31 (31.7.1866) · p. Seite 490

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 31 (31.7.1866)
Date
1866-07-31
Page
Seite 490 (sequence 8)
Language
German
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durchdrungenen Mann mit den vielen in ihm vereinig-. ten Tugenden des Herzens und Vorzügen des Geistes gekannt, wird gewiß bezeugen/ daß mit seinem unerwarteten Tode ein für den väterlichen Glauben beseelter treuer Charakter zu Grabe gegangen. Denn er war und wollte im buchstäblichen Sinne des Wortes sein: Israels Sohn. Als Beweis dessen führen wir — abgesehen von allem anderen — an, daß er während seiner Studienzeit in Dorpat einer der Hauptgründer des damals beabsichtigten Vereins : „Concordia" gewesen, dessen Statuten der rechte Geist mn rrn 'n n&Tn in ihm und seinen Collegen beseelt hatte. Als Beleg und Muster führe ich nachstehende Paragraphen an: 1. Die Concordia ist ein Verein, dessen Tendenz Förderung geistiger und materieller Interessen, dessen Endziel Entwickelung zeitgemäßer Cultur unter den Bekennern der mosaischen Religion in Rußland ist. 3. Die Concordia schließt Alles, was den russischen Staatsgesetzen zuwider ist, aus ihrem Bereiche aus; sie subordinirt ihre speciellen den allgemeinen Interessen der hohen Krone Rußlands und bezweckt nur, die von Letzterer bereits getroffenen und noch zu treffenden Institutionen zurLörderung geistiger und materieller Interessen der Ihr unterthänigen Bekenner der mosaischen Religion wesentlich zu unterstützen. §. 5. Um fördernd auf die geistigen Interessen der Bekenner der mosaischen Religion in Rußland einwirken zu können, machen sich die Stifter der Concordia zur Ehrenpflicht: 3. persönlich einen ehrenhaften rechtschaffenen Lebenswandel führen; b. den Bekennern der mosaischen Religion sich stets in freundlicher Weise nähern, c. unter denselben zeitgemäße Ansichten über die Tendenz und die Hauptlehren der mosaischen Religion verbreiten, sie auf die Nothwendigkeit der Schulbildung Hinweisen, ihnen die Pflichten guter Staatsbürger ans Herz legen; in ihnen die Gefühle der Vaterlandsliebe und Treue für's angestammte erhabene Kaiserhaus erwecken; d. Bekennern der christlichen Religion gegenüber sich ihrer Herkunft nie schämen, vielmehr stets die guten Seiten der jüdischen Nation beleuchten zu wollen rc." Möge Gott den Dahingeschiedenen für die Betheiligung an diesem Verein aufnehmen in den Verein aller Frommen und Edlen und ihm verleihen die ewige Buhe und den seligen Frieden, den Er allen GottesfMHttgen veryettzen, ven AewiragenveN aver ipenoe Er Trost, Ergebung und Stärke der Ueberzeugung des einstigen Wiederschens im Reiche der Unsterblichkeit —! N . . . Schweiz. Aus dem Aargau, 20. Juli. (Priv. Mitth.) Von den Herren General Dufour und Bundespräsident Dubs, den Vertretern der Schweiz auf dem bekannten internattonalen Congresse in Genf, der im Jahre 1864 zur Verbesserung des Schicksals verwundeter Soldaten abgehalten wurde, erging behufs Gründung eines schweizerischen Hülfsvereins für verwundete Soldaten die Einladung an 38 Vertrauensmänner aus allen Kantonen, sich zur Constituirung eines General - Comites in Bern zu versammeln. Zu diesen Vertrauensmännern gehört auch Herr Rabbiner Dr. Kayserling, her bei den schweizerischen Diplomaten noch von seiner energischen Thätigkeit in den Emancipationsangelegenheiten in gutem Andenken steht. Er nahm auch Dienstag den 17. d. M. an den in dem Ständerathssale zu Bern gepflogenen Berathungen der Statuten des schweizerischen Hülssvereins Theil und gab mit seiner Stimme vielleicht den Ausschlag, daß der Verein noch einen zweiten Zweck adoptirte, nämlich den, für'die Familien, deren Ernährer ins Feld gerufen wurden, zu sorgen, indem dieser Zweck des Vereins nur mit einer Sttmme Majorität angenommen wurde. Diese kurze Notiz dürfte für die Allg. Zeit. des Judth. nicht ohne Interesse sein, indem sie constatirt, in wie verhältnißmaßig kurzer Zeit jeder frühere Unterschied zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bürgern der Schweiz vergessen ist, und somit zeigt, wie wenig jene Beschränkung der Israeliten eine Förderung des Volksbewußtseins war. — n. Italien. Florenz, 16. Juli. (Privatmitth.) Es wird für die Leser d. Bl. stets interessant sein, die Laufbahn solcher Glaubensgenossen zu verfolgen, welche sich in einer Carriere auszeichnen, die früher von Juden noch nicht betreten war. Zu diesen gehört der Ritter Ar - tum, der sich als Diplomat schon so viel Ansehen und Verdienst erworben. - Bis jetzt war er erster Le-

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