Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-31 · Heft 31 (31.7.1866) · p. Seite 486

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 31 (31.7.1866)
Date
1866-07-31
Page
Seite 486 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226527-3226559--24143-3251485
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

MW 485 und der Hitopadesa, Gnomen und Sprüche, Schwänke und Anekdoten in einem eleganten und witzigen hebr. Style, der an die klassische Periode der hebräischen Literatur mahnt, lose zusammenhängend aneinandergereiht fink Dieses kleine Sammelwerk hat Herr Senior Sachs, unstreitig nach dem seligen Luzzato der größte Kenner der neuhebr. Literatur und Poesie des Mittelalters, mit einer gelehrten, gründlichen Einleitung begleitet und dadurch den Werth dieser Publicationen vielfach erhöht. Das 2. Heft des JenLibanon, dessen Probebogen in der prachtvollsten Ausstattung bereits erschienen und unter obiger Adresse zu beziehen ist, wird den Commentar des R. Chananel ben Chuschiel über den Trakt- Pessachim, b* V't baaart otibs raoa veröffentlichen und ungefähr i 5 Druckbogen enthalten. Wir brauchen den Eingeweiheten und den Kenner der talmudischen Literatur auf die Wichtigkeit dieses, wie des erwähnten maimunischen Commentars, nicht erst aufmerksam zu machen, denn blos die Namen der Autoren genügen um die hohe Bedeutung des Gebotenen zu würdigen. Es bleibt wahrlich nur zu wünschen übrig, worin mit uns alle Freunde Und Verehrer des hebr. Schriftthums einverstanden sind, daß Herr Brill die Unterstützung und Theilnahme finden möge, die deffen schönes Unternehmen und dessen eifriges Streben mit Recht verdienen. Das jüdische Herz, der jüdische Wohlthätigkeitssinn, diese köstlichen Erbgüter der Patriarchen, haben hier den größten und schönsten Spielraum segenvoll und heilsam zu wirken, da ja die jüdische Literatur die wahrhaft hilfloseste und hilfsbedürftigste ist, denn die Pfleger und Hüter derselben sind meist sehr arm und haben oft mit den größten Schwierigkeiten und Entbehrungen zu kämpfen, und die Zahl der Gönner ist winzig klein. Es verdient darum der Name des edlen Naftali Herz Günzburg (aus Rußland) in Paris die dankbarste und allgemeine Anerkennung, der als eine höchst seltene Ausnahme unter den jüdischen Reichen und Geldaristokraten, in einer kurzen Zeit eine großartige hebräische Bibliothek anlegte, die bereits zu den kostbarsten Privatbibliotheken zählt und eine ansehnliche Zahl höchst werthvoller und seltener Manuscripte besitzt, welche der hochherzige Besitzer mit aller Bereitwilligkeit und Munificenz den Gelehrten zur Verfügung stellt. Herr Günzburg, der keine Kosten scheut, um seine ausgezeichnete Biblwthek zu vergrößern und zu vermehren, hat Herrn Senior Sachs als Custos und Bibliothekar seiner Sammlung angestellt, und gewiß konnte deffen Wahl auf keinen sähigern und geeigneteren Mann fallen. Herr Sachs ist jetzt mit der Ausarbeitung des Cataloges der genannten ' Bibliothek beschäftigt, der auf Kosten des Herrn Günzburg erscheinen wird und wovon bereits 3. Bogen gedruckt sind. N. H. Günzburg ist der Moses Montesiore der jüdischen Literatur; denn was der edle, hochherzige M. Montefiore als Menschenfreund für die Juden im Orient und namentlich im heiligen Lande leistet, das leistet als ein würdiger Mäcen, Herr Günzburg für die Thoradas Erbgut der Gemeinde Jakob's. — Die Manuscripte, welche Herr Brill im 1. Hefte des „Jen Libanon" benutzte, sind alle der Günzburgiana entnommen worden.' Dieser gediegenen Sammlung verdanken wir auch die Herausgabe des polemischen, handschriftlichen Merkchens i-mn .‘pt b-5>a rirzni'n ‘ico von Don David Naffi aus Kandia, welches durch Herrn Jakob Saphir in Paris in Frankfurt a. Main 1866 gedruckt wurde und durch Herrn I. Brill zu beziehen ist. Das kleine interessante Schriftchen, worauf schon Steinschneider im Michael'schen Catalog S. 362 aufmerksam machte und zugleich daraus-die Vorrede mittheilte, und das der Verfasser David Nassi dem Cardinal Francesco Bentivoglio widmete, will nicht nur die Wahrheit der 1 3 Glaubensartikel des Maimuni, sondern auch die F a l sch - heit der Dogmen der christlichen Religion aus dem Neuen Testamente beweisen. Es ist hier nicht der Ort aus den eigentlichen Inhalt des Schriftchens einzugehen und wir wollen daher nur andeutungsweise, die weitere Ausführung an einem geeigneteren Orte uns vorbehaltend, eine treffliche Lesart in dem bekannten in der Liturgie aufgenommenen Liede Jigdal mittheilen, welche wir daselbst fanden. Bereits vor mehr als 2 0 Jahren haben wir in diesen Blättern (1845 N. 4l) bemerkt, daß die 5. Strophe des Jigdal mit dem 5. Artikel des maimunischen Glaubensbekenntnisses und des „Anni Ma am in" durchaus nicht harmonirt und überhaupt nicht hierher gehört, weil darin gar kein positiver Glaubensartikel ausgesprochen ist. In dem erwähnten niynrt ■p1} b?a findet sich aber zufällig die einzig richtige Lesart, die alle Schwierigkeiten beseitigt und auf welche sonderbar genug, weder der Herausgeber noch Herr Steinschneider aüfinerksam gemacht hat. Anstatt: byb abi2 y-ji* i2N imabai nibi-i2 rnr NLid heißt es daselbst: y-rrr lurt inbna rnr1 ->^2 bah abiy. Die Uebersetzung müßte demnach lauten: Er ist der Herr der Welt, und alle Schöpfungen sollen preisen seine Allmacht,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.