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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-24 · Heft 30 (24.7.1866) · p. Seite 478

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 30 (24.7.1866)
Date
1866-07-24
Page
Seite 478 (sequence 12)
Language
German
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478 flohen doch die meisten Juden zu ihren Consuln, wo sie die Nacht verweilten. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Vainberg, begab sich am andern Tage zum Mnister, der den Vorfall sehr bedauerte und einen Schadenersatz (der sich auf 15,000 Duk. belaufen müßte) vermach. (Diese Vorgänge, welche in den Donaufürstenthümern leicht nicht" vereinzelt bleiben könnten, müssen die Aufmerksamkeit des westlichen Europas auf sich ziehen. Wir ersuchen besonders unsere Collegen, für die öffentliche Mittheilung in den bedeutendsten politischen Journalen zu wirken. Wir werden das Unsrige - hierfür zu thun suchen. Die Redaction der A. Z. d. I.) Holland. Haag, im Juli. Die Israeliten Hollands wie die ganzen Niederlande haben zwei schmerzliche Verluste durch, den Tod des Dr. Sarphati und des Prof. Dr. Lobatto erlitten. Was "wir an dem Ersteren, der sich auch dem Dienste des Judenthums mit so großer Hingebung gewidmet hatte, verloren haben, erweist am füglichsten ein Brief des Prinzen Friedrich von den Niederlanden, welchen er an den Director des Jndustriepalastes in Amsterdam Herrn 5. A. van Eyk gerichtet und den die Arch. isr. mittheilen. Haag, 25. Juni 1866. , Das Gerücht von dem Tode des Dr. S. Sarphati war schon zu mir gedrungen, als es sich zu . meinem großen Bedauern durch Ihren Brief vom : 23. d. bestätigte. Diese traurige Nachricht hat mich sehr betrübt. . Es ist ein unersetzlicher Verlust für viele Menschen, für mehrere industrielle Gesellschaften und hauptsächlich für den Jndustriepalast, welchem er seine ganze Zeit und alle seine Kräfte widmete. Das Streben, nützlich und gefällig zu sein, so . wie die hohen Eigenschaften, welche ihn in anerkanntem Grade zierten, werden sein Gedächtniß seinem . Vaterlande und seinen Landsleuten sehr theuer machen. Ich besonders war im Stande, seine hohen Ei? . genschasten kennen zu lernen, und ich werde für den Verstorbenen diese Achtung bewahren, welche ich so gerne ihm während seines Lebens bezeugte. Ich beklage lebhaft den Vater! Dieser Verlust ist für ihn ein schwerer Schlag; aber wenigstens hat er den Trost, daß sein Sohn, von Jedermann geehrt und beweint, aus dieser Welt schied. Bezeugen Sie ihm den vollen Antheil, welchen ich an seinem Schmerze nehme, und drücken Sie ihm meinen Wunsch aus, daß die Vorsehung ihm die nöthigen Kräfte verleihen möge, um dieses Geschick mit Ergebung zu tragen. Empfangen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner vollkommenen Hochachtung. Gezeichnet Friedrich Prinz der Niederlande. Ueber den Professor Lobatto bringt J. Chr. folgenden Nekrolog. Er wurde im Jahre 1797 in Amsterdam geboren. Seine Eltern waren Mitglieder der Sephardim-Gemeinde, der er bis zu seinem Tode anhing. Schon früh im Leben zeigte er großes Talent für Mathematik, und in seinem zehnten Jahre wurde er der wissenschaftlichen Welt durch folgendes Ereigniß bekannt. Ein bedeutender Mathematiker gab seinen Schülern eine algebraische Aufgabe. Keiner konnte sie lösen. Der Lehrer löste sie alsdann, aber sagte seinen Zuhörern gleichzeitig, daß er diese Lösung einem Knaben schulde. Dieser Knabe, damals zehn Jahr alt, war Uriel Lobatto. Derselbe Mathematiker erwählte Lobatto zu seinem Assistenten in dem Alter von dreizehn Jahren, und fortan wurde er in den complicirtesten und abstrusesten mathematischen Problemen unterrichtet. Im Jahre 1816 trat er in den Dienst der Regierung. 1828 erhielt er den Ruf als Generalinspector der Maße und Gewichte in der Hauptstadt und kam seinen Pflichten mehrere Jahre gewissenhaft nach, worauf er von der Regierung mit einer sehr ehrenvollen Anstellung in dem Staatsministerium im Haag betraut wurde. In allen diesen Stellungen des öffentlichen Vertrauens bewies er große Energie, besümmten Willen und prompte Thätigkeit. Seine Erfahrung in allen Zweigen der Wissenschaft befähigte ihn, großen Einfluß auf jeden beratenden Körper auszuüben. Wenige Jahre später wurde er zum Professor der Mathematik an der kön. Akademie zu Delft ernannt, wo er bis an's Ende seiner Tage ununterbrochen thätig und den Interessen der aufstrebenden Generation enthusiastisch ergeben war. Zeit und Raum gestatten uns nicht, hier eine ausführliche Aufzählung aller Arbeiten des Prof. Lobatto in besonderen Veröffentlichungen, Zeitschriften und

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