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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-17 · Heft 29 (17.7.1866) · p. Seite 460

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 29 (17.7.1866)
Date
1866-07-17
Page
Seite 460 (sequence 10)
Language
German
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\': 460 gebung.*) Und so noch in vielen- Dingen. Außer der Vernunft ist es immer das göttliche Gesetze d. H-. der Pentateuch , dem Bodin in allen Beziehungen folgt, m welchen dasselbe ein Urtheil gefällt hat. Wir aber nehmen für jetzt Abschied von unserem Autor, indem wir ihm herzlich Dank wissen, daß er in so finstern Zeiten nicht allein den Muth hatte, so Kare .und freie Ansichten überhaupt zu fassen, Indern dieselben auch kühn und offen auszusprechen. . Literarischer Wochenbericht. London, 5. Juli. Die größten Curiositäten, wir sprechen nur etwas Bekanntes aus, findet man doch bei den Engländern. So erschien vor Kurzem von vr. H. Pratt eine Schrift**) in welchem dieser beweisen will, daß die heilige Schrift zwar Gottes Wort enthalte, aber in so mystischer Form, daß man sie füglich als die „Orakel Gottes" bezeichnen könne; den Schlüssel zu ihrer Auslegung aber glaubt er gefunden zu haben. Er stellt nämlich die Behauptung auf, die ,Massora" (die kritische Bearbeitung der Bibel durch die ältesten Rabbiner) habe durch die Vokalisation, die diese hineingesetzt, einen verschlechternden Zusatz erfahren. Sie geben einen übertriebenen und verdorbenen Bericht von irgend einem wirKichen Ereigniß. Es ist daher nöthig, die Vokalzeichen aus dem Texte wieder zu entfernen und zu dem ursprünglichen Hebräisch, als zum Ausgangspunkt einer Wieder-Auslegung zurückzukehren. Nachdem man also den hebräischen Text so in eine Reihe von Buchstaben aufgelöst hat, die weder in Sätze noch in Worte abgetheilt, ist es nöthig, erst sie wieder zu analysiren und dann ihre wahre Meinung und Bedeutung zu erforschen. Der Autor erkennt die große Schwierigkeit dieser Ausgabe an, und er gesteht, daß es zuweilen fast unmöglich ist, die ursprüngliche Bedeutung des Textes wieder herzustellen. Denn nicht nur waren die hebräischen Schriften in einer Folge verschiedener Sprachen geschrieben, die sich in einigen Punkten sehr glichen, in anderen ganz von einander abwichen — der Zweck der Masoretischen Punkte war eben der, diese Sprachen in eine gleichmäßige *) Buch V, Kapitel 2. * **) The Oracles of God: an Attempt at ä Beinterpretation. By Henry F. A. Pratt, M. D. Ausführlicheres im Magazin für d. Sit. d. Ausl. Nr. 26. ' zu verwandeln --7 sondern dev. Klang des unpunktirten - Hebräisch ist eben verloren/ und die Aequivalente einiger I der hebräischen Buchstaben; sind. nicht genau ermittelt. . Einen Leitfaden glaubt vr. Pratt in der Bildung der 'hebräischen Eigennamen gefunden zu haben. Als ein Beispiel, wie vr. Pratt seine neue Methode anwendet, führen wir Folgendes an: Der dritte, vierte, und fünfte Vers der Genesis enthalten nach allgemeiner Annahme eine der erhabensten; Schilderungen, die irgend eine Sprache .aufzuweisen hat. - Hören wir, wie vr. Pratt sie wiedergiebt: ,Md Gott sprach: Es werde vulkanische Thätigkeit,! und es ward eine vulkanische Thätigkeit, und Gott sähe! die vulkanische Thätigkeit, daß sie gut war. And Gott j verursachte einen Kamps zwischen der vulkanischen Thä-! tigkeit und der Schwerkraft; und Gott nannte die vulkanische Thätigkeit den Zustand der Thätigkeit und die ' Schwerkraft nannte er den Zustand der Ruhe. Und sie! zersetzten einander und bildeten einander wieder neu, und j so geschah die erste Umwälzung." — Man sieht, unser Autor hat eigentlich nur zum Zweck, die jüngsten wissenschaftlichen Theorieen in der heiligen Schrift ausgedrückt zu finden, was denn freilich nothwendig machen würde, alle Jahrzehnde den Urtext wieder »anders zu deuten und zu übersetzen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. München, 5. Juli. (Privatmitth.) Es hat mich interesstrt, in diesen Tagen einen Aufsatz in der „Augsb. Allg.Zeit." zu lesen, in welchem ein Gedanke behandelt wird, welchen Sie, Herr Redacteur, in Ihrem Blatte schon wiederholt ausgesprochen habend es ist der, daß im Grunde genommen die positiven Religionen auf die Staaten, ihre Beschaffenheit und Führung noch äußerst wenig Einfluß gehabt, daß vielmehr die Staaten im großen. Ganzen der Wirklichkeit nach noch mitten im Heidenchume stecken. Es versteht sich, daß wir hier keinen einzelnen Staat und keine einzelne Regierung meinen, sondern in der Allgemeinheit sprechen. Auch könnte schwerlich eine einzelne Regierung, und wäre sie noch so mächtig, die Dinge. ändexn,

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