Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1866)
- Date
- 1866-07-03
- Page
- Seite 428 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3226527-3226555--24081-3251419- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
428 imi bctt ^ictinb 33£rtDiiitbctcit ^u|^3i^ixc^ , OB^ut und Pflege zukommen zu lassen und ihnen in Mer Weise'Beistand zu leisten. Wenigstens glauben wir, daß dies den praktischsten Anknüpfungspunkt für diese ganze Frage bietet. — Eine andere Frage wird für das preußische Heer der ausgebrochene Krieg abermals zur Entscheidung drängen, nämlich über das Avancement der Bürgerlichen überhaupt und der Juden insbesondere zu niederen und höheren Offizierstellen, und zwar in der Linie ebenso gut wie in der Landwehr, in welcher letzteren man bekanntlich durch den Mangel .an Offizieren niemals so penibel gewesen. Hoffen wir, daß die blutige Arbeit wenigstens hierin einen Fortschritt bewirken werde. Berlin, 24. Juni. lPrivatmitth.) In vergangener Woche ist Herr Di-. Aub hier angekommen, und hat gestern vor einem ziemlich dichten Auditorium (in der alten.Synagoge) seine erste Predigt gehalten. Sie schilderte besonders die Absichten und Zwecke, mit welchen der würdige Redner in die hiesige Gemeinde käme. Versöhnung sei es vor allem, die. er anstrebe; jedem müsse man gerecht zu werden suchen; so viel wie möglich an der alten Ueberlieferung festhalten und dennoch .sich nicht der freier? Forschung und den Ansprüchen der Gegenwart abschließen. — Es hat sich hier unter dem Namen „Sabbathverein" ein Verein jüdischer Gelehrten gebildet, zu welchem die Herren Auerbach, Bärwald. (Historiker-, Steinschneider, Steinthal u. s. w. gehören. Es sollen nur jüdisch-religiöse Angelegenheiten in demselben besprochen werden. Man hat sich auch schon über das Positive im Judenthum, das Gebet u. dergl. unterredet.v Wünschen wir dem Unternehmen, welches erweist, wie das warme Interesse für die Religion immer mehr alle Kreise unserer Stammesgenossen. ergreift, den besten Erfolg! — . ' Aus Westfalen, im Juni. Ueber den in vorig. Nr. d. Ztg. von hier aus besprochenen Gegenstand enthält auch die zu Minden erscheinende „Bürgerzeitung" folgenden beachtenswerthen Artikel ($*■ 48) : Die in allen Schichten der Bevölkerung durch; die Mobilmachung hervorgerufene Störung hat auch den Stand der israelitischen Lehrer hart betroffen, um so mehr, da dieselben in den meisten Gemeinden zu dem Elementarunterrichte nicht blos den Religionsunterricht ertheiivit uUt|jen, I vitDCTu |Xito ctuci^ vct jjtittcipuuit 000 ganzen religiösen Lebens der Gemeinde,- wie der Geistliche anderer Confessionen. Wo der israelitische Lehrer zugleich Cultusbeamter, da ist bei seiner Einberufung zu den Waffen die Elementarschule verwaist, der Jugend mangelt der Religionsunterricht, der öffentliche Gottesdienst ist ohne Leitung, Confirmationen müssen unterbleiben, die in Sterbehäusern üblichen Vorträge des Trostes und der Erbauung werden entbehrt: jedes Glied der Gemeinde beklagt es schmerzlich, daß der Mann genommen, an den es sich in religiösen und Gewissensfragen vertrauensvoll wenden konnte. Fälle der Art liegen vor. Wenn aber Reclamationen Seitens der Gemeinden von der ersten Instanz unberücksichtigt geblieben, so mag der Grund nicht etwa in confessioneller Abneigung gesucht werden, sondern vielmehr in der nicht genügenden Kenntniß der Verhältnisse liegen. Wir sind der Ansicht, daß man gerade in bewegten Zeiten, wie die jetzigen, höheren Orts eine Schädigung des religiösen Lebens, Störung des Gottesdienstes rc. gewiß nicht billigen, noch zugeben wird; in einer Zeit, die den Weg zu Gott und Gewissen Manchem erleichtert. Psalm 118. Aus Preußen, im Juni. (Privatmitth.) Ihrem Correspondenten aus Birnbaum möchte ich erwidern, daß die Worte „heute hielten jüdische Lehrer Preußens ihre erste Conferenz," eine Ueberhebung und eine factische Unrichtigkeit enthalten. Eine Ueberhebung, denn der Einsender kann doch nicht mehrere Dutzend Lehrer, die sich aus der Nähe dort versammelten, die Lehrer Preußens nennen? Bekanntlich existirt seit längerer Zeit schon ein sehr löblicher Lehrerverein von Westfalen und der Rheinprovinz und der geräuschlose, aber thatkräftige Verein zu Berlin, dessen Einnahmequellen meist in Berlin fließen, der aber dennoch unparteiisch die unterstützungsbedürftigen Lehrer aller Provinzen Preußens gleichmäßig bedenkt und der alleindie Gesammtinteressen der jüdischen Lehrer Preußens zu vertreten , im Stande sein und daher auch allein auf diesen Namen Anspruch machen dürfte. Es hat außerdem ein Lehrerverein in Oberschlesien bestanden, der wenigstens die Absicht hatte', sich mit anderen Vereinen der Art in Verbindung zu setzen und so eine Vertretung der Gesammtinteressen der jüdischen Lehrer zu schaffen. Eingetretene Verhältnisse haben dies verhindert.. Ich glaube daher, daß der kürzeste und sicherste Weg der