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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-07-03 · Heft 27 (3.7.1866) · p. Seite 425

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 27 (3.7.1866)
Date
1866-07-03
Page
Seite 425 (sequence 7)
Language
German
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bert zu den Büchern -der Chronik kritisch verglichen mit den jüdischen Quellen von Dr. Abraham Rahmer. Erster Theil. Thorn, 1866; und von Demselben: ->1772 -LV YV1'> ^21 .bv 21^71. Th. I. Ebendas. — Zeitvngsnachrichten. Deutschland. Aus Bayern, im Juni. (Privatmitth.) In vor. Nr. wurde aus Unterfranken mitgetheilt, daß die k. daher. Regierung energische Maßregeln gegen einige in kleinen unterfränkischen Orten vorgekommene, auf die Juden gemünzte Ruhestörungen ergriffen habe. Näheres enthalten hierüber die Münchener „Neuesten Nachrichten": „Das schändliche Treiben der Judenverfolgung, wie es vor kurzem in Böhmen stattgefunden, scheint sich leider auch in Baiern einstellen zu wollen. In. Laudenbach, Wiesenfeld und Thüngen (Bezirksamt Karlstadt) ist der Krawall bereits losgegangen. Schon seit vierzehn Tagen werden den Juden oie Fenster eingeworfen, die Läden gesprengt, die Hausdächer demolirt und wird verdorben, was verdorben werden kann. Trotzdem, daß der Bezirksamtmann eine Mahnung an die betreffenden Gemeinden ergehen ließ, wiederholten sich die Excesse; mitten in der Nacht, halb angekleidet, flüchteten sich die Juden, namentlich das weibliche Geschlecht, auf Schiffen nach Karlstadt. Es ist sogar Militair nach Laudenbach requirirt worden. Der Baierischen Zeitung wird unterm Heutigen aus Regem s b u r g berichtet: „Seit den Excessen am 29. v. M. hat eine Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung nicht mehr stattgefunden." Wir erhalten hierüber „Von der bayerschen Grenze" folgende Correspondenz: Die Dramas der Judenverfolgungen, welche auch Ihr gesch. Blatt seiner Zeit aus Böhmen meldete, scheinen auch in unfern Gauen fruchtbaren Boden gefunden zu haben. In der letzten Woche fanden, pöbelhafte Auftritte gegen die Israeliten in mehreren Landgemeinden Unterfrankens statt, und hat sich unter diesen. Auspizien eine große Panik der dortigen jüdischen Bevölkerung bemächtigt. Im Ganzen hatten aber die gedachten Emeuten einen Milderen Charakter als in Böhmen. Während es sich dort nicht allein um Eigenthumsverletzungen und persönliche Angriffe, sondern auch um räuberische Auftritte handelte,. begnügte man sich hier mit Fenstereinwürfen und einzelnen Demolirungen der Häuser. Die Kreisregierung in Würzburg hat aber in anerkennenswerther Weise die strengsten Maßregeln ergriffen diesen mittelalterlichen Vandalismus im Keime zu ersticken. Bereits haben einige dieser Unruhestifter ihr gesetzliches Treiben durch Besatzung mit ansehnlichen Executionsmannschaften zu büßen, und hofft man, daß hiermit diese Calamität beseitigt ist. H. B. , —. Wir bemerken zu diesen Vorgängen. Bekanntlich geht durch das sonst friedliche Bayervolk jedes Jahr der Geist der Unruhe und des Tumultes, der seine Ursache in dem frischen „Bockbier" und dem erhöhten Preise dieses edlen Saftes hat. Da nun in diesem Jahre der Bierpreis wirklich ein hoher ist, fanden in vielen Städten Bayerns, namentlich in München, Regensburg u. a. O.. unruhige Auftritte statt, die selbstverständlich durch Hinzutreten irgend eines anderen Momentes sich auch auf dieses letztere werfen. So jüngst in München auf die Politik. In Würzburg fanden in den letzten Tagen sehr arge Bierkrawalle statt, gegen welche das Militair ernstlich einschreiten mußte, und die um Mitternacht sich in Pöbelauftritte gegen die Häuser einiger Juden wandelten. Vom allgemeinen Standpunkte aus haben diese Vorgänge keine Bedeutung, örtlich genommen sind sie allerdings betrübend. Hannover, 19. Juni. (Privatmitth.) Vor der. Vertagung und bald darauf erfolgten Auflösung unserer Ständeversammlung hatte die zweite Kammer derselben noch Gelegenheit, über die von der Regierung zur Unterstützung des jüdischen Schul- und Synagogettwesens im Budget verlangten 500 Thlr. einen Beschluß zu fassen und es gereicht uns zur Freude, berichten zu können, daß dieselbe im Gegensätze zur ersten Kammer, in welcher sich, wie wir früher mitgetheilt haben, gar mancherlei Stimmen in gehässiger und judenfeindlicher Weise vernehmen ließen, dem Anträge des Ausschusses, welcher dahin ging, die beantragte Erhöhung von 2500 Thlr. auf 5000 Thlr. zu bewilligen, sofort beistimmte und daß selbst der eine Deputirte, welcher gegen die Bewilligung sprach, doch nur gegen die Höhe und nicht gegen die Berechtigung, der.

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