Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1866)
- Date
- 1866-06-26
- Page
- Seite 415 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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deutschen Universität einen Preis gewonnen und wünschen/wir daher dem angehenden Gelehrten sowie auch seinen Eltern den besten Erfolg in der Zukunft; für mich ist es immer erfreulich wenn einer unserer Glaubensgenossen sich den semitischen Studien zuwendet. Soeben erscheint eine interessante Vorrede von meinem gelehrten Freunde Herrn Sachs zum Buche Tagin, das der Abbe Barges herausgiebt und ebenfalls mit einer lateinischen Einleitung begleitet; Herr S ach s will das Tagin schon vor den Essäern verfaßt wissen,, eine Hypothese, die erst durch Belege bewahrheitet werden muß. Jedenfalls ist die Erklärung der Mischna t]bn «ara wnnwnni sehr gelungen und höchst wahrscheinlich. A. N. Schweiz. Zürich, 7. Juni. (Privatmitth.) Betreffs der Leiche Steinheims hat nichts weiter geschehen können, und zwar aus dem einfachen Grunde, daß der vr. M. B., sein langjähriger Freund , und St.'s Hauswirth vor dem Regierungsrathe behaupteten, es wäre des Verstorbenen Wunsch gewesen, confessionslos auf dem Oberstraß-Kirchhof begraben zu werden. Der requirirte Pfarrer hielt denn auch eine confessionslose Leichenrede. Donau fü rst e n t h ü m e r. Bukarest, 2. Juni. Die „Pr." schreibt: Die constituirende Versammlung fährt fort, den Constitutions- Entwurf auszuarbeiten, und denselben Artikel für Artikel zu discutiren und zu amendiren. Ich weiß aus sicherer. Quelle, daß man in allen Sectionen mit sehr großer Majorität die Emancipation der Israeliten verworfen hat. Nichtsdestoweniger spielt man in Paris, London und Florenz die Liberalen. Jassy, 6. Juni.. (Privatmitt.) Jassy kommt aus den . Agitationen gar nicht mehr heraus. Neulich wurden für eine von mehreren. Professoren veranstaltete . Petition gege n die Emancipirung der Juden alle Hebel in Bewegung gesetzt. Um diesem gehässigen Treiben einiger verschrobener Köpfe Einhalt , zu thun, sah sich die Regierung vor einigen Tagen, veranlaßt, das Sammeln von Unterschriften einfach zu verbieten. Gestern Früh jedoch fand man an allen Ecken und Enden Maueranschläge, die unter der Überschrift: „Hinaus mit den Juden! Tod den Juden!" Aufreizungen der gefährlichsten Art enthielten, und um 9 Uhr Vormittags wurde ganz offenkundig folgendes gedruckte Circular in Umlauf, gesetzt: „Rumänische Bürger! Die Negierung hat durch das Organ des Minister-Präsidenten erklärt, daß die Behörde kein Recht habe, das Petitioniren der Bürger zu verhindern. Wir setzen Sie von dieser Erklärung in Kenntniß und laden Sie ein, die Petition bezüglich der Judenfrage zu unterfertigen, damit wir den constituirenden Körpern des Staates beweisen, worin die Leiden der moldau-rumänischen Bürger bestehen.' Gezeichnet: Das Comits. vr. Chir. Fetul, Gavril Ursu, Professor Georgiu, Professor Suciu, Holban und mehrere Andere." Ein panischer Schrecken fuhr unter die israelitische Bevölkerung Jassys, die, zur Mehrzahl aus Fremden, meistens österreichischen Unterthanen, bestehend, sich im höchsten Grade bedroht sah. Es erfolgten daher dringende Reclamaüonen. an das österreichische Consulat, und energische Noten seitens dieses letzteren an den hiesigen Stadtpräfecten, welcher nun auch im Laufe dieser Nacht von der Regierung aus Bukarest telegraphische Ordre erhielt, sämmtliche obenerwähnte Comits- Mitglieder hinter Schloß und Riegel zu setzen. Heute veröffentlichte der Prüftet außerdem noch im Aufträge der Regierung eine Proclamation, mittelst welcher Jedem strenge Ahndung angedroht wird, der sich noch fernerhin an diesen Hetzereien betheiligen würde, was aber nicht verhindern konnte, daß ebenfalls heute in aller Früh ein armer israelitischer Brodhausirer auf offener Straße überfallen und lebensgefährlich verletzt wurde. Amerika. New-Dork, 30. Mai. (Privatmitt.) Die seit zwei Jahren hier bestehende 2te Tempelgemeinde Adath Jeschecum hat den Dr. Einhorn zu ihrem Rabbiner mit einem Gehalte von 4000 Dollars gewählt und dessen Gebetbuch eingeführt. — Die Gemeinde Ansche Chesed, welche jüngst wegen ihres Prozesses so viel von sich reden machte, hat mit großer Majorität die : Verlegung ihrer Synagoge nach einem andern Stadtviertel beschlossen, wodurch die Mitglieder ausscheiden werden, welche sich , jedem, auch dem gemäßigtesten und nothwendigsten Fortschritt entgegenstemmen. — Die ®emehtbe Ahavath Chesed hat den Prediger Hübsch zu Prag gewählt. —