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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-06-26 · Heft 26 (26.6.1866) · p. Seite 410

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 26 (26.6.1866)
Date
1866-06-26
Page
Seite 410 (sequence 8)
Language
German
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410 Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hildesheim, 29. Mai. (Privatmitth.) Unser Rabbiner hat seiner Loyalität vorgestern auch in der Liturgie einen Ausdrück gegeben, indem auf seine Anordnung am Geburtstage Sr. Majestät des Königs das Tachnun-Gebet in der Synagoge nicht gesagt wurde. Ob er diese Anordnung auf seinen ganzen Sprengel ausgedehnt oder nur für seinen Rabbinatssitz getroffen hat, haben wir bisher nicht ermitteln können. Jedenfalls werden wir, da die in Rede stehende Bestimmung ohne Zweifelauch am Geburtstage der Königin in Anwendung kommen wird, in Zukunft zwei Freudentage mehr als die übrige Judenschaft in Deutschland begehen. Crivitz (Mecklenb.-Schwerin), im Juni. (Privatmitth.) Wenn ein Mann, dessen Wirksamkeit die gesammten Interessen einer Stadt, der mit musterhafter Aufopferung und Selbstverleugnung unermüdlich das Wohl seiner Mitbürger zu fördern strebte, und der endlich mit all den Gaben und Kräften des Geistes ausgerüstet ist, um seinen Humanitären Bestrebungen Verwirklichung zu verschaffen, wenn ein-solcher Mann aus der Mitte seiner ihn hochehrenden Mitbürger scheidet, so werden alle Herzen von jener Wehmuth tief ergriffen,, die aus der Dankbarkeit für die Leistungen und aus Schmerz über den Verlust entspringen. Wenn ein solcher Mann den Kreis seiner segensreichen Thätigkeit nun auch auf diejenige religiöse Genossenschaft ausgedehnt hat,, die der vorgeschrittenen Civilisation zum Trotze noch immer, mit so vielen Vorurtheilen zu kämpfen hat und deren Rechte noch vielfach verkümmert werden, so hat diese religiöse Genossenschaft gewiß alle Ursache, den Weggang eines so edlen Mannes um so tiefer zu empfinden. In diesem Falle befindet sich die hiesige jüdische Gemeinde beim Scheiden des hochverdienten Bürgermeisters, Herrn Schlaff, aus seinem bisherigen Wirkungskreise. Unermüdlich streute er die Segnungen des Wohlwollens und Wohlthuns aus, in uneigennützigster und edelster Weise die Interessen des Einzelnen sowohl wie der Gefamnttheit fördernd. Aber Herr Bürgermeister Schlaff, hat sich auch ein bleibendes Denkmal in unserer religiösen Genossenschaft gesetzt, ein Denkmal, das in unserem Herzen der Liebe und Verehrung für ihn stets neue Nahrung zu geben im Stande ist. Es ist dies das Gotteshaus, die zierliche und prächtige Synagoge. Die Anregung zur Erbauung derselben ging nur von ihm aus, die Herrichtung derselben war nur sein Werk. Da die Mittel dieser würdigen Gemeinde lange nicht allsreichten, diesen prachtvollen Bau zu vollenden, so wußte er doch Mittel und Wege zu finden, um das Fehlende herbeizuschaffen, um so einen seiner Lieblingsgedanken zu verwirklichen. Kein Wunder daher, wenn das israelitische Herz, das sich in diesem Gotteshause andächtig zu Gott erhebt, auch den edlen Gründer in seine Bittgebete einschließt. Möge es diesem Manne, — er ist als Bürgermeister nach Waden versetzt — in seinem neuen Wirkungskreise in gleicher Weise gelingen, so segensreich wie bisher zu wirken, und schließe ich mit dem Wunsche : möge dieser Mann bis zu seinem Greisenalter das höchste Glück im Kreise seiner Familie finden und genießen. S. Neufeld a. P .... Aus Unlerftanken, den 3. Juni. (Privatmitth.) Die Negierung hat der A. A. Z. zufolge wegen in jüngster Zeit im Regierungsbezirke vorgefallener Excesse gegen Person und Eigenthum israelitischer Glaubensgenossen in einem Ausschreiben an sämmtliche Districtspolizeibehörden des Reiches die hierher einschlägigen Bestimmungen des Straf- und Polizeigesetzbuches, sowie der Gesetze über die Verpflichtung zum Ersätze des bei Aufläufen verursachten Schadens, und über das Einschreiten der bewaffneten Macht zur Erhaltung der gesetzlichen Ordnung in Erinnerung gebracht, und die genannten Behörden angewiesen, in veranlaßten Fällen sofort und mit Strenge einzuschreiten, und wenn nicht alsbald die vollständig gesicherte Ruhe mit den gewöhnlichen Mitteln wieder herzustellen ist, auf dem möglichst schnellsten Wege Bericht zu erstatten, worauf die unverzügliche Abordnung entsprechender Militair-Abtheilungen veranlaßt werden wird. WürzVurg, 14. Juni. Ueber die hiesigen Vorgänge berichtet die A.A. Z.: „Seit gestern, Sonntag, ist unsere Stadt der Schauplatz von empörendsten Excessen. Nachdem in Nürnberg, Fürth, Regensburg, München

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