Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1866)
- Date
- 1866-06-05
- Page
- Seite 358 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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WUMSMMOOM«DWW«8WWWM8MW^WW^^F^W 388 Liter arisch er Wochenbericht. Bonn, Ende April. An gekommen: zi-i2r r^n2?2 (Gabe für das Gedächtniß) zum Gebrauche in jüdischen Religionsschulen von vr. L. Her zfeld, Braunschweigischem Landesrabbiner. Zweite, vielfach abgeänderte und stark vermehrte Auflage. Leipzig, Verlag von Carl Wilfferodt 1866. Wir hatten schon bei der ersten Auflage dieses den Neligionsschulen gewidmeten Buches die Veranlassung, uns anerkennend und empfehlend darüber auszusprechen, und freuen uns, dieses hinsichtlich der zweiten Auflage in noch erhöhtem Maaße thun zu können, indem der Verf. sein Werk nicht blos im Einzelnen nochmals durchgearbeitet, sondern es auch durch zweckmäßige Zusätze für die Neligionsschulen um Vieles brauchbarer gemacht. In zwei Kursen wird durch Vokabularien, grammatische Elemente und Auswahl der wichtigsten und angemessensten Gebetstücke für das Verständnis; der letzteren gesorgt und zu einem höheren Kursus vorbereitet; eine Zeittafel der biblischen und weiteren jüdische Geschichte bis zur Gegenwart, ein kurzer Abriß der Geographie von Palästina, Gedenkverse zum Religionsunterricht aus Bibel und Talmud, ein Abriß der Bibelkunde und Einiges über den jüdischen Kalender, bieten dem Lehrer und Schüler einen vollkommenen Lehrstoff und zwar dergestalt, daß das Zuviel und Zuwenig glücklich vermieden ist. Nur in einem Punkte stimmen wir mit dem verehrten Verfasser nicht überein, daß auch ein Abriß der jüdischen Liturgik hinzuzufügen gewesen wäre , ein Unterrichtsgegenstand, der gegenwärtig, da die religiöse Uebung dem Hause so sehr entschwunden, gar nicht zu entbehren ist, und auch von den Eltern und zwar mit Recht vorzugsweise verlangt wird. Wir haben deshalb einen solchen Abriß in unserem „Kl. Katechismus der Geschichte Israelis u. s. w." gegeben. Der Verf. glaubte, sein Buch zu sehr zu vergrößern, allein die Nothwendigkeit des Gegenstandes mußte dieses Bedenken aufheben. Wir halten uns überzeugt, daß kein Lehrer es bereuen wird, das besprochene Merkchen in seiner Schule eingeführt zu haben. — Auch von den „Erzählungen und Belehrungen aus den heiligen Schriften der Israeliten, dargestellt für die reifere israelitische Jugend von B. H. Flehi nger, Bezirks-Rabbiner in Merchingen, im Großherzogthum Baden" ist (Frankfurt a. M. Jäger (865) eine dritte Auflage erschienen. Das Buch liest sich sehr gut und verbindet mit einem dem Bibelworte sich auschmiegenden Style eine^leichte fließende Ausdrucksweise, die dem jugendlichen Leser die Urgeschichte seines Volkes und Glaubens nahe bringt. Die Auszüge aus den Propheten und Hagiographen bringen der Jugend auch die Ueberzeugung bei, daß in der erhabenen Poesie unsere heiligen Schriften die höchste Stufe in allen Literaturen einnehmen. — Grammatisch-kritisch-lexikalisches Hilfsbuch für Lehrende und Lernende des Pentateuchs von Hermann Freund. Nebst einer Einleitung von dem berühmten Gelehrten und Orientalisten S. L. Rap oport. Wien, Selbstverlag, 1866. Es ist dies ein Vokabularium zum Pentateuch, wie wir bereits mehrere besitzen, nicht alphabetarisch, sondern wie die Wörter nach den Versen, Kapiteln und Büchern sich vorfinden; jedes Wort wird nur einmal behandelt und ein hinzugefügtes alphabetarisches Register der Stammwörter zeigt an, wo die Erklärung zu finden ist. Das Werk unterscheidet sich von seinen Vorgängern dadurch, daß diese für den Anfängerbestimmt, während das vorliegende ein Hilfsbuch für den vorgeschrittenen und ernster studirenden Schüler sein soll. Der Verf. benutzt hierzu die alten jüdischen Kommentatoren und Gesenius. Darüber hinaus kennt er die lexikalischen, grammatischen und exegetischen Arbeiten nicht. Aus diesem Gesichtspunkte ist fein Werk nützlich , doch eben nur vorbereitend. Die hebräisch geschriebene Einleitung des greisen Rapoport läßt sich über viele schwierige Stellen der h. Schrift aus, und ist bei dem Scharfblick und der Gelehrsamkeit dieses verehrten Mannes nicht zu übersehen. Freilich regt Schroffheit des Ausdrucks, welche derselbe seit Jahren angenommen, umsomehr zu Einwendungen auf, die indeß hier zu weit führen würden. — Hebräisches Sprachbuch zum Gebrauche der israelitischen Schulen dem deutschen Sprachunterrichte methodisch angepaßt von H. Eisler. Prag 1806. Pascheles. Man sieht, daß die jüdische Schulliteratur nicht stillsteht, und daß, wie sie ihre Aufgaben Jahr für Jahr immer von Neuem zu lösen sucht, sie auch nach Zeitansichten fortschreitet, natürlich auch den Schwankungen und Irrungen der Zeit ausgesetzt. Das vorliegende Schriftchen geht von der richtigen Ansicht aus, daß in unserer Zeit auch der Unterricht im Hebräischen ein methodischer sein müsie, also auf einen Unterricht in der hebr. Grammatik sich zu stützen habe. Er müsse dies, weil die karge Zeit, die ihm vergönnt ist, auf andere Weise zu gar keinem Erfolge führt, und weil alle andere Disciplinen auch so gelehrt werden. Die schwierige Frage bleibt hierbei stets nur, wie weit der