Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1866)
- Date
- 1866-05-29
- Page
- Seite 350 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226527-3226550--23998-3251331- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
m das tiefe Bewußtsein der Verantwortlichkeit, welche ein ffo großes Vermögen mit sich führte Sein Wunsch und sein beständiges Streben war also,, denjenigen, dievon ihm abhingen , Gutes zu thun. Obgleich er von -einer andern -Religion war, erkannte er ihnen gegenüber die Rechte der Brüderlichkeit. Ein ausgezeichneter Herr und voll Güte für seine Untergebenen,! beschäftigte er sich mit allen Interessen seiner Arbeiter, indem er ihre Hütten verbesserte, für die Pflege der Kranken sorgte, .jdey Greisen Pensionen gab und zur Erziehung der Kinder antrieb. Einer der letzten Akte seines Lebens war, all seinen Beamten zu erlauben, än dem allgemeinen Bußtage THell an dem Gottesdienst zu nehmen, indem er sie ganz von der Arbeit dispensirte und ihnen doch den Tag bezahlte.' Die beiden Gemeinden Judely und Bassel, die sein Gut begrenzten, fanden in ihm einen Wohlthä-ter voy seltener Freigebigkeit, obgleich er wenig Terrain dort besaß. . Seine Großmuth erhielt dort einen Theil dex Schulen, an deren Verwaltung er Lebhaften, Antheil nHm, und auch er war es, welcher das jährliche Fest der Schüser bezahlte und der regelmäßig für die Kranken , und. die Bedürftigen sorgte. Aber seine. Mildthätigkeit beschränkte sich nicht auf diese. Lokalitäten. : Ohne von seinen Bemühungen für das öffentliche Wohl zu sprechen,, nenne ich als Beispiel den Plan,, der ihm während seines letzten Lehensjahres sehr am Herzen lag, Krankenwärter von höherer Ausbildung für die Stadt Punbripge und ihre Umgebung anzustellen, wozu er den größten Theil der Kosten tragen wollte. . EiyfaH,,uud.. bescheiden .im-WArh wohlwoMrd und Höflich "gegen Jedermann, war er von Allen , , die ihn - kannten, geachtet und von einer großen Anzahl geliebt. Der Verlust dieses guten Mannes, der inmitten seiner nützlichen Arbeiten so plötzlich aus dem Leben gerufen wurde, wird schwer empfunden werden, und man wird ihn lange als einen wahren Freund der Armen bedauern. , E. H. M. L., Pastor. Genehmigen Sie, mein Herr, rc. Judely Vicarage, 20. März 1866. . An Stelle des verstorbenen M. F. D. Goldsmid, Parlamentsmitgliedes für den Distrikt Honiton, haben hre, Wählex seinen Sohn, H. Julian Goldsmid, ernannt. Dieser Letztere ist alleiniger Candidat für; diese Würde geblieben, und kaum hat Herr Plottings um die Vakanz sich. beworben. H. Spencer Collin hat dop der -Bevsarmnlung das Wort geführt, mm ihr zu danken im Namen des Neuerwählten , der in Folge des Hinscheidens seines Vaters abwesend war und aus kindlicher Pietät und -religiösem Respect seine Wohnung nicht verlassen wollte. Die Erwählung ist ohne Mitbewerbung vor sich gegangen,-und diejenigen, welche daran Theil genommen, haben dem Sohne des Verstorbenen die Beweise der Sympathie geben wollen, welche sie -für die ganze Familie empfinden. ' Nordamerika. Bonn, im April. iPrivatmitth.) Dem stets von uns' verfochtenen Grundsätze gemäß, daß die Gleichberechtigung vor dem Gesetze allen Menschen, ohne irgend welche Ausnahme gehört, und daß, so lange noch irgend eine Ausnahme existirt, dieses in dev Thora zuerst aufgestellte Princip der menschlichen Gesellschaft nicht realisirt, nicht gesichert sei, sind wir dem großen Kampfe um die Befreiung der Negerrace vom Joche des Sklaventhums mit Aufmerksamkeit gefolgt, und folgen seinen Phasen mit Spannung. Denn was hieße es, der Mensch besitze ein ihm von Gott verliehenes, unveräußerliches Recht, wenn man große Menschenstämme oder ganze Racen davon ausnehmen will? Auf was könnte sich in der Forderung der Gleichberechtigung ein anderer Theil des Menschengeschlechts berufen, wenn jenem dieses Recht abgesprochen würde? Wo erst eine Ausnahme consiatirt ist, fehlt es auch bald an andern nicht. Die Sklaverei ist in der großen nordamerikanischen Union aufgehoben worden :- die Neger sind frei. ' Was sind sie aber nun? Die ehemaligen Sklavenhalter! wissen wohl, was sie wollen; sie, sagen: Die Neger seien freiaber rechtlos, d. h.-. vogelftei. So entsteht ein -zweiter Kampf um die bürgerliche Rechtsstellung der Neger; die aufrichtigen Freunde der menschlichen Freiheit verlangen die volle Gleichberechtigung der Neger; nur so können diese ihrer Freiheit froh werden, nur so die Südstaaten nicht : wieder zu einer politischen Obmacht über den Norden kommen. Dev Congreß votirt die völlige Gleichstellung, aber der Präsident Johnson-, ein geborener Südländer, und innerlich ein solcher, legt sein Veto ein,, und es kommt der Congreß nicht zu einer Zweidrittel-Majorrtät, welche nochwendig ist, um das Veto des Präsidenten ungültig zu machen. Man entschließt sich > daher zu einer Theilung. der Frage: man will