Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1866)
- Date
- 1866-05-29
- Page
- Seite 348 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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noch von einer Autorität auf . dem Gebietederüngarischen Sprache als"gelungen bezeichnet ward- / ' Von dem in Pädagogischen Keifen vortheilhäft bekannten aüch in diesen Blättern lobwürdig erwähnten Hauptschullehrer Moritz Ehrentheil -in Raab erscheint Linnen Kurzem: „Jüdische Charakterbilder. Eine Sammlung interessanter Biographien und Lebensskizzen der hervorragendsten Männer Israels aus der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart". Das 10 Bogen starke Werk wird die Lebensbeschreibung berühmter Israeliten enthalten und wünschen wir unserem Collegen schon dieserhalb die jedmöglichste Unterstützung, nachdem bei uns zu Lande nur zu selten ein gemeinnütziges Unternehmen diejenige Theilnahme findet, die es verdient. Wie wir vernehmen, sind Unterhandlungen im Zuge Herrn Dr. Zipser in Rechnitz für Kaschau als Oberrabbi zu gewinnen. Es wäre diese Acquisation von um so größerer Bedeutung, nachdem auch die Hauptstadt Öberungarns bereits von Chassidäern unterwühlt ist. Oberlehrer I. I. Rosenmeher. Ofen, April. (Privatmit.) Seitens der hohen königl. ungar. Statthalterei wurden die Gehalte der Lehrer (vorläufig auf die Dauer von 3 Jahren), welche an den Musterschulen Verwendung fanden, um 15«/o erhöhet. Die Polemik; die zwischen den Herausgebern des Magyar viläg und des Pesti Naplö geführt ward und wo der Redakteur der letztem Zeitschrift den Herausgeber des Magyar yiläg mit Trödeljude tractirt, hat in maßgebenden Kreisen nicht geringe Sensation gemacht. Herr Ludasi (Gans), der Herausgeber der „Debatte", fand es für angezeigt den edlen Baron darauf aufmerksam zu machen, daß sein Blatt 10 Jahre lang von einer jüdischen Feder (Falk) seine Würze erhielt. Italien. Aus Oberitalien, 7. Mai. (Privatmitth.) Auch die letzten zwei Monatshefte des Corriere Israelitico von Triest bringen Verzeichnisse von Liebesgaben, für die Familie des verewigten Luzzatto, und zwar aus Triest, Saluzzo, Hannover, Stnhlweißenbnrg, Ar ad-^Brüssel, Mulhouse, Dresden, von Herrn Philippe-(Rheinberg), Moritz Schlesinger. — Das Machest enthält die Sammlung von Padua, ttw nebst der bedeutenden von der Gemeinde gezeich- 348' rieten Summe, einzelne Mieder dieSümmd vbtt 3460 FW gWn?FerMpaüs Mmuchen l Acqui (Piemont), Gälätz^. Lhön/ Bres-läu/ TüniÄ, Mähren, Amsterdam, Consipoire von Bahonne, Marseille. Aus London durch Rab. Adler. Am 8. v. M. hielt der Prof. Giuseppe de Leva in der k. Academie von Padua eine ausgezeichnet schöne j Gedächtnißrede über Luzzatto's Leben und Wirken. Der Redner nennt sich einen seines Glaubens seligen katholischen Christen, und spricht über Äudenthum, Juden und Israels große Gelehrten mit rührender Begeisterung. Die Rede ist ans der Rivista periodica im Corriere dieses Monats abgedruckt.— Ein anderer schöner Zug des in Humanität höchst fortgeschrittenen italienischen Sinnes ist eine jüngst erschienene Aufforderung zu Geldsammlungen in Italien zur Verfertigung von Denk-Medaillonen für Luigi Carrer (berühmten Dichter, Christ) und Samuel Romanin (berühmten Historiographen Venedigs, Jude). Diese Medaillone sind für einen der Säle des Venetianischen Athenäum bestimmt. Im Comitate von 6 Mitgliedern sitzt ein Jude. Zur definitiven Besetzung der vacanten Professur am Collegium rabbinicum zu Padua ist seit dem 4. März ein Concurs ausgeschrieben. Der Termin läuft Ende Mai ab. Besondere Bedingungen sind die Eigenschaft eines österreichischen Unterthans, und nebst der erforderlichen wissenschaftlichen Befähigung gründliche Kenntniß der italienischen Sprache. Das Gehalt ist nicht geringer als 1250 G. ö. W. Durch ein seltsames Zusammentreffen enthalten Ihr schätzbares Blatt Nr. 18, und der Corriere Israelitico vom 1. l. M. zwei höchst bedeutende Artikel über unsere geheiligte mündliche Ueberlieserung. Während das. Werk des vr. A. Stein, Abhandlung über den ersten Unterricht in Talmud, Prag 1866, Ihrem geistreichen Berichte gemäß, sich über die theorettsche Seite dieses Gegenstandes*) zu verbreiten scheint, bespricht mein Freund, Rabbiner M. Mortara von Mantua,' das Thema in praktischer Hinsicht, und das mit Recht; da durch klare Beleuchtung des Wesens der mündlichen Ueberlieserung, und durch streng wissenschaftliche, über allen' Zweifel erhabene Feststellung der Thatsache für *) Dies ist nicht so; nur daß wir auf den methodologischen Theil der Abhandlung des Dr; A. Stein nicht eingingen, weil dies nicht zu unserem Zwecke gehört, Redaction.