Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1866)
- Date
- 1866-05-22
- Page
- Seite 327 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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konischen.^nlm/Mo>fi^MchMCHristMchumeiin.schr^ wenig Berührung kamen. . Anfänglich bestand das Christenthum lediglich innerhalb der ungelehrten Schichten, so daß die jüdischem Gelehrten. es gar. nicht beachteten. Als. es späterhin anders war, erschienen., ihnen die Beweise der christlichen Gelehrten so wenig stichhaltig, daß der Ausspruch im Schwünge war, jeder ihrer Beweise führe, den Gegenbeweis schon in sich selbst.*) Die Polemik gegen das Christenthum erlosch übrigens auch später unter, den Juden nie ganz/ nur daß sie . sich aus sehr erklärlichen Ursachen auf ihre-eigenen Kreise, namentlich auch durch die Abfassung der Schriften in hebräischer Sprache beschränkten. Diese Literatur ist dennoch groß genug, und wenn der Verf. davon Kenntniß haben will, stehen wir ihm zu Gebote. Die Juden konnten also wohl Anderes erzählen, und thaten es auch. Die Themata, die der Verf. mit seinen drei Fragen aufgeworfen, sind hiermit nicht erschöpft. Wir glauben aber doch, unsere Antwort seinem Nachdenken! und „allen nachdenkenden Christen" empfehlen zukönnen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hannover, 23. April. (Privatmitth.) Wie uns glaubwürdig versichert wird , beabsichtigt unsere Regiegierung, bei ihrer Budgetvorlage von den soeben hier zusammengetretenen Ständen zum Behufe der Förderung jüdischer. Cultusangelegenheiten und zur Unterstützung unbemittelter israelitischer Gemeinden des Landes die doppelte Summe der bisher zu gleichem Zwecke verwandten Staatsmittel, d. h. 5000 Rthlr. zu begehren. . In Betreff der in No. 16 dieser Blätter gemachten Mittheilungs, nach welcher - Herr Landrabbiner Dr. Meher gegen die ihm von Seiten des hiesigen Amtsgerichts, gemachte Zumuthung, einer , auf Requisition des mecklenburgischen Gerichts unter Förmlichkeiten, wie sie in. Mecklenburg üblich sind , hier stattzufindenden Eidesleistung zu assistiren und dabei die Vermahnung zu ertheilen, Berufung bei dem Obergerichte eingelegt hatte- - haben..wir nunmehr zu berichtendaß. vpn dem. letzteren in: Folge eines Majoritätsbeschlusses die Berufung verworfen. und. vr. Meher in die Kosten verürtheilt worden ist. Nach diesem Bescheide hat sich Herr vr..M. zwar,, um nicht als.renitent zu erscheinen, der Eidesvermahnung unterzogen, wird die Angelegenheit jedoch weiter bei der, Landdrostei, dem Ministerium und selbst bei . den' Ständen verfolgen, wozu er um so mehr berechtigt und verpflichtet ist, als bei mehreren Juristen das Urtheil des Obergerichts zu Bedenken Veranlassung gegeben und ein uns befreundeter Amtsrichter, dem wir die Sache mitgetheilt, uns ebenfalls sein Befremden über die gedachte Entscheidung zu erkennen gegeben und zugleich bemerkt hat, daß, wenn er auf Requisition eines auswärtigen Gerichtes, mit welchem, wie dies mit dem mecklenburgischen' der Fall ist, die hiesigen Gerichte einen Cartelvertrag haben, einen Eid abzunehmen habe^ er dies niemals anders, als unter d?n, den hiesigen Landesgesetzen entsprechenden Förmlichkeiten thue. Am 13. d. M. wurde hier der insbesondere durch seine Verdienste um die Entwickelung der Industrie in unserem Lande in weiten Kreisen wohl bekannte Banquier Adolph Meher beerdigt. Der Verstorbene errichtete in Gemeinschaft 'mit, Herrn Alexander Cohen die erste Maschinenweberei in unserem König? reiche, die sogenannte mechanische Weberei in Linden, die nach dem Anschlüsse Hannovers an den Zollverein' einen höchst erfolgreichen Aufschwung nahm. Ebenso rasch blühete die durch denselben an dem nämlichen Orte mitbegründete. Actienspinnerei auf, wie'sich nicht minder die Georg-Marien-Hütte bei Osnabrück, an deren Gründung er ebenfalls wesentlich beteiligt war, in befriedigender Lage befindet. Durch ihn wurde ferner die' niedersächsische Bank in Bückeburg und manche andere industrielle Unternehmung ins Leben gerufen, wobei ihm seine bedeutende technische Befähigung von großem Nutzen war und gereicht es ihm ganz besonders zum Lobe, daß er bei seinen industriellen'Anlagen sein. Augenmerk auch stets auf dre Lage der Arbeiter richtete, von .denen .ihm einzelne ihre ganze Existenz verdankten und für welche er manche treffliche, anderswo nachgeahmte Einrichtungen traf. Auf dem Gebiete der Politikthat er sich in früheren Jahren hervor und unterstützte noch biszuletzt die Bestrebungen der Liberalen., deren Banquier er, in. früheren Zeiten war. Mildjchätigkeitgegen Arme ohne *) Siehe Jer. Ber. IX, 1 f.