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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-05-08 · Heft 19 (8.5.1866) · p. Seite 298

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 19 (8.5.1866)
Date
1866-05-08
Page
Seite 298 (sequence 10)
Language
German
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vom Geiste der Weisheit, der Wärme für die angestammte Religion in der Friedensliebe geleitet werde V^'' ' :■ —:nr— ■ - ' Prag im April. iPrivatmitth.) Die Tumulte gegen' die Juden in Böhmen von Seiten des Tschechischen Pöbels sind verschollen, das Staüdrecht, das mit sich nicht spaßen läßt, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Die Schreier sind kleinlaut, die tschechischen Blätter in Bezug auf die Juden zahm, wie Lämmer. Alles wäscht jetzt seine Hände rn Unschuld; die Tumulte sollen durchaus nur socialen Charakters gewesen sein und gänzlich frei voll allen national-politischen Tendenzen — und doch ist es evident, daß die Juden lediglich für ihre deutsche Gesinnung und deutsche Bildung zu leiden hatten. Ja, die böhmischen Juden können auf ihr Märtyrerthum stolz sein! Keine Verlockung von Seiten der Tschechen ist im Stande, die Juden der deutschen Sache abfällig zu machen; die Juden wissen, daß in Oesterreich deutsch gesinnt und kaiserlich gesinnt identisch ist und die Juden sind vor Allem — loyal! Dieser Tage hat der hiesige Nächsten-Liebe- Verein sein 25 jährig. Jubiläum gefeiert; die Feier fand im Tempel statt und erfreute sich auch von Seite der höhern Schichten der christlichen Bevölkerung der regsten Theslnahme. Hiesige Blätter berichten darüber Folgendes: Gestern waren es 25 Jahre, seit dieser Verein durch den damaligen Prediger Dr. Sachs eingeweihtwurde; diesen Tag feierte nun der Verein unter zahlreicher Betheiligung im israel. Tempel durch einen Festgottesdienst. Unter den Teilnehmern an dieser Festseier befanden sich der' Hr. Bürgermeister Dr. Belsky, Hr. Bürgermeister - Stellvertreter Dittrich und Schulrath Maresch, Hr. Polizeirath Weimann, die Mitglieder der israel. Cultusrepräsentanz, die' israel. Landtagsdeputirten, die israel. Mitglieder des Stadtverordneten-Collegiums, dann viele christl. und israel. Honoratioren. Nach einem Choräle, dem 21. Psalm, und dem Abendgebete hielt Herr Prof. Kämpf eine *) Obige Mittheilung ist uns aus authentischer, zuverlässiger Quelle zugekommen, was wir bemerken, um die Aufmerksamkeit betreffender Persönlichkeiten ganz besonders diesem Artikel zuzuwenden. Die Bedeutung der zu besetzenden Stelle gerade in unsrer Zeit kritischer Entwickelung unter den Nationalitäten kann nicht überschätzt werden. Die Redaction.; MMzMe, die WMkWg V-S Verein« in' geistreiche! Weise hervorhebenW'MskW'e; berührte in dorsekben' die. j seit dem Bestehen bereits Heimgegangenen hervorragenj den Mitglieder, und unter diesen Se. fürstl. Gnaden den verstorbenen Erzbischof Freihr. v. Schrenk-Notzing; von den hervorragenden lebenden Förderern des Vereins erwähnte er Se. Majestät den Kaiser Ferdinand und Se. Eminenz den Cardinal Erzbischof Fürsten Schwarzenberg. Mit dem- Schlußgebete, das er bei offener Bundeslade für das fernere Gedeihen des Vereins gesprochen , vereinte er auch, als am Vorabende des allerh. Geburtsfestes, ein herzliches Gebet für den erhabensten Wohlthäter des Vereins Kaiser Ferdinand den Gütigen. Die gottesdienstliche Feier schloß mit der Absingung des 111. Psalms und dem Schlußgebet. Zur Erhöhung dieser Jubelfeier wurden von den Vereinsgliedern über 800 fl. gespendet, welche zum größten Theile schon heute unter verschämte Hausarme vertheilt werden. Seit dem Bestehen des Vereins würden von demselben an 10,930 Arme 46,152 fl. vertheilt und an 963 Darlehenswerber 47,933 fl. unverzinslich vorgestreckt. Dänemark. Kopenhagen im April. (Privatmitth.) Für Beobachter-des Zeitgeistes ist es eine bemerkenswerthe Erscheinung, wie in unsern Tagen die christlichen Theologen auf Kosten ihrer eignen heiligen Bücher sich überall mehr und mehr mit unsrer heiligen Schrift beschäftigen, diese tiefer durchdringen und somit sich selbst wie dem großen Publikum die Augen für das Viele, Schöne und Wahre, das darin enthalten, öffnen. So kann ich auch von hier aus eine Reihe derartiger im Dänischen herausgekommenen Schriften anzeigen. Es sind diese Salomons Hohelied von Adjunct Heyse versificirt; Jesaias vom früheren Cultusminister Monrad classisch und dasselbe Buch von dem berühmten Professor der orientalischen Sprachen Hermann wortgetreu übersetzt; so auch Hiob metrisch bearbeitet u. s. w. Ich kann deshalb z. B. dem Schriftchen „Haben die Juden wirklich Jesum gekreuzigt?" welches in's Dänische übertragen, in diesen Tagen hier erschienen, ein großes Auffehen und reiche Theilnahme von Seiten der großen Masse weissagen. —; Von einem dieser Woche erschienenen Berichte das

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