Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1866)
- Date
- 1866-05-08
- Page
- Seite 297 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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einen prächtigen silbernen Ehrenpokal mit sinnreicher Inschrift und herzlichem Begleitschreiben. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 23. April. Wie die Prager Zeitung meldet, wurde, was seit langer Zeit nicht mehr der Fall war, wieder ein Jude (Dr. I. Markbreiter) zur Richteramtsprüfung zugelassen. — Zu seinem Jubiläum erhielt Obercantor Sulz er einen Brillautring von Sr. Maj. dem Kaiser. Sulzer erschielr heute in Audienz beim Kaiser, nm seinen Dank auszusprechen. Der Kaiser entließ Sulzer mit den Worten: „Es freut mich sehr, daß Ihr schönes Wirken so allgemeine Anerkennung gefunden." — In Folge eines Artikels über dieExcesse in Böhmen wurde der Redacteur der „Sonntagszeitung", Herr A. Scharff zu 14 Tagen» Gefängniß wegen Beleidigung der Negierung verurtheilt/ (Wir Heilen die interessanten Verhandlungen in Nr. 19. des jüdischen Volksbl. mit.)' Wien, 24. April. lPr.) Die israelitische Deputation aus Galizien, bestehend aus den Herren: Kreisrabbiner Rapaport aus Tarnow, Prediger Dr. Löwenstein, Dr. Blumenfeld sen., Hönigsmann, Mises, Nosek aus Lemberg, Dr. Schornstein, Kallier aus Brody, Pineles aus Jaroslau, Dr. Blumenfeld jun. aus Tarnopol, Dr. Reiner aus Rzeszow, Dr. Bardach aus " Stanislau, und Ranunkel aus Sambor, wurde heute Vormittags vom Grafen Belcredi empfangen. Der Staatsminister soll sich dahin geäußert haben, daß die Regierung den Interessen derisraelitischen Bevölkerung ' Galiziens Rechnung zu tragen wissen und keine Ungerechtigkeit zum Gesetze erheben lassen wird. tDie hauptsächlichen Gravamina, welche in den Petitionen ausgesprochen sind, werden wir in einer Corr. noch einmal geben. Redaction.) Pest, 23. April. (Privätmitth.) Kaum wölbt sich der Rasen über dem frischen Grabe, das die leiblichen Reste unseres letzten Predigers, des sel. Joseph Bach, nach einer 40 jährigen Thätigkeit umschließt, als die Frage der Ausfüllung dieser Lücke wieder gebieterisch an die Gemeinde herantrat. Diesmal gilt es aber der neuen Generation eine zeitgemäße Ausgleichung der religiösen und nationalen Bedürfnisse zu bieten. Die vor sechs Jahren von verschiedenen Gemeindevorständen behandelte Frage der Erwählung eines ungarisch sprechenden Predigers ist von der am 21. Jäner 1866 abgehaltenen Gemeinde - Repräsentanten - Versammlung ihrer Lösung um ein Bedeutendes näher gerückt worden. Diese Versammlung dotirte diesen Posten im Voranschlag mit 1500 fl. ö. W. und beauftragte den Gemeindevorstand mit der weitern Vollführung. Das zu diesem Behufe ernannte große Comitv entsandte aus seiner Mitte ein Subcomits, bestehend aus den Herren Samuel Deutsch, Cultusvorsteher; Dr. Baruch Beck; Dr. Ignatz Hirschler; Dr. Moritz Mezei und Dr. Heinrich Polläk. Das Comits einigte sich darin, daß es der Würde des Amtes in der Gemeinde nicht angemessen sei, auf dem Wege des Zeitungsconcurses diese Stelle zu besetzen. Man wählte den Weg der Berufung, trug aber zugleich Sorge, daß in den Organen der jüd. Presse dieser Gegenstand der gelehrten Welt der Fachmänner zur Beachtung wiederholt vorgeführt werde. Von mehren Mitgliedern des erwähnten Comitss beauftragt will ich — mit Erlaubniß einer verehrt. Redaction — in die Reihe Ihrer Herren Correspondenten treten, da ich, wie Ihnen, Herr Redacteur, bekannt, in der Lage bin, nur Verläßliches mitzutheilen. Es läßt sich erwarten, daß Männer, ausgerüstet mit theologischem, homiletischem und classischem Wissen, der deutschen und ungarischen Rede mächtig, es vorziehen werden, sich vertraulich an einen der obigen Herren oder an Herrn Jacob Länyi, Gemeindepräses zu wenden, als sich den üblichen Concursmodalitäten zu unterziehen. Bei der über alle Welttheile reichenden Verbreitung Ihres geschätzten Blattes dürfte eine solche Mittheilung ganz geeignet sein, bis in die weitesten jüdischen Kreise zu dringen. Ueber den Umfang -und die Beschaffenheit der mit diesem Amte verbundenen Obliegenheiten wird das Comitö gern bereit sein, alle gewünschte Aufschlüsse zu geben. -Pest zählt, zu den größten Gemeinden der Welt, die Zahl der israelit. Bewohner dieser Stadt wird auf 35—-40,000 , Seelen veranschlagt. Vieles und Großes wäre noch hier zu schaffen; die Gemeinde ist bildsam, friedliebend und opferfähig, bildet den beseelenden Mittelpunkt des Landes. Heil der Gemeinde, so es chr gelingt, den rechten Mann zu finden! Heil dem Manne , der die ihm werdende große Aufgabe zu erfassen und zu verwirklichen versteht! Gebe der Himmel, daß das Comits 19