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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-05-08 · Heft 19 (8.5.1866) · p. Seite 293

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 19 (8.5.1866)
Date
1866-05-08
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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- Schließt Man nun — und hierzu ist'man vollkommen berechtigt — vom diesen Texten auf die, nach ihnen angeferügten, Uebersetzungen, so wird Man wissen, was man von letzteren zu halten, welchen Werth und welche Bedeutung man ihnen beizulegen habe. — Wir aber haben dies Alles voranschicken zu müssen geglaubt, auf daß die' großen Verdienste, die Herr Rabbiner Deutsch durch seine Ausgabe'sich erworben, dem gegenüber erst, so zu sagen, in das rechte Licht gestellt wurden. Denn gehört, wie bekannt, Herr R. Deutsch überhaupt zu denjenigen Literaten, die bei Allem, was sie schaffen, mit der ängstlichsten Genauigkeit zu Werke gehen, und die da Nichts in die Welt schicken, ohne es vorher vielfältig der Feuerprobe der Selbstkritik unterworfen zu haben, so hat er ganz besonders hier mit beispielloser Sorgsamkeit gearbeitet, so hat er ganz be-, sonders hier mehrere Jahre hindurch weder Fleiß noch Mühe und Anstrengung gespart, um von dem in Rede stehenden, nun schon über 27« Jahre alten Werke etwas Besseres, als bis jetzt da gewesen, in die Hände'des lesenden Publikums zu bringen. Mit treuer Benutzung der Wölfischen Collation sLibl. Hebr.), so wie anderer guter Hilfsmittel — zu denen namentlich auch seine eigene scharfsichtige kritische Vergleichungsgabe gehört — hat Herr Deutsch vor Allem sich bemüht, den hebr. Text so sehr wie möglich zu berichtigen, und nach diesem bestens corrigirten Texte hat er dann eine deutsche Uebersetzung angefertigt, welche eine ebenso lehrreiche und nützliche wie angenehme Lectüre bietet. Außerdem gab er am Fuße des Textes viele, denselben erläuternde, hebräische Noten — und endlich am Schluffe des Ganzen einen 43 Seiten langen Anhang deutsch abgefaßter Anmerkungen. R. Jizchak hat gegen die Jrrthümer der christlichen Lehre, mehr aber noch gegen den christlichen Juden-Bekehrungs-Eifer seiner Zeit und aller Zeiten geschrieben. Mit Waffen, die nie versagen, mit einer Schärfe und Klarheit, die überzeugen muß, tritt er denen entgegen, welche der Worte Moscheh's und der Propheten sich bedienen, um — indem sie dieselben in ih r em Sinne interpretiren — das Judenthum herabzudrücken unh dessen Bekenner zü sich herüberzuziehen, i. e. Proselyten zu machen suchen. Er greift sie muthig an und schlägt sie. Denn er zeigt ihnen, wie gewaltig sie sich irren, in welchem Grade sie sich lächerlich machen, und wie das Recht und 'die Wahrheit „auf unserer Seite." — Ist dies nun der Inhalt des ersten Theils des Werkes, der, in 50 Capitel zerfallend, eben so vielen Fragen resp. Einwürfen von christlicher Seite begegnet, — so beschäftigt sich der,' aus 10« Capiteln bestehende, zweite Theil damit, die Behauptungen rc. unserer Gegner aus den Worten ihrer eigenen Evangelienschreiber zu widerlegen. — Das ganze Werk aber ist wohl geeignet, nicht blos, äußeren Angreifern gegenüber, eine schützende Veste zu bieten, sondern auch im Innern des Judenthums, wo Jndisferentismus, Unglauben rc. oft als noch viel schlimmere Feinde auftreten, gegen diese das Kleinod des ^Glaubens zu vertheidigen und in seinem alten Glanze zu erhalten. — Wie wichtig nun, ja nothwendig, ein solches Werk nach beiden Richtungen hin gerade in unseren Zeiten ge-. worden, hat Herr R. Deutsch wohl eingesehen, — zugleich aber auch erkannt, wie blutwenig, bei der jetzigen geringen Kenntniß des Hebräischen, mit einer erneuerten Ausgabe des Textes allein ausgerichtet sein würde. — Aus diesem Grunde hat er denn, nach sorgfältigster Berichtigung des Textes 4), für selbigen eine gute deutsche Uebersetzung geschaffen, um so das Werk, wie es dies wohl verdient, allen Kreisen zugänglich zu machen. 5) Herr Deutsch hat durch die von ihm veranstaltete neue Ausgabe des Chisuk Emunah den größten Dank sich erworben, und kann nur gewünscht werden, daß das Buch die stärkste Verbreitung finden möge. Der Herausgeber ist Selbstverleger. Der Vertrieb durch den Buchhandel dürste indessen der Verbreitung des Werkes weit förderlicher sein. Louis Weyl. Anmerkungen. 1) Es fehlte indessen nur noch wenig, nämlich die Fixirung des Index von Th. II. C. 9 bis zum Ende. 2) Rabbi I. b. A. starb 1594 im Alter von 60 Jahren (Wolf, B.H. III.). 3) Er hat zusammengestellt alle die Schwierigkeiten, welche die Ungläubigen allgemein bekannt gemacht haben seit.Kurz, die verschiedensten Ungläubigen habtzn fast Nichts angeführt, was in dieser Glaubensveste des Rabbi Jsaac sich nicht bereits fände. 4) Wobei ihm besonders eine Handschrift, viel correcter, als die meisten ihrer Schwestern, gute Dienste leistete. 5) Zu eben diesem Zwecke eine neue Ausgabe des a"n mit einer deutschen Uebersetzung zu veranstalten, war der rühmlichst bekannte Literat, Herr Salomon Pleßner, vor mehr denn 5« Jahren schon von Seiten des sel. Rabbi Akiba'Eger aufgefordert worden, tVgl Deutsch's Wevk S. IV und S. 393.) ~

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