Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1866)
- Date
- 1866-05-01
- Page
- Seite 283 (sequence 11)
- Language
- German
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2B En nW geringe MfrdgMg Md Unruhe versetzt, da sie die Rohheit des hiesigen Pöbels schon öfters fürchten gelernt hat. Sie erwartet von den Behörden genügende Vorkehrungen zu ihrem Schutze und zu ihrer Sicherheit, damit es ihnen nicht wie ihren Glaubens- Lrüdern in Böhmen ergehe. Bon den Thätern, die ihr Bubenstückchen in der Nacht ausgeführt, ist bis jetzt keine Spur vorhanden. London, 11. April. Das sonst am Ostermontage 'stattfindende Banket im Mansion-House hat diesmal wegen der jüdischen Osterfeiertage auf gestern verschoben werden müssen. Der diesjährige LordMayor ist bekanntlich ein Jude. — Einer der Begleiter Sir Moses Motttefiore's, der Quäker Hodgkin, einer der menschenfreundlichsten Männer, der den Sit auch nach Marokko begleitet hatte, ist am 30. März an einer Dysenterie verstorben. — Bukarest, 4. April. Die „Kreuzz." läßt sich schreiben : Hier hat man heute auf dem großen Markte Unterschriften zu einer Petitton an die Regierung gesammelt, in welcher das Verlangen gestellt wird, die von den Juden Hierselbst neuerbaute Synagoge —- für die Landeskirche in Beschlag zu nehmen; dabei ist man soweit gegangen, laut zu erklären, daß, falls die Regierung hierauf nicht einginge, die Synagoge der Erde gleichgemacht werden würde." I Correspondenz. \ Ueber die aramäische Sprache und Literatur. \- Vön S. M u n k.! (Schluß.)! Was die babylonische Litteratur anbettifft, so kennen wir aus derselben nur ein Werk über den Ackerbau, in's Arabische übersetzt: aber selbst seine Authenticität ist mehr \ als zweifelhaft. Im Anfänge des 10. Jahrhunderts der schriftlichen Zeitrechnung (im Jahre 201 der Hedschira) mab Abu Bekr Achmed Ben Ali Jbn Wachschiyya, der Sprößling -einer nabatäischen oder chaldäischen Familie ms Harau in Mesopotamien, welcher den Islam angewmmen hatte, ein weitläufiges Werk heraus unter dem Atel: „Der nabatäische Feldbau", das seiner Behauptung nach aus dem Chaldäischen oder Babylonischen übersetz wäre, und als dessen Verfasser er einen alten chaldäichen Weisen, KothäMi, nannte. Dieser citirt viele ältee Schriftsteller, an deren Spitze wir Dewanai, 6atzrllh und Aanbufchad heMer'keN, welcher letztere der Lehrer des Adami oder Adam gewesen sei. Das betreffende Werk enthält Meben vielen rationellen landwirthschaftlichen Lehren, eine Menge absurder Fabeln und vorgeblich historischer-Berichte über die Kanaaniter, Chaldäer Und Assyrer. Dieses ^Werk, welches den europäischen Gelehrten zuerst nur ans den Eitaten bekannt war, welche Marmonides in seinem „Führer der Irrenden". (HI, 29) daraus giebt, ist in der letzten Zeit der Gegenstand einer ernstern UntersüchüNg geworden. Mein berühmter Vorgänger, Herr Etienne Quatrenttre, der nur ein Manuscript der kaiserlichen Bibliothek zur Verfügung hatte, welches den zweiten und dritten Theil des Werkes enthielt, versetzt Kothämi in die Zeit Nebukadnezar's, um den Anfang des sechsten Jahrhunderts vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. Ein Professor an der Universität von St. Petersburg, Herr Chwolsohn, der nach den Handschriften mehrerer . europäischer Bibliotheken fast das ganze, in neun Abschnitte getheilte Werk zusammengestellt hat, Ist zu einem noch viel erstaunlichem Resultat gekommen: Nach ihm ging die Abfassung des „Nabatäischen Ackerbaues" durch Kothnmi mindestens bis in das 14. Jahrhundert vor Christus zurück. Es ist Schriftstellern, die mehr daran gewöhnt sind, die historische Kritik zu üben , als Herr Chwolsohn, ein Leichtes gewesen, nachzuweisen, wie ungerechtfertigt seine Behauptung sei. Schon Spencer hätte in seinÄN Werke ve legibus Hebraeorum ritualibtis die Meinung ausgesprochen, daß dieses Werk und die säbaischen Schriften im Allgemeinen zu der pseudvepigraphischen Litteratur gehörten, die eine so große Entwickelung in den ersten Jahrhunderten der christlichen Äera nachm. Ich will Nur an die Hermes-Bücher, das Buch Adarn's, das Seth's u. s. w. erinnern. Aber wenn ein Buch dieses Umfanges in den ersten Jahrhunderten der chrisM chen Zeitrechnung zu Babylon ejiftftt hätte, sd würden die Kirchenväter sicher nicht 'verfehlt haben, davon zu reden, besonders die syrischen Väter, die in einer, dem babylonischen und chaldäischen Dialekt fast identischen Sprache schrieben. Wie dew nun auch sei: wenn das Werk wirklich authentisch wäre, so besäßen wir doch nür seine arabische Übersetzung, die uns keine Aufklärung über die ehemals in Babylon geredete Sprache liefert. Wir kennen diese Sprache einzig aus den Schriften der Juden, in welck^— sie ohne Zweifel sich nicht ganz rein erhalten hat.^heiradern durch Hebraismen beschädigt ist. o Schäch- Außer mehreren ganz chaldäischen oder vielN' ^bnkun. 18*