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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-05-01 · Heft 18 (1.5.1866) · p. Seite 282

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 18 (1.5.1866)
Date
1866-05-01
Page
Seite 282 (sequence 10)
Language
German
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Ditz HKM.HMtzY. L-W etzsvsj-sw-OchM SLIrfö» traten von ihrer bisherigen Stellung, Ersterer als WortMrender im Verstände, Letzterer als Borstands- Mitglied'und Gemeinderendänt, zurück, und wollte die Gemeinde diesen Zeitpunkt - nicht vorübergehen lassen, ohne den genannten verdienstvollen Männern einen Ausdruck der Verehrung und der Erkenntlichkeit zu bezeugen. Insbesondere galt es Hrn. Meyerson, der nunmehr sein 76. Lebensjahr zurückgelegt und während der letzten 3,0 Jahre nacheinander die Gemeindeämter als Schuldirektor, Vorsteher und Wortführer bekleidete. Die ganze Gemeinde wurde zur Feier geladen und der geräumige Sessionssaal der Gemeinde konnte kaum die Eingefundenen fassen. Herr vr. Letz ertin, zeitiger Wortführer des Vorstandes, eröfsnete die Feier mit dem Ansuchen an Referenten im Namen der Gemeinde für die so reichlich entfaltete Wirksamkeit genannter Herren zu danken. Nach Entledigung dieses Auftrages nahm Hr. Dr. L. Abschied von den beiden Herren, zuerst im Ramen der Collegen, alsdann im Namen der Gemeinde, hierauf theilte er mit, daß unter den Gemeindemitgliedern eine Geldsammlung veranstaltet wurde, um das Bild des Herrn Meyerson für den Sessionssaal malen zu lassen*) und den Ueberschuß dem „Meyerson'schen Pensionsfonds für die Beamten^ zu überweisen. Zuletzt las er folgenden Brief des Oberstadthalters vor, der in Uebersetzung lautet: „Dem zeitigen Wortführer des Vorstandes der israelitischen Gemeinde in Stockholm, Ritter des königlichen Wasaordens, Herrn Großhändler Lesser Meyerson! ' , Sr. Maj, der König' haben vorgestern in Gnade geruht Herrn Großhändler zum, Ritter Seines Wasaordens zu ernennen, und habe ich den gnädigen- Befehl erhalten, diese Decoration mit dem Bemerken zu übergeben, daß Se. Maj. Herrn Großhändler, gnädig gestatteten dieselbe zu tragen, ohne erst den üblichen Ritterschlag abzuwarten. Indem ich mit Vergnügen dieses für mich angenehmen Befehls mich entledige, benutze ich die Gelegen- *) Auf der westlichen Frontseite des Saales befindet sich das Bild Gustav III., unter welchem die Juden in Schweden einwandetten. Auf der Nordseite hängen die Bilder aller bis jetzt gewesenen ersten Vorsteher, auf der südlichen die Bilder sämmtlicher hiergewesenen Rabbiner. Sämmtliche Bilder sind in Oeb gemalt - und in kostbare Rahmen. eingefaßte heit meinen aufrichtigen Glückwunsch auszusprechen zu dem Beweiseder königlichen gerechttn Anerkennung der ehrenden und nützlichen Wirksamkeit des Herrn Großhändlers, als Mitglied der 'Müschen Gemeinde und insbesondere als Vorsteher in der mosaischen Versammlung. Unter Ausdruck der vollkommensten Hochachtung. Stockholm den 1. April 1866. Gille Bildt." .Hr. Meyerson dankte für sich und Herrn Samson in wenigen, aber tiefempfundenen und ergreifenden Worten, und versprach dem' geäußerten Wunsche des Referenten nachzukommen und noch ferner mit Rach, und Thad dem Gemeindewohle dienen zu wollen. — Nachmittags besuchte Res. mit den andern Gemeindebeanrten Hrn. M., und dieser edle Mann äußerte bei dieser Gelegenheit den Willen, auf eigene Kosten das Bild anfertigen zu lassen,, und den ganzen nicht unansehnlichen Bettag der Geldsammlung gedachtem Fonds zu überweisen. Ehre dem Ehrenmanne! — Diebeiden neueingettetenen Vorsteher sind, Hr. A. Schuch Schwager, und Cönsul Davidson, Schwiegersohn des! Hrn. M.**) Schließlich sei bemerkt, daß die gesammte hiesige Presse über gedachte Feier referirte. Lewysohn. N a eh t t a g. Proßnitz (Mähren), 12. April (Pr.) „In der heutigen Nacht wurde auf die Judenstadt, die hier eine selbständige Gemeinde bildet,, ein Attentat ausgeübt; mehrere Fensterscheiben von Privatwohnungen wurden eingeschlagen > ein Gleiches war wahrscheinlich auf diejenigen der Wohnung des Rabbiners im Gemeindehause beabsichtigt, doch traf der Thäter nicht die Fensterscheiben, sondern eine unter diesem befindliche Straßenlaterne, deren Scheiben gänzlich zertrümmert find. Selbst das jüdische Spital blieb nicht verschont; ein vor demselben stehender klafterhoher Pfahl mit einer Aüfschriststafel wurde herausgerissen und entwendet. Die jüdische Bevölkerung, ist selbstverständlich deswegen **) Zu den 100 Stadtältesten (Stadttäthe) gehören Hr. M. und seine Schwiegersöhne, A. H i rs ch und Henrik . D a v id s o n , der' Letztere ist dänischer Consul, Bänki direktor: und - Ritter' des? Wasa-, des Olafs-- und' h?s' l Danebrogordens.-

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