Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 17 (24.4.1866)
- Date
- 1866-04-24
- Page
- Seite 260 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Revue numismalique. Autor verweist nun aus Benjamin vonTudela, der ebenfalls von Juden spricht, die in den russischen Ländern wohnen, Aruch u. Raschi, später Kara, 'zitiren flavische Wörter, die schon von Zunz und Geiger bemerkt worden und zu welchen Hr. Harkavy neugefundene (zusammen 60) hinzufügt und die alten wie die neuen besser zu erklären sucht; S. 18 spricht er von Frauennamen in russischer Mundart, «b^a (biela weiß, welches, wie Herr Harkavy selbst bemerkt, auch bella sein kann), dem entgegengesetzt Tscherna (schwarz), Zlata (Golde >, Slava (Süßel) u. a. m. In chronologischer Ordnung Mt Hr. Harkavy von S. 23—42 die slavischen Wörter und Phrasen, die in hebräischen Schriften Vorkommen, zusammen, eine bessere Uebersicht dieser interessanten Stellen hätte man sich nicht wünschen 'können. 960 kommt in dem Chazarenbriefe an Chasdai das Wort neiner vor, welches Herr Harkavy, nicht wie Casiel, aus dem byzantinischen Dialekte, sondern aus dem Slavischen ableitet; nemez heißt der „Deutsche" und wenn ich nicht irre, auch „stumm", welches eine treffliche Uebersetzung von Alemannen üb» wäre. S. 24 und 25 flavische Wörter aus Raschi, welcher die slavische Sprache mit p'22 yttöbbezeichnet; vielleicht eine Anspielung auf Gen. IX, 25, wo es heißt: Verflucht sei Canaan, er soll Sklave seinen Brüdern sein. In Frankreich kannte man die Slaven seit der Unterjochung durch Carl den Großen unter dem Namen Esclavonia, gleichbedeutend mit dem Lande der Sklaven. S. 26 — 29 aus dem Commentar des Joseph Kara (XII. Jh.);l ich erlaube mir, Hrn. Harkavy aufmerksam zu machen, daß in der Stelle »Di« pvm (S. 28) das Wort p2i» zu lesen sein wird, denn das Wort bedeutet „enge" und ist die richtige Uebersetzung von n5i «Jesaias XLIX, 20). Das Pariser Msc., wie Hr. Goldberg die Gefälligkeit hat, mir zu berichten, hat die slavischen Stellen nicht, welches also beweist, daß diese nicht von Kara herrühren. S. 29—35 flavische Wörter aus dem Oi* Zerua (XIII Jahrh.). Eine andere Stelle, die ausdrücklich ein russisches Wort angiebt (denn die bis hieher gegebenen sind als flavisch genannt), ist die aus dem grammatischen Buche "122 von R. Moses Nesjiah aus England (XIII. Jh.); ich gebe sie hier im Originale, weil sie nur handschriftlich vorhanden und Herr Harkavy sie nur in der Uebersetzung gegeben "o 2*52 -Da ^b na» ’o^b '■'p »in 2nn->2. Hierauf folgen Ci- - täte aus Schriftstellern vom XIII.—XVII. Jh. — Auch aus diesen lehrreichen und trefflichen Zusammenstellungen läßt sich nicht folgern, daß die Juden der nordischen Länder ursprünglich nur flavisch gesprochen hätten, denn wie häufig sind nicht.die griechischen Wörter in den Talmuden und Midraschim und doch war die griechische Sprache nicht die der Juden in Palästina. .Herr Harkavy giebt 3 Beilagen zu seiner Broschüre. No. 1 handelt über die griechischen Inschriften in der Krimm (Jahrbuch für Gesch. u. Lit. II. Band, zu denen er aber noch eine fünfte hinzufügt); nicht ohne Scharfsinn sucht er „die Weihung einer Frau für den Tempel" in einer dieser Inschriften vorkommend mit den 2-W2 m&aisn (Exod. XXXVIII, 8) zm erklären. Er macht zugleich auflnerksam (S. .48), daß die slavonische Bibel das Wort mit fasten übersetzt, wie wenn maxn stünde, während bie Septuaginta das Wort.mit stehen, sich halten giebt, als wenn der Text trüge. Beilage II will Autor das Wort %t,a'Cuxia (de ceiv aulae Byzantinae t. I. ed. Bonn p. 22), welches ein Prachtgewand der Chazarenfürsten war, von rritis oder pis ableiten; auch (S. 6) verweist Hr. Harkavy auf Kasembeg, um zu zeigen, daß die chazarische Sprache eine gemengte war und daß schon hebräische Wörter da Vorkommen. Wir haben so wenig Documente über diesen Volksstamm; und müssen wir diese Erklärungen auf sich beruhen lassen; Autor bemerkt aber, daß die Benennung des obenerwähnten Kleides auch türkisch sein kann, was für mich auch einleuchtender ist. — Beilage III spricht über die polnisch-jüdischen Münzen und Hr. Harkavy hat wohl gethan, ein faesiinile beizulegen. — So gering an Umfang auch besprochene Broschüre ist, enthält sie diel lehrreiches und wünschen wir nur, oft mit solchen Monographien beschenkt zu werden; doch eines muß ich den Autoren in russischer Sprache sagen, daß wir kein russisch lesen und sie uns immer die Quintes-, senz ihrer Arbeit in einem hebräischen oder deutschen Blatte mittheilen mögen. Ad. Neubauer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Siiddeutschland, im Aprit. (Privatmitth.) Ich habe einen alten, bewährten Freund, der mit scharfer Beobachtungsgabe die Fähigkeit des präch'en Aus-