Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1866)
- Date
- 1866-04-10
- Page
- Seite 229 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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26 Thlr: 20 Sgr.; Frau Wittwe Fulda Herz iu Coblenz 12 Thlr. 15 Sgr. — Gesammtsumme 64 Thlr. 7. Sgr. 6 Pf. Die Redaction. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Franken, Ende März. (Privatmitch.) Die Zeiten eines diplomatischen Verkehrs zwischen Zell und München scheinen wieder aus ihrem Grabe erstanden zu sein. Ein Deputirter unserer Würzburger Dunkelmänner weilte vor Kurzem in München und wurde mehrmals von dem gegenwärtigen Vertreter und Verweser des Cultusministeriums freundlichst empfangen, während dort gleichzeitig die Jesuiten ihre Missions- Predigten hielten. Da behaupte noch Einer, diese Ritter. des OLscurantismus erkennen und erfassen den Geist der Zeit nicht; wissen sie doch jeden flüchtigen, für sie günstigen Moment zu benutzen und für ihre Interessen auszubeuten nach dem bekannten Sprichwort: „Man. muß das Eisen schmieden, so lange es heiß ist", oder nach dem alten: *nn &mn bsa Sonach stände es mit dem vielbesprochenen Sab- Lath-Draht — wir glauben mit dieser Combination nicht zu weit zu gehen — recht befriedigend, vorausgesetzt, daß die Gunst des Vaters sich auch auf den Sohn fortpflanzt und letzterer die unbedingte Nochwendigkeit und heilsame Wirksamkeit dieses Thor-Repräsentanten, hinweisend auf die desbezüglichen 100 Folioseiten einnehmenden Talmudverhandlungen, auf das Klarste und Eindringlichste dargethan hat. Der Würzburger Magistrat wird bald eines besseren belehrt werden und das bedrahtete Würzburg davon Zeugniß aLlegen, daß die seichte Aufklärerei, die dem „Zeitgemäßen" auch auf religiösem Gebiete irgend welche Berechtigung einräumt, in unserem Bayern noch lange nicht Wurzel gefaxt, noch fassen darf. Wie es indessen mit anderen, weder mit Draht noch mit Thoren versehenen Städten und Ortschaften, worin Juden wohnen, für die Folge gehalten werden solle, ob man dieselben zu solcher Vorrichtung anhalten, oder die be-, treffenden Gemeinden in ihrem indifferenten oder ketzerischen Wesen belassen wird, läßt sich vorerst noch nicht ermessen. Verdienstlicher und consequenter wäre es immerhin, wenn eine derartige allgemeine Verordnung für ganz Bayern veranlaßt würde; vielleicht ließe sich gleichmäßig wie für den a-i*, so auch für ben mrin sorgen. Die Errichtung etwaiger, den Umkreis von 2000 Ellen abgrenzender oinr-i-Steine, womöglichrecht groß und mit Inschrift versehen, um den Promenirenden anzuzeigen, wie weit sie am Sabbath zu gehen und wenn sie umzukehren haben, wäre gleichzeitig leicht ausführbar. Wir wollen jedoch unsere etwas hochsteigenden Illusionen einigermaßen zu dämpfen suchen, könnten sie doch gar bald durch die Ernennung eines liberalen Cultusministers in Nichts zerrinnen. — Preußen. Frankfurt a. d. Oder, 23. März. (Privatmitch.) Hier feierte am 17. dieses der hiesige Cantor Herr Mayer Löwenhayn sein siebzigstes Geburtsfest und zugleich sein zwei und vierzigjähriges Cantorat an der hies. Gemeinde. Rabbiner, Vorstand und Repräsentanten, Gesangvereine und Auswärtige brachten dem würdigen Greise ihre dankbare Anerkennung in Geschenken, Wort und Lied dar. — Wer wollte es glauben? Der christlichen Vorsteherin eines „Kindergartens" allhier wurde es von gewissen Häusern sehr verübelt, daß sie in ihrer Anstalt auch „Judenkinder" ausgenommen habe. Wenn die arme Kindergärtnerin hierunter leiden muß, so ist sie sicherlich zu bedauern. Weit mehr zu bedauern und zu bemitleiden sind aber jedenfalls alle diejenigen vornehmen Herrschaften, die sich heutzutage von solchen echt mittelalterlichen Vorurtheilen noch immer nicht emancipiren können.— Strzelno, 22. März. (Privatmitch.) Auch hier, wurde im April 1864 ein Vorschußverein gegründet, und wir halten es für unsere Pflicht, einige Worte über sein segensreiches Wirken zu sagen, um diesen Zweig der Wohlchätigkeit, der der Nachahmung so würdig ist, zu fördern, da den Bedürftigen ein Mittel in die Hand gegeben ist, durch unverzinsliche Darlehen bis zu 30 Thalern, in unbedeutenden Wochenraten' rückzahlbar, sich empor zu heben. Der durchschnittliche Umsatz bei einem festen Grundcapital von ca. 500 Thlrn. reicht an 1900 Thlr. jährlich. Die beschwerliche Mühewaltung bei der Rendatur desselben ist in