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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-04-03 · Heft 14 (3.4.1866) · p. Seite 216

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 14 (3.4.1866)
Date
1866-04-03
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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•v 216 'Hundstagen bittgesuchlich einzuschreiten. Möge dieses Beispiel Nachahmung finden. Oberlehrer I. I. Rosen me her. Aus Ungarn, 12. März. (Privatmitth.) Die Aussichten über die politische Stellung der Juden in Ungarn gestalten sich immer erfreulicher — und sobald die wichtigen staatsrechtlichen Fragen über „die gemeinsamen Angelegenheiten" endgiltig gelöst sein werden, so wird der Landtag ernst daran gehen, alle gerechten Wünsche aller Bewohner des Landes zu befriedigen. Nicht so Erfreuliches läßt sich von deninneren Verhältnissen der Juden berichten, da die Gemeinden zu sehr von den Parteikämpfen zerklüftet werden. Dennoch werden in keinem Lande so viel neue Synagogen gebaut, oder deren Bau in Angriff genommen, wie hier. Leider geben gerade die Synagogen, diese Stätten des Friedens, zu bittern, endlosen Streitigkeiten sehr häufig Anlaß. Weßprim, Losoncz haben sich in jüngster Zeit eine traurige Berühmtheit in dieser Hinsicht erworben. Doch wir wenden uns lieber von dieser traurigen Erscheinung ab, um mit einem schönen Charakterzug des Kaisers zu schließen, welcher der kleinen Gemeinde zu M on or zum Bau der Synagoge, sowie den katholischen und griechischen Kirchen in Ungarn, 200 fl. gespendet hat. Se. Majestät haben es also wiederum durch ein eklatantes Beispiel bewiesen, daß es demselben mit der Durchführung der Gleichberechtigung vollkommen Ernst ist. schließlich vom Schmieden ordinärer Eisenwaaren, namentlich Nägel; durch die siegreiche Concurrenz der Maschinennägel mnd Drahtstifte ist diese Bevölkerung, die zudem als eine in Spiel- und Trunksucht verkommene geschildert wird, ihrer einzigen Nahrungsquelle beraubt und gänzlicher Verarmung preisgegeben. Man hat es nun verstanden, den Haß dieser Leute gegen die aus früheren besseren Zeiten her sich noch eines gewissen Wohlstandes erstellenden Nagelhändler zu lenken und sind die jüdischen Händler, wie dies so Sitte, als die ersten Opfer jenes Hasses ausersehen gewesen. — Auch in Schütten Hofen, Tabor, Münch engrätz und Naceradatz haben Excesse gegen die Juden stattgefunden. Die Regierung hat aber die umfasfendsten militärischen Maßregeln ergriffen, um derartigen Vorkommnissen energisch vorzubeugen und alle Excedenten mit der äußersten Srenge des Gesetzes bedroht. Wir können also hoffen, daß diese empörenden Auftritte ihr Ende erreicht haben werden. Wien, im März. Der Obercantor Sulz er hat zu seiner Jubelfeier mehrere Werth- und ehrenvolle Geschenke und Zuschriften erhalten. So aus Triest eine silberne Chanukka-Lampe mir einer hebräischen Adresse, aus Paris einen jgoldenett Pokal nebst Gratulationsschreiben. Schweiz. Aus Böhmen, 14. März. Der Przibramer Silberdiebstahl, in welchen bekanntlich auch ein jüdischer Kaufmann Taussig verwickelt war und der deswegen nun von der czechischen Partei zur ostensiblen Veranlassung zahlreicher Judenhetzen ausersehen wurde, ist nunmehr Gegenstand einer umfassenden Untersuchung geworden. Mehrere Bergbeamte zu Przibram, darunter Ministerialrath v. Lill, sind ihres Amtes enthoben worden; der Regierungs-Commissar Baron Hingemann ist vom Finanzministerium mit unumschränkter Vollmacht versehen. — In Tnaim bei Beraum ist am 5. das Haus eines jüdischen Einwohners von einem czechischen Volkshaufen geplündert und demolirt worden. — Wie der „Presse" aus Prag geschrieben wird, haben die Unruhen im Berauner Kreise einen sehr diisteren sozialen Hintergrund. Von Beraun bis Rotzikan hin leben nämlich etwa, 20,000 Arbeiter aus¬ Aus dem Aargau, 11. März. (Privatmitth. Im Jahre 1855 hat der Groß-Rath des Cantons Aargau das Schlachten nach jüdischem Ritus auf die Gemeinden Endingen-Lengnau beschränkt. Durch verschiedene Eingaben veranlaßt, hat der Groß-Rath in seiner Sitzung vom 5. d. M. dieses Gesetz wieder in Berathung gezogen. Nach der Ansicht der betr. Commission, welche sich aus die Gutachten von Experten stützt, ist das Schächten keine Thierquälerei und beantragte sie daher zu Gunsten der Israeliten' eine Abänderung des bestehenden Gesetzes, daß nämlich im ganzen Canton geschächtet werden dürfe. Die Versammlung stimmt in erster Berathung den beantragten Abänderungen des Gesetzes bei. Endingen, 14. März. (Privatmitth.) Eine Einfrage eines in politischen Dingen sonst wohl unterrichteten Freundes in London, sowie ein Artikel der A. Z.,

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