Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1866)
- Date
- 1866-04-03
- Page
- Seite 212 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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des Begriffes, selbst bezeugen uns dies hinreichend. Den einig-einzigen Gott,, den alleinigen Schöpfer und Erhalter der ganzen Welt, zuerst scharf erkannt und' zuerst zweifellos und vernehmlich verkündet zu haben, ist das ewige, unbestreitbare Verdienst des jüdischen Volksstammes und namentlich seiner Heroen Abraham und Moses. Literarischer Wochenbericht. ' Bonn, 21. März. Nach uns zugekommenen Mittheilungen erscheint binnen Kurzem eine englische Uebersetzung unserer Broschüre: „Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt?" in London, von Herrn H. Zirndorf in Manchester verfaßt. Ebenso erscheint eine italienische Uebersetzung in Padua, welche Herr Professor Lelio della Torre veranlaßt und mit einer Vorrede begleitet hat. Somit hat dieses Schristchen das seltene Glück gehabt, kurz nach seinem Erscheinen bereits eine dänische, holländische, ungarische, englische und italienische Übertragung zu erfahren. — In der Gerschel'schen Verlagsbuchhandlung erscheinen binnen Kurzem „Predigten von Dr. Michael Sachs", aus dessen schriftlichem Nachlaß von Dr. R osin herausgegeben, eine Erscheinung, welche sicherlich ein hohes Interesse in Anspruch nimmt.— Paris, 19. März. Obgleich wir keine große Hoffnung für die Exegese der heiligen Schrift an die folgende Mittheilung knüpfen, so ist die darin besprochene Erscheinung doch von Bedeutung genug, um hier nicht übergangen werden zu dürfen. Transactionen auf dem Gebiete der biblischen Exegese zwischen Richtungen, die an entscheidenden Stellen unvereinbar sind, verdunkeln mehr als sie erhellen; aber jene sind an und für sich ein Zeichen und Product der Zeit, welchem ein besonderer Werth einwohnt. Der „K. Z." schreibt man von hier: „Amedse Thierry hatte in der Revue des deux Mondes einen Aufsatz über das Leben des heiligen Hieronymus veröffentlicht, in dem er besonders darauf hingewiesen, wie der Heilige bei seiner Uebersetzung der Bibel ins Lateinische (der Vulgata) sich mehrfach der Hülfe gelehrter Israeliten bedient habe. Durch diese Thatsache angeregt, ist hier eine katholischprotestantisch-israelitische Commission zusammengetreten, um eine neue mustergültige Bibel-Uebersetzung ins Französische zu veranstalten. In Folge dessen begaben sich Abbs Deguerry, Pfarrer von der Madelainekirche und designirter Bischof, Pastor Valette vom protestantischen Consistorium und der Groß-Rabbiner von Paris, Lazare Isidore, zu Thierry, um diesen zu Litten, das Präsidium jener Commission zu übernehmen und so die^ Uebersetzungsarbeit zu leiten. Anfänglich weigerte sich Thierry, acceptirte jedoch schließlich unter der Bedingung, daß dem Erzbischöfe von Paris das Ehren-Präsidium übertragen werde. 'Msgr. Darboy nahm dieses Ehren-Präsidium nicht nur an, sondern versprach sogar, für seine Diöcese das Imprimatur zu ertheilen, indem er auf' die Frage eines der Beauftragten: „Und Rom?" kurz entgegnete : „Je m’en cliargerai!“ Die Uebersetzung soll nun wirklich in Angriff genommen und damit begonnen werden, für alle streitigen Bibelstellen eine „neutrale" Fasiung ausfindig zu machen. Der Ausgabe für jede der verschiedenen Confessionen bleibe es anheimgestellt, im Texte die ihr zusagende Fassung jener Stelle zu bringen, unter der Bedingung jedoch, daß in Form von Anmerkungen die „neutrale" Gestaltung, so wie die Auffassung der anderen Parteien der streitigen Stellen gleichfalls mit abgedruckt. werde. Dieses tolerante Vorgehen findet überall die allgemeinste Anerkennung." Zeitungsnachrichten. Deutschland. Gera, im März. (Privatmitth.) Auch hier endlich ist die mittelalterliche Barriere gefallen, und den Juden die Niederlassung gestattet worden. Es hält gar schwer, einen solchen Zopf abzuschneiden,^ aber die Scheere der Zeit ist scharf und so — fällt er doch einmal! Preußen. Breslau, 14. März. (Privatmitth.) Dem Hrn. Prof. Dr. Bernays wurde bei seinem Scheiden von hiesiger Universität seitens der Studirenden der philosophischen Facultät eine Votivtafel gewidmet, welche der allverehrte Lehrer der klassischen Sprachen gestern unter herzlichen Dankesworten entgegennahm. — Im Verein „zur Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums" hielt der Rabbiner Herr vr. Tobias Cohn aus Potsdam, als Gast hier anwesend, einen.beifällig aufgenommenen Vortrag über die Frauen im Talmud mit einem vergleichenden Blick auf die Völker derselben Zeit. Redner wies in poetischer und wissenschaftlich gediegener