Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1866)
- Date
- 1866-03-27
- Page
- Seite 198 (sequence 8)
- Language
- German
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198 bens", fuhr der Vermahnende fort, „können sämmtliche Weltbewohner selig werden, wie es auch im Talmud ausgesprochen ist: pbn anb w-> abiy^ ^vn Nnr» abiyb Die Frommen der Weltnationen erhalten belohnenden Antheil im kommenden Weltall."/ Dessen ungeachtet, blieb der kühne junge Mann bei seinem Vorsatze und unterwarf sich mit Freuden der Bekehrungs-Ceremonie, welche mit einem Festmahle geschlossen wurde. Danzig , 12. März. (Privatmitth.) Es ist hier mit dem 11. März er. von dem hiesigen Rabbiner, Herrn vr. Wallerstein, eine Religionsschule eröffnet und somit einem in unserer Stadt tiefgefühlten Bedürfnisse abgeholfen worden. Abgesehen von dem hebräischen Unterrichte in der Freischule, an dem nur die Kinder armer Eltern Theil nehmen, war keine Gelegenheit zur Erlernung des Hebräischen vorhanden. Das Unternehmen des Herrn vr. Wallerstein verdient umsomehr Anerkennung, wenn man bedenkt, daß es seinen eifrigen Bemühungen gelungen ist, die Schwierigkeiten zu überwinden, welche die seit Alters bestehende Spaltung der hiesigen Juden in fünf Gemeinden, jedem gemeinnützigen Unternehmen entgegenstellt. Die zur Schule erforderlichen Lokalitäten wurden, wie in Königsberg, so auch hier vom hochl. Magistrate bewilligt. Schr. Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus dem Tokajergebirge, im März. (Privatm.) War es im Jahre 1861 uns vergönnt, die verschiedenen Reden, die in Angelegenheit der Emancipation der ungarischen Juden in dem Reichstage in Pest gehalten wurden, in diesen Blättern niederzulegeu, so sei es uns heute gestattet, an dieser Stelle hervorzuheben, daß wenn Deük zur Beruhigung der Juden von der Rechtsgleichheit vor dem Gesetze sprach, er im Ganzen und Großen nichts weiter that, als das Testament des leider zu früh Heimgegangenen Teleki vollsttecken zu helfen. Wohl waren einige Tage vor der Rede DeLk's die Gemüther erregt und war allgemein die Ansicht verbreitet,- daß Schritte von größerer Tragweite nothwendig seien. In diesem Augenblicke, wo durch die Deük'sche Auseinandersetzung die Gleichstellungsfrage der Israeliten in den Vordergrund getteten ist, sind es denn auch die Provinzialblätter, die sich dieses Thema's bemächtigen und müssen wir vor allem ' die' Araber Zeitung, das Märmaroscher Wochenblatt und den in Ujhely erscheinenden „Zempl6hi Hiradö“ (dermalen von einem P iar ist en redigirt). hervorheben, wenn, anders wir es auch, auffallend finden müssen, wenn der von liberalen Principien durchwehte Artikel im. letzteren Blatte der Einwanderung der Israeliten Grenzen gesetzt wissen will, da nach den Erfahrungen des Artikelschreibers in jenen Gegenden, in welchen die Israeliten angehäuft sind, der Wohlstand leide. Laut einem uns vorliegenden Ausweise befanden sich unter den 705,056 Wählern zum gegenwärtigen ungarischen Landtage: Grundbesitzer 686/io °/o Adel 112/10 0/0 Rentiers 62/io °/o Intelligenz 43/io °/o Handwerker 6V10 % Fabrikbesitzer 3/ioo % Handelsleute 36/io °/o Da nun angenommen werden muß, daß unter den 350000 Juden gerade die Handwerker und Handelsleute am meisten, vertreten sind, so läßt sich für die Vertretung des Handels- und Gewerbestandes im künftigen Landtage ein günstiges Prognosticon stellen. Unsere Chassidäer, welche seit dem Jahre 1861 das Ruder in den verschiedenen Gemeinden des Gebirges in der Hand hatten, sind vor Kurzem durch die Berufung des in orthodoxen Kreisen rühmlichst bekannten Oberrabbi Jeremias Löw nach Groß-Topolcsün aus ihrer Ruhe plötzlich aufgeschreckt worden und wurde dann in einer von mehr als 400 Gemeindegliedern besuchten Versammlung der Beschluß gefaßt, daß fortan kein Staat im Staate geduldet werde und sollen fortan nur solche Ge'meindeglieder stimmberechtigt sein, welche den Aschkenasischen Gottesdienst besuchen, resp. Steuer zahlen. Unter den Deputationen, die in Ofen anlangten, befinden sich auch mehrere Vorsteher der Landgemeinden diesseits, der Donau, welche um eine Unterstützung aus dem Schulfonds baten. Wie wir vernehmen, wurde von Sr. Majestät dem Könige der Ofener Gemeinde eine Unterstützung aus dem Schulfonds zugesagt. In jüngster Zeit ist seitens des hohen königlichen Statthaltereirathes in Ofen ein Bittgesuch um Regelung der Ferien an israelitische Schulen des Landes abgegangen, um das Gutachten dieser Gemeinden