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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-03-27 · Heft 13 (27.3.1866) · p. Seite 192

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 13 (27.3.1866)
Date
1866-03-27
Page
Seite 192 (sequence 2)
Language
German
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&a16e doch nur ein Theil des Bedürfnisses, nämlich das der äußersten Wohlfeilheit befriedigt war, und wir schritten daher zu einer zweiten Ausgabe mit großen Typen, die natürlich mit größeren Kosten verknüpft, einen etwas höheren Preis erforderte, dafür aber der Bequemlichkeit für das Auge und der Eleganz mehr Rechnung trägt. Von dieser wirklich ausgezeichneten Ausgabe waren im November 1863 bereits die fünf Bücher Moses hebräisch und deutsch auch mit den Haphtaroth und den Sabbathgebeten vollendet; um Michaelis 1865 ward auch die ganze hebräische Bibel in dieser Ausgabe mit großen Typen fertig. Haben wir, wie wir glauben dürfen, somit unsere Aufgabe mit Hingebung und nach besten Kräften gelöst, so war auch der'Erfolg ein glänzender, und es sind in dieser kurzen Zeit bereits über 100,000 Exp. unserer Bibeln im Publikum verbreitet, so daß in mehreren Gegenden die Missionsbibel ans den jüdischen Kreisen gänzlich verdrängt worden ist. Wir haben dieses Ziel mit verhältnißmäßig so geringen Mitteln, welche -gegen die riesigen Kräfte der Missionsgesellschast gänzlich verschwinden, durch die Zweckmäßigkeit des zu-Grunde liegenden Gedankens zu erreichen vermocht. Wie ans dem Obigen hervorgeht, zieht die Bibelanstalt ans dem Verkaufe ihrer Bibeln keinen Vortheil, sondern ist in ihrem Fortbestände und Weiterwirken nur auf freiwillige Spenden angewiesen. Dennoch haben wir unser Ziel noch nicht ganz erreicht. Wie gesagt, ist von der Ausgabe mit großen Typen der hebräische Text der ganzen h. Schrift und die deutsche Uebersetznng der fünf B. Mosis beendet und zum Verkauf gestellt. Es fehlt also noch von dieser schönen Ausgabe die Uebersetzung der Propheten u. der Hagiographen (tpainsi 2^2?). Zn gleicher Zeit war es nothwendig, eine Stereotypenplatten-Nevision der ganzen h. Schrift mit kleinen Typen vorzunehmen, theils um alle stehengebliebenen Jncorrectheiten und Fehler zu verbessern, theils um die durch die starke Benutzung angegriffenen Platten völlig wieder herznstellen. Dieselbe wurde gegenwärtig mit einem Kostenanfwande von fast 500 Thalern beendet, so daß die Ausgabe unserer Bibeln mit kleineren Typen jetzt an Correktheit nichts zu wünschen übrig läßt. Hierdurch wurden aber unsere letzten Mitteln absorbirt, und wir müssen uns wiederum an die Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen wenden, um den letzten Theil der Ausgabe mit großen Typen zu Ende zu führen. Wir bedürfen hierzu ca. 1000 Thaler, durch deren Erlangung wir aber auch im Stande sein würden, den Preis dieser großen Ausgabe geringer zu stellen, als er sich in seinen bisherigen Theilen ergeben mußte. Um dem Publikum, an tzas wir unser Gesuch richten, ein eigenes Urtheil zu erleichtern,, legen wir diesem Aufrufe eine Probe dieser Ausgabe aus dem bisher vollendeten Theile bei. Da die erforderliche Summe, um dieses, segensreiche Werk zu Ende zu führen, keine große ist, so halten wir uns im Voraus überzeugt, daß wir Freunde unserer Bestrebungen genug finden, um unsere Wünsche Ynit Erfolg gekrönt zu sehen. Wo es sich um ein so hohes und heiliges Werk handelt, stehen gewiß Viele nicht an, ihr Scherflein beizutragen, das, sei es groß, sei es klein, mit gleichem Danke entgegengenommen wird. Es versteht sich, daß wir, wie es bisjetzt geschehen, jede Gabe mit dem Namen des Spenders in der Allg. Zeitung d. Judenthums veröffentlichen. Mögen wir recht bald im Stande sein, die erste Liste der Förderer und Unterstützer unserer Anstalt dem Drucke wieder übergeben zu können. Einer so verdienstlichen Handlung kann der göttliche Segen nicht fehlen. Bonn, Dresden und Prag, im März 1866. Dr. Philippson. Dr. Landau, vr. Kaempf. Von der Donau, im März. E. Zellers llorträge und Abhandlungen geschichtlichen Zuhalls. Wenn es eben Ihr Hanptverdienst ist, Herr Redactem, daß Sie von Beginn Ihrer Laufbahn an das Judenthum nicht als eine singuläre Erscheinung, sondern als eine geschichtliche Nothwendigkeit für *bte Entwicklung der Menschheit betrachteten, die in Verbindung und Wechsel-' Wirkung mit allen anderen Erscheinungen der Menschenwelt aufzufassen sei, so ist es nur zu verwundern, daß die Lehrer des Christenthums und seiner Entstehungsgeschichte so wenig diese Nothwendigkeit des Judenthums berücksichtigen. Ihnen, Jost und Gratz war es Hauptsächlich Vorbehalten, diese Verbindung mit allen anderen Erscheinungen der Menscheuwelt klar anschaulich zu machen und jeder Jude, der hiervon erfüllt ist, muß seinem Glauben treu bleiben, denselben verehren und laut verkünden. Sie haben damit mehr genützt, als mit den scharfsinnigsten Forschungen über Gebräuche und Ceremonieu, die als

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