Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1866)
- Date
- 1866-03-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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30. Jahrgang. U \ \ g * jj| t i tt C M lö+ Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Di*. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 27. März 1866. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in IV2 bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rar. Vierteljährig 221/2 Ngr. Inserate werden mit 11/2 Ngr. ,für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitmigS-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Hcmpt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Leitende Artikel: Aufruf.' Von Seiten der israretttischen Bibelanstalt. —- Zeller's Vorträge und Abhandlungen geschichtlichen Inhalts. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hannover, Sulzburg. Preußen: Camen, AusWestphalen, Bonn, Berlin, Birnbaum, Krotoschin, Danzig. Oesterreichifcher a i s er st a a t: Ans dem Tokajergebirge, Szegedin. Schweiz: Bern, Aus dem Aarbau. Frankreich: Paris, Paris, Bonn. Nordamerika: New-Aork, Chicago. Notizen: Aus Böhmen. Leitende Artikel. Aufruf. Von Seiten der israelitischen Sidelanflalt. Trotz der vielfachen Ausgaben der h. Schrift in größerem und kleinerem Formate, die aber zumeist für die bemittelteren Klassen geeignet waren, hatte sich längst das Bedürfniß nach wohlfeilen und zu allgemeiner Verbreitung bestimmten Bibeln für Israeliten fühlbar gemacht. Für die Schuljugend und das Volk mußte zu den Bibeln der christlichen Missionsgesellschaft gegriffen werden, die allenfalls für den Text genügen konnten, in der Uebersetzung aber, weil diese selbstverständlich nicht blos aus christlichen Gesichtspunkten, sondern auch zu' besonderen Missionszwecken verfaßt und diesen gemäß beschaffen ist, völlig untauglich waren. Es mußte dem jüdischen Publikum eine wohlfeile Bibel mit korrektem Texte und guter deutscher, auf jüdischer Exegese beruhender Uebertragung geliefert werden. Zu diesem Zwecke wurde am 14. März 1859 eine Aufforderung zu freiwilligen Spenden veröffentlicht, die von dem Grundsätze ausging, daß von diesen Gaben frommen und wohlthätigeN Sinnes der Satz, die Stereotypirung, die Correctur und die Uebersetzung getragen werden sollten, so daß der Preis "der Bibeln nur für die Kosten des Abdrucks, Papiers und Einbandes mit einem kleinen Aufschlag für die Commissionäre berechnet würde. Je tiefer die. Notwendigkeit eines solchen Unternehmens gefühlt ward, desto thatkräftigeren Anklang fand der Aufruf, und es waren bald einige Tausend Thaler eingelaufen, so daß bereits am 5. November 1860 die Unterzeichneten als leitendes Comitä zusammentraten, die Grundsätze für die Ausführung feststellen und veröffentlichen konnten (Allg. Zeitung V. Judenth. Jahrg. 24. No. 46.). Die Namen und Gaben der Spender, Einnahmen und Ausgaben wurden fortlaufend veröffentlicht. Mit dem 12. Februar 1861 wurde der Satz des hebräischen Textes begonnen und bereits im März 1862 konnten wir durch den Hauptkommissionär der Anstalt, Herrn Buchhändler Louis Gerschel in Berlin, dem Publikum den hebräischen Theil der ganzen h. Schrift und die deutsche Uebersetzung der fünf Bücher Mosis zum Verkauf darbieten. Gegen Ende desselben Jahres war auch die Uebersetzung der ganzen h. Schrift vollendet. Die Preise sind so niedrig, daß z. B. der hebräische Text der fünf Bücher Mosis 5 Sgr., der ganzen h. Schrift 19 Sgr., Text und Uebersetzung das Doppelte kosten. Um dieses Ziel zu erreichen, durste allerdings der Umfang dieses Werkes nicht allzugroß, folglich auch die Größe der Typen (Buchstaben) nur eine mäßige sein. Es ergab sich hieraus, daß mit dieser Aus-