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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-03-13 · Heft 11 (13.3.1866) · p. Seite 165

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 11 (13.3.1866)
Date
1866-03-13
Page
Seite 165 (sequence 7)
Language
German
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Ken „einen kosmopolitischen Charakter" in Anspruch nehmen? Gehört es nicht vielmehr zu jenen ewig wiedergekauten Vorwänden unserer Gegner, um uns den Antheil an der Nationalität abzusprechen und uns als „Fremde" hinzustellen? Es ist dies ein neues Kunststückchen/ uns erst einer Eigenschaft zu zechen und dann sie uns selbst in Anspruch nehmen zu lassen. Doch es lohnt sich nicht der Mühe, Herrn Krause den Gegenbeweis zu liefern; er würde ihn doch nicht beachten, und bei der ersten Gelegenheit als nicht vorhanden, unberücksichtigt lassen. Wir haben mit dem politischen Standpunkte des Herrn May nichts zu schaffen, wir haben nie ein Blatt von ihm gesehen, nie 'eine. Zeile von ihm gelesen. Aber es sind doch noch andere Preußen vorhanden, welche denselben Strang mit ihm ziehen, warum beschuldigt die K. Z. darum nicht alle Preußen solchen Vergehens? weil dies Unsinn wäre — nun, derselbe Unsinn ist es, alle Juden für die Tendenz und das Gebühren eines Einzelnen verantwortlich zu machen. Birnbaum, 22. Februar. (Privatmitth.) Der im vorigen Monat von dem hiesigen Religionslehrer Herrn S. Levp erlassene und von der Redaction d. Z. so warm empfohlene Aufruf an sämmtliche Cultusbeamten und Lehrer Preußens, die Bildung eines Unterstützungs- Vereins betreffend, fängt bereits seine Wirksamkeit auf eine erfreuliche Weise auszuüben an, wie dies auch nicht anders zu erwarten war. Es sind im Laufe einiger Tage bereits 40 Beitrittserklärungen aus verschiedenen Landestheilen eingegangen. Und wenn, mit -Rücksicht auf die große Wichtigkeit des Vereins und die bessere Zukunft, die durch denselben für die Cultusbeamten in Aussicht gestellt ist, die Zahl der Anmeldungen nicht schon jetzt eine weit größere ist, so hat dieses einestheils in dem Umstande seinen Grund, daß der Aufruf nicht allenthalben hingedrungen ist, andererseits in dem Uebelstande, daß die den jüdischen Cultusbeamten so unentbehrliche Zeitung des Judenthums, in vielen kleinen Synagogen-Gemeinden, die an den Verein das größte. Contingent Beitretender stellen würden, nicht gelesen wird. Es erscheint daher — nachdem die Redactton dieser Zeitung ihre Mitwirkung auch für dieses nützliche Institut in so freundlicher, humaner Weise zugesagt — zuvörderst nichts wünschenspercher und zweckmäßiger, als daß diejenigen Beamten und Lehrer, welcheihren Beitritt bereits erklärt haben, oder ihre Erlärung noch einsenden' wollen, vor Allem ihre Wirksamkeit dahin erstrecken, daß sie die Amtsgenossen der in ihrer Nähe gelegenen Gemeinden und Filiale nicht nur zum Beitritt, sondern auch zur soforttgen Anschaffung dieser Zeitung ermuntern, durch welche Alles, was den Verein betrifft, bekannt gemacht werden wird. Die erste Zusammenkunft wird, so Gott will, nach dem Peßachfeste stattfinden. Der Ort der Versammlung wird selbst-, redend die Hauptstadt derjenigen Provinz sein, aus welcher bis dahin die meisten Beitrittserklärungen eingegangen sein werden. ' Schließlich bemerken wir, daß bereits von mehreren. Seiten dem Vereine, im Falle des Zustandekommens, freiwillige Geldbeiträge zum Unterstützungsfonds zugesagt sind, und zweifeln wir daher nicht, daß viele Gemeinden, diesem Beispiele folgend, nach besten Kräften, zur Aufrechthaltung dieses Instituts das ihrige beitragen werden, da ja durch diesen Verein ihnen die Last der Unterhaltung und Versorgung ihrer dienstunfähig gewordenen Beamten und Lehrer bedeutend erleichtert, wenn anfänglich auch nicht gänzlich abgenommen werden würde. Es wird deshalb, wie wir vernommen, in der ersten Versammlung von mehreren Mitgliedern der Antrag ans Erlaß einer Adresse an die Gemeinde-Vorstände eingebracht werden. Rücksichtlich der Elementarlehrer bemerken wir, daß diese unbedingt mit in die erste Kategorie der Betheiligten gehören, und dem Vereine sich anschließen, können. Oesterreichischer Kaiserstaat. Staniölau (Galizien) , 15. Febr. An den Landtag gelangte unter Anderm auch ein von dem Stanis-. lauer städtischen Ausschuß verfaßtes Project eines Gemeindestätuts für die Stadt Stanislau. - Gleichzeitig wurde aber an den Landtag und auch an die Statthalterei ein Protest der Stanislauer Israeliten gegen dieses Statut eingesendet. Die 250 unterfertigten Stanislauer Israeliten protestiren wider das Project aus dem Grunde, weil es mit der Gleichberechtigung der Israeliten, ja mit den bestehenden Gesetzen und dem allgemeinen Gemeindestatut im Widerspruch steht. Sie beklagen sich, daß im Projecte gesagt wird, wie viele Israeliten im. Gemeinderache Platz haben können; weil

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