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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-03-13 · Heft 11 (13.3.1866) · p. Seite 163

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 11 (13.3.1866)
Date
1866-03-13
Page
Seite 163 (sequence 5)
Language
German
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Jis’ös, welches mit iriäNb»^ gar nicht reimt, anstatt ' .-72122 gesetzt haben; Z. 8 verlangt das Versmaß bpbpy, welches auf die Wurzeln solcher Gattung Hinweisen soll. Die kraffeste Unkenntniß der hebr. Grammatik beweist Herr C., indem er S. 3, wo von 3 Schwa die Rede ist, ip-o punkürt, und nicht weiß, daß 6bafiläseb (Beiträge S. 203) eine vollkommene Erklärung der Sache giebt und Jbn Esra im Neornaim und Zachoth, wie auch ^lieblul S. 190 , Arugath habossem S. 14 u. a. das Verhältniß klar auseinander setzen; es scheint, daß Herr C. wirklich kein p-nx ist, sonst müßte nach dem Talmud sein Wissen bedeutender werden mit dem Alter .ri2wi''2 Sm-i 2^'p72w b2 Was die Echtheit der Grabsteine im dritten Theile betrifft, so verweise ich blos auf S. 38, wo ein Epitaph auf dem Grabstein R. Matt Carmoly's aus dem Jahre 5435 sich finden soll, während Dr. Geiger schon im Orient gesagt, daß das Gedicht sich im Divan von Moses ben Esra findet; sollte nun dieses aus einem Nachlasse C. gestohlen haben, wie er dies schon aus dem Divan des Moses Darai (nach den neuesten Historikern) gethan hat? Wenn man Sachen aus eigener Sammlung citirt, so kann man mir Glauben schenken, wenn diese auf Verlangen gezeigt wird, was aber bei C. durchaus nicht der Fall ist, denn noch kein Sterblicher hat zu seinen Manuscripten Zugang gehabt. Die Jugendstreiche, die ihm schon Zunz u. a. vorgeworfen, sollte C. nun aufgeben, sonst bestätigt sich das Sprichwort: «b fitrprn Ad. Neubauer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Alzey, im Februar. (Privatmitth.) In der diesjährigen „Gartenlaube" No. 3 findet sich eine Erzählung von Max Ring: „Jude und Dichter. Eine Erinnerung an Daniel Leßmann." &, ein junger berliner Azt, war, wie so viele seiner Glaubensgenossen, von Vaterlandsliebe entbrannt, mit in den Kampf für die Befreiung Deutschlands gezogen. Verwundet, aber siegreich zurückgekehrt, glaubte er, daß das Wort seines Königs wahr gemacht werde, und. mit den Juden auch er gleicher Rechte, wie alle Vaterlandssöhne, thellhastig werden solle. Er fand sich getäuscht. Die Erfüllung des königlichen Wortes, die Gewährung gleicher Rechte ist den Juden bis heute vorenthalten geblieben. Dadurch war L. in seiner Carriere gestört. Aber auch der Bund der Liebe, welchen L. inzwischen mit einem christlichen Mädchen geknüpft hatte, stieß dadurch auf Hindernisse. Er wurde sowohl durch die gestörte Carriere, wie den konfessionellen Gegensatz, welchen die Eltern des Mädchens geltend machten , in der Schwebe gehalten. L. verließ Berlin und ging nach Italien. Aber auch in der Entfernung vergaßen sich die Geliebten nicht. Das Mädchen erkrankte sogar ob der Trennung, und die Aerzte erklärten als das einzige Mittel der Rettung: die Vereinigung mit dem Geliebten. L. wurde gebeten, schleunigst zurückzukehren. Er eilte beflügelten Schrittes, pochenden Herzens. Aber dennoch zu spät. Wir finden ihn am Sarge seiner Braut. Ob unter den obwaltenden Umständen die Eltern von dem confessionellen Gegensätze abgesehen haben würden, oder L. sich wirklich zur Taufe verstanden hat, welche er, vordem entschieden verweigerte, erscheint uns unentschieden, aber auch gleichgültig. Uns interessiren hier nicht die traurigen Lebenserfahrungen L.'s, aus denen wir den Jammer vernehmen, wie er aus der Geschichte und dem Unglücke Israels so oft uns entgegentönt: wir haben es hier mit dem Erzähler zu thun, von dem wir nicht wissen, ob unsere Mittheilung sich auf Wahrheit gründet, daß er selbst ein geborener, aber getaufter Jude sei. Schon die Ueberschrift ist auffällig: „Jude und Dichter". Als wenn darin ein innerer Widerspruch läge und L. als Jude und Dichter der Welt ein Curiosum böte; als wenn etwa nur „Jude und Handelsmann" sich innig zu verbinden und ein harmonisches Ganzes zu bilden vermöchten! Von größerer Bedeutung ist uns aber, wie Ring die anfänglich verweigerte Taufe bei L. motivirt. „Jude war er seiner Ueberzeugung nach nicht mehr, nur hinderten ihn die vielen Mißbräuche der christlichen Kirche , dieser mit Aufrichtigkeit anzugehören. L. stand vielmehr, wie die Mehrzahl seiner gebildeten Glaubensgenossen,. durchaus auf dem Standpunkte einer in Wahrheit christlichen Weltanschauung und Gesittung, das heißt, auf dem Standpunkte der reinsten Duldung und Liebe, indem er vollkommen den großen Fortschritt anerkannte, der Mit Jesu Lehren und Beispiel in die Welt gekommen." Ob dies der wirkliche Standpunkt L.'s gewesen, lassen wir unerörtert. Daß R. aber denselben alle»

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