Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1866)
- Date
- 1866-03-13
- Page
- Seite 162 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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vor Güöta bewies, wie ungern er den weiteren Verlauf Meß, den er nicht hemmen durste, wollte er sein eigenes Geschick nicht gefährden. Seine Berechnung war gut und er erntete die Frucht, als in Aspromonte die Italiener den Italienern zuriefen: „Bis hierher und nicht weiter." Sein später verfolgtes Verfahren zeigt hinlänglich, daß er weit davon entfernt sei, irgend welchem Auftreten eines Volkes gegen die bestehende Herrschergewalt die Hand zu reichen. Konnte daher der Imperialismus mit dem Fortgange der Dinge auf dem europäischen Continente von seinem Standpunkte aus zufrieden sein, so war es ihm eine willkommene Veranlassung, sich aus der westlichen Halbkugel Raum zu schaffen, und auch hier der konstitutionellen Idee den Krieg zu bereiten. Die nördamerikanische Union wird dem Imperialismus stets ein Dorn im 'Auge und ein Stachel in der Seite sein. Während nun in dieser ein blutiger Bürgerkrieg sich entzündete und immer größere Dimensionen annahm, ja die Zersplitterung der Union unabwendbar schien, würde es ein außerordentlicher Erfolg gewesen sein, dicht an ihrer Grenze dem Imperialismus eine neue siegreiche Stätte zu bereiten. Es war klar, daß die in ihrem Wesen feudalen und aristokratischen Südstaaten der Union, sobald sie sich losgerissen, unfehlbar dem Imperialismus anheimfallen mußten. Dann war die beschränkte Union der Nordstaaten zwischen dem feindlichen Canada und zweien noch feindlicheren imperialistischen Staaten einer sehr Ungewissen Zukunft anheimgegeben. Es ist kein Geheimniß, daß Frankreich während jenes Bürgerkrieges auf Seiten der Südstaaten stand, ja ihre Anerkennung; bei England wiederholt beantragte. So sicher und kraftj voll fühlte aber der französische Imperialismus sich noch; nicht, um offen die Partei der Südstaaten zu ergreifen, j gewiß ein glücklicher Umstand für die Union. Daß die-! ser Versuch so ziemlich als gescheitert angesehen werden; kann, ist bekannt; denn wenn auch der Kaiserthron in Mexiko noch eine Zeitlang bestehen bleibt, so ist doch schon die Nachbarschaft der Union zwingend genug, umi ihn zu wahrhaft liberalen Institutionen zu nöthigen. j Genug, das Streben des französischen Kaisers nach Msj breitung.des Imperialismus hat sich hier offen darge-! than, und aus diesem, wie aus dem Bedürfniß einer! starken Position inmitten der Weltherrschaft und Weltindustrre ist die Expedition nach Mexiko hinlänglich exklart und gerechtfertigt. Ich' wäre hier zu Ende, wenn ich nicht nunmehr Schlußfolgerungen zu ziehen hätte, welche.dm Jncideuz- Punkt mit den Angelegenheiten und der Zukunft des Iudenthums bilden. . (Schluß folgt.) Literarischer Wochenbericht. M e n t o n (bei Nizza), 24. Jan. Imr6 Schefer, Machbereth'Chaje Adam und Chikk6 Aben vom Rabbiner El. Carmoly in Paris (ohne Jahreszahl) hebräisch 8«. 40 S. Much noise about notliing — zwei große Titelblätter für ein Merkchen von 39 Seiten, wovon das zweite das adelige Wappen ■’bia ■wp trägt, und noch in Paris gedruckt, wo, wie bekannt, der hebräische Druck zweimal so viel kostet, als in Deutschland; der Autor genannter Broschüre lebt aber in Frankfurt am Main, wo eine hebräische Druckerei vorhanden ist, was mag ihn also bewogen haben, sich nach Paris zu verlaufen? In der Literatur ist Alles wichtig und verdient auch das Geringste gerügt zu werden. Bemerken wir vor allem, daß erstes Merkchen identisch mit dem 2. Abschnitte meines ist, welches in No. 3 d. Bl. besprochen wurde; ist es nicht merkwürdig, daß ein solch unbedeutender Abschnitt über hebräische Metrik in ein und demselben Jahre zweimal abgdedrnckt wird? Ich habe ihn ausgenommen, weil meine Broschüre, die einzig und allein zur Erinnerung an meine gottselige Mutter bestimmt war, über Metrik handelt; beim ersten Anblick fand ich das Manuscript unvollständig und wandte mich durch meinen gelehrten Freund, Hrn. Raphael Kirchheim, an Hrn. Carmoly um -eine Vergleichung mit deffm Marmscripte, dessen Existenz ich kannte. Die Vergleichung wurde mir verweigert, indem vorgegeben wurde, daß die Handschrift ausgeliehen wäre; Hr. Carmoly hörte aus meinem eigenen Munde, daß der Abschnitt bereits gedruckt , ist, und er ließ kein Wort von einer ähnlichen Publikation fallen; hätte er mir seine Absicht geäußert, so hätte ich ihm gerne die Priorität überlasten. Um nun die Sache ganz zu ignoriren, druckt Herr C. seine Broschüre in Rödelheim und läßt auf das Titelblatt „Paris" schreiben, oder ist dieses geschehen, um die vielen Fehler, die in der Punktation vorhanden sind, zu entschuldigen? Bei dem Allen ist es noch mehr unrecht, etwas Gedrucktes nicht zu benutzen; hätte Herr C. meine Broschüre angesehen, so würde er S. 1 Z. 4 nicht