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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-02-27 · Heft 9 (27.2.1866) · p. Seite 137

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 9 (27.2.1866)
Date
1866-02-27
Page
Seite 137 (sequence 11)
Language
German
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von der Bevölkerungszahl abgezogen werden, so daß in den Staaten, in welchen den Farbigen das Stimmrecht versagt' wird, die Zahl der Weißen allein die Zahl ihrer Abgeordneten bestimmt. Die renitenten Staaten werden also weniger Abgeordnete als bis jetzt zu schicken haben, die Staaten, welche den Farbigen das Stimmrecht gewähren, noch mehr als bis jetzt. Man kann diesem Anträge viel Gründe entgegenstellen, allein zur Versöhnung der Gegensätze ist er am angemessensten. New-Uvrk, Ende Januar. (Privatmith.) Die Ausschließung eines höchst achtbaren Juden aus dem deutschen Gesangverein „Arion" und der ausgesprochene Grundsatz dieser Gesellschaft, Juden nicht mehr aufzunehmen (wir haben hierüber schon kurz berichtet. Red.), hat hier großes Aufsehen gemacht, und diese Sensation, so unbedeutend der Gegenstand an sich ist, ist wahrlich ein gutes Zeichen. Die Thatsache wurde zuerst von der „Illinois Staatszeitung" gebracht. Die „New- Uorker Handelszeitung" unter Anderen spricht sich Hierüber folgender Maßen aus: „Religiöse Intoleranz hätten wir wahrlich in keinem hiesigen deutschen Vereine weniger gesucht, als im „Arion", dessen Mitglieder fast ohne Ausnahme einer Klasse angehören, welche durch Bildung und gesellschaftliche Stellung zum Kampfe gegen Vorurtheile getrieben sein sollte und darin in mancher Hinsicht so weit gegangen ist', daß selbst die achtungswerthesten Persönlichkeiten um illiberaler politischer Ansichten willen auf eine Weise verfolgt wurden,. , welche wir nicht mehr billigen konnten. Was soll man nun dazu sagen, wenn man hört, daß in einem solchen Vereine einem höchst achtbaren Mann aus keinem andern Grunde die Aufnahme verweigert wurde, als weil er ein Jude sei und der Verein keine Juden mehr aufnehmen wolle. Dies ist factisch kürzlich im „Arion" geschehen, wie aus nachstehendem Briese eines uns befreundeten höchst ehrenwerthen Mannes an die „Illinois Staatszeitung" hervorgeht. Wir bemerken, daß wir, ehe wir uns zu dessen Abdruck entschlossen, dem Vorstand des „Arion" Gelegenheit zu einer Rechtfertigung boten, derselbe sie aber nicht benützte, offenbar, weil er die Thatsache nicht bestreiten konnte. Angesichts dieser nun vor die Oeffentlichkeit gebrachten Thatsache aber bleibt dem „Arion", wenn er sich in der öffentlichen Meinung rehabilitiren will, keine andere Wahl, als jene schmachvolle Ballotage sofort durch einen einstimmigen Aufnahme-Beschluß wieder gutzumachen. Andernfalls werden hoffentlich nicht nur alle Juden, welche, ehe das Vorurtheil so schamlos zu Tage zu treten wagte, Mitglieder des Vereins wurden, ausscheiden, sondern überhaupt alle freidenkenden Mitglieder, und es wird ferner kein Mann, welcher nicht einem mittelalterlichen Obscurantismns huldigt, diese Gesellschaft wieder frequentiren, die sich den Stempel der Lächerlichkeit derart aufgedrückt hat, daß sie fernerhin nur noch für den „Kladderadatsch" der Beachtung werth sein kann." Asien. Bagdad, im Januar. (A. J.) Eine telegraphische Depesche berichtet, daß Molak-Josef-Ali, das Oberhaupt der Israeliten von Hamadan, in Ketten geworfen und sein Leben in Gefahr sei. Lord John Russell und Herr Drouhn de Lhuys wurden von der Verfolgung, welche blutig zu werden drohte, benachrichtigt. Ersterer hat dem brittischen Gesandten Instructionen zukommen lassen, und man versichert, daß der französische Minister entschlossen sei, gleichfalls die Rechte der Civilisation und der bedrohten Menschheit zu schützen. Die Regierung des wirklichen Schah's von Persien ist übrigens entschlossen, den Ausschreitungen der unteren Beamten, deren Triebfeder mehr die Habgier, als religiöser Fanatismus ist, einen Zügel anzulegen. Mit der letzteren Aeußerung stimmt, was die öffentlichen Blätter berichten: „Sir Moses Monteftore, welcher für seine Glaubensgenossen unter allen Breitegraden jeder Zeit thätig ist, hatte an den Schah von Persien eine Petition gerichtet, in welcher er um Abstellung des Druckes bittet, unter welchem die Juden in Persien leiden. Daraufhin erhielt er jetzt die Mittheilung von Lord Clarendon, es habe der Schah in Folge dieser Petition den strengen Befehl an die Behörden erlassen, darauf zu sehen, daß die Juden hinfort mit Gerechtigkeit und Milde behandelt werden. Ik o t i z e n. Sir Moses Montefiöre ist entschlossen, trotz seines hohen Atters noch einmal nach Jerusalem zu 9**

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