Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-02-06 · Heft 6 (6.2.1866) · p. Seite 83

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 6 (6.2.1866)
Date
1866-02-06
Page
Seite 83 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226527-3226534--23711-3251028
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

derung preisgegeben; 15 von den ersten würden erschlagen. Am Donnerstag, den 15. Adar, lleß Muhamed Bey. den Achmed hinrichten und Alle die eingesperrt waren, wurden freigelassen; 7 Tage und 7 Nächte wurden in Aegypten (Cairo) in Straßen und auf öffentlichen Plätzen Feste begangen. Der 15. Adar vom Jahre 5284 (1524) siel auf den 20.. Februar, welches mit der türkischen Quelle übereinstimmt; die hebräischen Quellen, die ich leider nicht benutzen konnte, mögen r und m statt td und ro gehabt haben, welches die ersten Tage nach der Befreiung sind, und festlicher gefeiert wurden. Der Verfasser dieser Notiz ist R. Samuel bar Na chm an aus Kaffa in der-'Krimm; er erzählt auch, daß am 17. Adar (Montag) 5283 (1523) eine Mondsinsterniß in Aegypten statt hatte, am Sabbath, den 18. Nissan, wie auch am 20. Nissan (Montag) und den 11. Jjar 1523 am Mittage Erdbeben in Aegypten waren. Im Jahre 5284 (1524) Lo8e1i eüoäosel» Nissan brach eine schreckliche Pest in Aegypten aus, und die Anzahl der Hingerafften war unendlich groß. Am Freitag Abend 15. Tebeth 5286 (1526) war wieder eine Sonnenfinsterniß. Dieser Samuel, der, wie es scheint, in Eairo damals gelebt hat, mag also das richtige Datum gegeben haben, besonders da es mit der türkischen Angabe stimmt. Ad. Neubauer. Bonn, 29. Jan. Wie uns eben aus dem Haag und Pest mitgetheilt wird, erscheinen dortUebersetzungen in's Holländische und Ungarische von der Broschüre: „Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt?" Von dem bekannten Hermann Schiff in Hamburg erschien jüngst: „Heinrich Heine und der Neuisraelitismus." Was diese unbedeutenden Mittheilungen über Heine mit dem Neuisraelitismus zu schaffen haben, ist uns eben so unklar, wie der Ausdruck Neuisraelitisnms selbst.-— Der Herr Rabbiner H. Wasser Irill ing in Melitsch (Schlesien), von dem früher hebräische Epen über Elisa und Daniel (rr-Ti^n ^t:, mn) erschienen, veröffentlicht „ Matnath Nachaliel" enthaltend Produkte neuhebräischer Literatur und poetisch bearbeitete Legenden und Mythen aus Thalmud und Midrasch (im Selbstverläge des Verfaffers). Der Verfasser bittet „um gütige Nachsicht und möglichst reiche Einsicht".— damit er in die Lage gesetzt werde, mit der Herausgabe der folgenden Bändchen — aber hoffentlich in hebräischer Sprache und nicht in Poesien, wie die vorliegenden — fortfahren zu können. . ■ ■ K. Zeitungsnachrichten. Deutschland. München, im Januar. (Privatmitth.) Dieses Bl. hat bereits mitgetheilt, daß König Ludwig II. unserem verehrten Rabbiner Herrn H. Aub, gelegentlich seines siebeuzigjährigen Geburtsfestes, und vierzigjährigen Amtsjubiläums die Insignien des baier. Verdienstordens vom h. Michael erster Classe verliehen, ein Ereigniß, das allgemein, und in allen, nur nicht in den clericalen Kreisen, mit Freuden begrüßt wurde. Entsprechend dieser königlichen Auszeichnung war die hohe und humane Gesinnung, die Se. Maj. in der bei dieser Gelegenheit dem Jubilar gewährten Audienz kund gab, in welcher der junge Monarch sich Huld- und theilnahmsvoll über die Verhältnisse unserer Glaubensgenossen aussprach, und insbesondere Sein Bedauern ausdrückte, daß in Bayern nur zu lange so drückende Ausnahms-Gesetze'für die Juden bestanden haben. Solche wahrhaft königliche Kundgebung ist um so erfreulicher, wenn man damit eine Erklärung in Zusammenhang bringt, welche in dieser Woche vom hiesigen erzbischöflichen Secretariate ausging. Die Augsb. allgem. Zeitung bringt in Beilage No. 16 die Fortsetzung eines Reiseberichtes mit der Aufschrift: Herbsttage mTyrol. Ein beliebter Tourist erzählt bei Schilderung der wunderschönen Thalmulde: Auf dem Judenstein sollen einst vor vierhundert Jahren drei Juden ein Christenknäblein gemordet haben. Später baute man ein Kirchlein darüber und jetzt geht das Volk wallfahren dahin. Die. Legende gehört zu den schönen alten Geschichten, die man jetzt nicht mehr recht glauben will. Jedenfalls ist sie nicht so documentirt, wie der große Judenmord zu Deggendorf an der Donau (1337), der' jetzt noch, nach 500 Jahren, durch Procession, Wallfahrten, Predigten und Ablässe gefeiert wird. Wenige Tage darauf bringt dasselbe Blatt vom erzbischMchen Secretariate hier eine Berichtigung, daß der Verfasser

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.