Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1866)
- Date
- 1866-02-06
- Page
- Seite 82 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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diesem Stück Geschichte des israelitischen Volkes hervorgeht, und wir werden ihre bedeutende Wirkung auch in dem folgenden Theile der Geschichte noch erkennen, wo andere Umstände einen ungünstigeren Erfolg herbei- ,führten. , Wir gestatten uns heute nur noch die Bemerkung, daß die eben erkannte politische Wahrheit in unseren Tagen auch den Schlüssel zu der großartigen Erscheinung, giebt, die in dem Siege der amerikanischen Nordstaaten über die Südstaaten liegt. Wenn in der Union die Souveränität der einzelnen Staaten die Staatsdespotie verhindert. und damit die Freiheit der Individuen sichert, so sind die letztere und das Bewußtsein in der Nationaleinheit stark genug gewesen, den Süden zu überwinden, wenn sie auch uicht vermocht hatten, die Nebellion des letzteren um seines vermeintlichen Rechtes auf Sklaventhum willen zu verhindern. Hätte die Sklaverei in den Siidstaaten nicht bestanden, wäre die Gleichheit der Verhältnisse und des Gesetzes, wie in Israel, auch in den Süd-, wie in den Nordstaaten vorhanden gewesen, so wäre auch in der Union ein solcher Bürgerkrieg unmöglich gewesen. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 18. Januar. Angekommen Les trois filles de laBiblepar Hippolyte Rodrigues. Sixieme aux Mahomötans, septieme speciale aux Catholiques. Paris. Michel Levy 1866. Es ist dies der zweite Theil des bereits in diesem Blatte besprochenen Werkes, und werden wir auf denselben zurückkommen. Heute hier nur die Bemerkung, daß der Herr Verfasser betreffs der Frage unseres Hamburger Correspondenten uns mit der Mittheilung beehrte, daß der'frühere St. Simonist Herr Olinde Rodrigues seit mehr als zehn Jahren verstorben ist. — Predigt gehalten im Tempel der Har-Sinai-Gemeinde in Baltimore, am 7. December 1865, als am Dankfeiertage, von Dr. Salomon Deutsch, Rabbiner. Baltimore 1865. Gepüß war es einer der bedeutendsten und inhaltreichsten Gegenstände, die einem Kanzelredner zu behandeln obliegen können, bei einem Dankgottesdienste für den in der Nordamerikanischen Union wiederhergestellten Frieden nach einem so furchtbaren Bürgerkriege, welcher den Ruin des ganzen Bundesstaates-mit sich zu führen geschienen, zu sprechen. Die vorliegende Predigt, an den Psalm 118 sich anschließend, ist der Aufgabe würdig, und stellt die verschiedenen Seiten und Folgerungen, welche das Thema in religiöser und sittlicher Beziehung bietet, angemessen und ergreifend dar. — Ein neuer Versuch der jüdischen Presse ist der in Kaschau seit Neujahr erscheinende ein. deutsches Blatt in hebräischer Quadratschrift. Ob dasselbe in dieser Form für die dortige Landschaft ein Bedürfniß ist,, können wir natürlich nicht entscheiden. Füllt es eine solche Lücke aus, so können wir es nur gern begrüßen; nur wünschen wir, daß esan Originalien recht viel zu bringen habe, und sich nicht auf das Reproduziren von schon oft Besprochenem und anderswo Gesagtem beschränke.— Ergäuzungsblätter, Hildburghausen (Bibliographisches Institut) 1866, Heft 8 enthält unter Anderm eine Biographie des Redacteurs dieser Zeitung, die offenbar mit vieler Liebe' abgefaßt ist und in knappem Rahmen (5 Spalten) sowohl das Wichtigste aus dem äußeren Lebensgange und der Thätigkeit des Besprochenen, als auch den Kern seiner Ansichten und Geistesrichtung lichtvoll darstellt. Die Offenheit, mit welcher hier das Judenthum als der eigentliche Ausgangs- und Mittelpunkt aller Religion und darum als Weltreligion anerkannt wird,, ist erfreulich. Einige Ungenauigkeiten haben sich in die Biographie noch eingeschlichen. (Die Ermordung Achmed Pascha's 1 524.) Ich lese soeben im Jüdischen Volks blatte No. 52 eine geschichtliche Mittheilung aus dem IX. Bande von Grätz's Geschichte der Juden (welcher unter den. Schriften der Literaturgesellschaftin diesem Jahre ausgegeben wird), über das Befreiungsfest in Cairo. Dr» Grätz kann sich in den verschiedenen Daten der Quellenangaben nicht zurecht finden; vielleicht bin ich im Stande das Richtige hier anzugeben. Ein karäisches Mauuscript (kais. Bibl. in Petersburg No. 745), welches kleine Notizen über manche Ereignisse in Aegypten enthält, bringt auch die Geschichte der Grausamkeiten Achmed Pascha's; ich habe die Stelle im Originale in meiner Brochüre über die karäischen Manu scripte in der Petersburger Bibliothek (erscheint ebenfalls in diesem Jahre beim Institute zur Förderung der jüdischen Literatur', S. 28 und Note XXI a.) gegeben. Dort heißt es, daß Achmed Pascha sich Rösch cliödescli Adar gegen Soliinan empört hat, und die Juden, sowohl Rabbiniten als Karaiten waren der Plün-