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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-02-06 · Heft 6 (6.2.1866) · p. Seite 80

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 6 (6.2.1866)
Date
1866-02-06
Page
Seite 80 (sequence 2)
Language
German
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in ferner Mitte geschehen zu sehen. Benjamin weigert sich dessen, und der Kampf Leginnt, der fast mit dem Untergange des ganzen Stammes endete. Ueber 25000 Krieger des Stammes Benjamin allein fielen in diesem Kampfe, der die Städte des Stammes verheerte, und Weiber und Kinder nicht verschonte. Nur der Wunsch, den Stamm aus Israel nicht schwinden zu lassen (21,6), ließ den kleinen Rest des Stammes retten. Es fand hierbei eine Vereinigung des ganzen Volkes statt, wie sie in der ganzen Richterzeit, selbst in den größten Gefahren von außen nicht wieder stattgefunden. Der zweite Bürgerkrieg war nur ein partieller. Der Stamm Ephraim ordnete sich bei den Kämpfen nach außen nicht gern unter, folgte daher dem Rufe zum Kampfe, wenn er von Andern ausging, nicht, wollte aber die Früchte des Sieges, namentlich was die Beute betraf, für sich haben, und 'gönnte, streitsüchtig wie er war, den Siegern die Ehre des Sieges nicht. So trat er schon Gideon gegenüber) auf; dieser aber warj klug genug, ihm einen Theil des'fliehenden Midjan zu überlassen, so daß er dessen Zorn mit dem.Hinweis abwenden konnte, daß „die Nachlese Ephraims besser gewesen, als seine Weinlese." (7, 24. 8, 1—3.) Anders verfuhr Jephta. Auch er rief'Ephraim zum Kampfe gegen Ammon auf, aber es kam nicht (12, 2). Ms nun der Sieg auf Jephta's Seite, zog Ephraim gegen ihn, um mit Waffengewalt ihm die Palme des Sieges zu entreißen. Jephta sammelte die .Männer Gileads und schlug Ephraim, und verfolgte ihn dermaßen, daß 42,000 Mann aus dem Stamme Ephraims fielen (12, 4—6). Von den übrigen Stämmen mischte sich keiner in diesen Kampf, und Jephta war Richter in Israel bis zu seinem Tode. — Ms Saul und Jonathan auf den Höhen von Gilboa gefallen waren, ging David nach Hebron, wo ihm sein väterlicher Stamm, Juda, huldigte. Demgegenüber brachte der Feldherr Sauls, Abner, den Sohn desselben, Jsboseth, nach Machanajim, wo ihn die übrigen elf Männer, Benjamin voran, als König anerkannten. Die Schaaren beider zogen gegen einander, aber die Schlacht mußte eine unbedeutende sein, denn von Davids Seite sielen nur 20, von den Mannen Abners 36O. Dem Kampfe wurde durch den Hinweis auf die Bruderschaft der Kämpfenden (2 Sam. 2, 26) Einhalt gethan. Nun heißt es zwar (3, 1), der Streit zwischen beiden Häusern dauerte noch lange fort, David wurde immer mächtiger, Sauls Anhang immer schwächer; aber er kann doch nicht blutig gewesen sein, da nichts weiter davon berichtet wird. Zuletzt verließ Abner die Sache seines Herrn und verständigte sich mit David, und Jsboseth fiel durch die Hände von Meuchelmördern, die David streng zur Rechenschaft zog. Eigenthümlich ist, daß 2,10.11. angegeben wird, daß Jsboseth zwei Jahre über Israel regiert, David zu Hebron über Juda 7 V2 Jahre; ebenso 5, 5, daß David 7^/2 Jahre zu Hebron über Juda und 33 Jahre über ganz Israel und Juda in 'Jerusalem regiert habe. Es .geht aus Allem hervor, daß die Aufstellung Jsboseths als König sogleich nach Sauls Tode und mit der Huldigung Davids Seitens des Stammes Juda zu Hebron geschah, so daß hieraus folgt, mit dem Tode Jsboseths haben die elf Stämme sich noch nicht entschließen können, David als König anzuerkennen, noch dazu,'da der dies betreibende Abner durch die Hand Joabs gefallen war. Es herrschte also bei den übrigen Stämmen wohl an fünf Jahre eine Art Interregnum, das ihnen zuletzt lästig .wurde, bis sie durch ihre Aeltesten in Hebron dem David huldigen ließen, indem sie einen Vertag mit ihm schloffen, worauf David gegen Jerusalem zog — worüber immerhin wieder einige Zeit verflossen sein mag — es einnahm und zu seiner Residenz und dem national-religiösen Mittelpunkte machte. Daß somit David seine Anerkennung durch die elf Stämme nicht mit den Waffen erkämpfte, sondern ihnen Zeit ließ, das Bessere zu erkennen, ihre Antipathie gegen Juda zu überwinden, und sich auf friedlichem Wege ihm zu unterwerfen, geht hieraus überklar hervor, .so daß wir dieses bedeutsame Faktum zu den Sturmzeiten und Bürgerkriegen nicht rechnen dürfen. Nur im ersten Anprall war jener unbedeutende Kampf vorgefallen, der, wie die Beschreibung hinlänglich kennzeichnet, eigentlich nur ein persönlicher Streit Abner's und Joabs war. David 'selbst hat in demselben Geiste gehandelt, wie er sich' Sauls Verfolgungen gegenüber mit so vieler Selbstüberwindung und Consequenz benommen hatte, gegen Israel niemals das Schwert zu ziehen. Ja, ihm persönlich mußte der Kampf auch schon darumunlieb sein, weil er dadurch nur um so mehr in die drückende Abhängigkeit von Joab (3, 39) gerathen mußte. Wir haben demnach hier nur noch der furchtbaren Empörung Msaloms gegen seinen eignen Vater und König zu erwähnen. Sie erschütterte den Thron Davids in furchtbarer Weise, zwang den greisen König zur Flucht, überschüttete ihn mit Hohn, und gab ihm nur durch den thörichten Uebermuth Msaloms Zeit, seine Anhänger zu sammeln; sie endete mit einer Schlacht, in welcher 20000

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