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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-02-06 · Heft 6 (6.2.1866) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 6 (6.2.1866)
Date
1866-02-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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30. Jahrgang. W T T it t m t t n? -es Mdenthums Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 6. Februar 1866. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in I */a bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig l Thlr. 15 Nqr. Vierteljährig r2'/2Digr. Inserate werden mit 11/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und^ZeituugS-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Hanpt-Zeituugs-Burcau hier umerzogen. I n h alt. Leitende Artikel: Aus den Sturmzeiten in der Bibel. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: München,Dresden. Preußen: Graudenz, Berlin, Landsberg. Oe st er reicht sch er Kaiserstaat: Pest. Sch weiz: Bern. Italic n: Aus Oberitalien. Notizen. Eorrefponbenz: Brief eines Chinesen. IV. Leitende Artikel. Bonn, 28. Januar. Aus den Stirrmzeiten in der Sibel. II. In No. 44 des v. I. hatten wir zunächst das werdende Volk in seinen Kämpfen betrachtet, und die - drei furchtbaren Sturmzeiten und die entschiedene Geltung per mosaischen Prinzipien ins Auge gefaßt. Wenden wir uns jetzt zu dem sich entwickelnden Volke. Es bietet sich uns hier als erste Periode die Zeit vom Einzüge in Canaan bis zu dem Zerfall der Nationaleinheit, d. h. bis zu der Trennung des einheitlichen Königreichs in zwei Reiche. Dieser Zeitraum umfaßt ungefähr fünf Jahrhunderte, von denen vier unter der republikanischen, eines unter der monarchischen Verfassung vorüber gingen. Sehen wir von den Kämpfen nach außen ab, die wesentlich nur Bertheidigüngskriege für die nationale Existenz, keine Angriffs- und Eroberungskriege waren, so sehen wir selbst den Uebergang. airs der republikanischen in die monarchische Verfassung ganz, und von einer Dynastie (von der Familie Sauls) zur anderen (der Davids), obschon dies auch ein Uebergang von der Obmannschaft eines Stammes (Benjamin) zu der eines anderen (Juda) war, fast ohne Kampf vor sich gehen. Innere Erschütterungen, wirkliche Bürgerkriege gewahren wir in dieser langen Periode nur vier, den allgenreinen von ganz Israel gegen den Stamm Benjamin, den partiellen zwischen Gilead unter Jephta gegen Ephraim, die sehr schwachen Kämpfe zwischen den Anhängern des David, und Jsboseth und die Empörungen unter David, namentlich seines Sohnes Albsaloms. Betrachten wir diese zuerst in ihrem materiellen Gehalte, ehe wir die 'daraus folgenden Betrachtungen anstellen. Der Bürgerkrieg gegen Benjamin, der in den letzten Kapiteln des Buches der Richter erzählt wird, kann nur nicht lange nach dem Tode Josua's stattgefunden haben, da zu dieser Zeit, wie 20, 28 angiebt, Pineas, der Enkel Ahrons, noch Hoherpriester war. Und in der That erscheint hier das Nationalgefühl und NationalLewußtsein noch sehr stark, wie wir es nach dem Kampfe um den Besitz Canaans noch voraussetzen müssen. Es ist eine für das Volk als solches ehrenvolle Veranlassung, welche diesen Bürgerkrieg hervorgerusen. Eine sittliche Schandthat ist in einer Stadt des Stammes Benjamin geschehen, und auf die Kunde davon erhebt sich das ganze Israel wie Ein Mann (20, I), um vom Stamme Ben-' jamin die Bestrafung der Frevler zu forden, da es eine Schande für ganz Israel sei, ein solches Verbrechen

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