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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-30 · Heft 5 (30.1.1866) · p. Seite 72

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 5 (30.1.1866)
Date
1866-01-30
Page
Seite 72 (sequence 10)
Language
German
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72 Oesterreichischer Kaiserstaat, i Pest, 16. Jan., (Eingesandt.) Die erste Nummer l. I. Ihrer weitverbreiteten Zeitung — die mir durch! die Post sehr verspätet zukam — enthält aus Pest einen ■ Bericht über den Empfang, der am 18. Dec. v. I.; der Deputation des Izraelita. Magyar Egylet von Sr.. Majestät unserem allergnädigsten Könige zu Theil geworden. Als Führer jener Deputation halte ich es für meine Pflicht, wahrheitsgemäß zu berichtigen, daß Se. Majestät in Ihrer huldvollen ungarisch gesprocheneni Antwort weder die Worte: „ohne confessionelle Spal-; tungen", noch einen ähnlichen, wie immer klingenden, gleichbedeutenden Ausdruck zu gebrauchen geruhten. Mit Ausschluß gedachter Phrase ist die allerh. Erwiederung in Ihrem geschätzten Blatte ziemlich genaue wiedergegeben. . Was wohl gewisse Correspondenten verschiedener Blätter dazu vermochte, in eine allerhöchste Anerkennung, wie sie ehrenvoller kaum je einer jüdischen Körperschaft unseres Landes ertheilt wurde, gerade obigen Ausdruck einzuschmuggeln, mag ich nicht näher uuteruntersuchen. > . Für die übrigen weisen, und wahrscheinlich auch wohlgemeinten Rathschläge: Der Verein möge „ebensowe-, nig die gänzliche Verdrängung der deutschen Sprache /?), eine feindselige Agitation gegen diese (?), wie eine Beseitigung der hebräischen Sprache (?) aus dem öffentlichen Gottesdienste aufseine Fahne schreiben" u. s. w., sowie für die daran geknüpften väterlichen Mahnungen kann der israelitisch-ungarische Verein Ihrem gesch. Herren Correspondenten ganz leichten Herzens seinen Dank ^entbieten, indem die in Rede stehenden Weisungen bis nun ebenso überflüssig als unbegründet sind. Der Verein hat das Glück, in seinem leitenden Ausschüsse eine namhafte Anzahl hervorragender Aerzte, Advokaten, Schriftsteller und anderer Notabilitäten zu besitzen, die wie bisher auch fürderhin die Verbreitung nationaler Bildung, sowie die strenge Wahrung jüdischer Interessen unverrückt im Auge zu behalten wissen werden. vr. Heinrich Pollük, Präses des Izraelita Magyar Egylet. Aus Oberüngarn, im Jän. (Privatmitth.) Unsere Emancipationsfeinde haben sich von Nagh-Mihalh nach Szikszü begeben. An der Fahrt nahmen, unter andern auch die Rabbinen in Liszka und Huszt Antheil, Namen, deren Bezirke man nur mit Mühe auf Specialkarten begegnet, die aber desto häufiger in dem Munde des Volkes genannt werden. Die neueste Einladung zu der Szikszüer Versammlung, ging sowie die vorjährige in Nhreghhäza von Rebb Hillel im Namen der größten Rabbinen Ungarns aus; jedoch erfahren wir nachträglich, daß zu diesen Großen der angehende Heilige niemand anders zählt,-als den Verbündeten in Liszka. Da der ujhelYer-Rabbi mit Energie gegen die Bestrebungen der chassidischen Rebbes ankämpft und in Folge dessen sich auch die Rabbinen in Unghvar und Huszt ferne halten, -so läßt-sich hoffen, daß die Resultate der jüngsten Versammlungen ohne praktische Folgen bleiben. Viel erfreulicher gestalten sich die Verhältnisse der Israeliten in der Hauptstadt. Wie wir aus einem uns vorliegenden Schreiben ersehen, erfreuen sich die Journale, welche von Israeliten redigirt werden, der Aufmerksamkeit der hohen und höchsten Personen des Landes. Nach dem aufmunternden Zuspruch des Königs an den Izraelita magyar Egylet in Pest läßt sich das Günstigste hoffen und die vollständige Emancipation der Israeliten in Ungarn, trotz Rebb- oder Chassidimthum als gesichert ansehen. In Särospatak war es den Israeliten bisher nicht möglich, die städtischen Rechte zu erringen, da sich eine große Partei daselbst stets dagegen sträubte. Durch die einstimmige- Wahl des Herrn Seminardirectors Josef Arvai zum Bürgermeister der Stadt haben all diese Unterdrückungen ihr Ende erreicht und wurden denn auch beim Stadtmagistrate bereits die diesfälligen Anträge von Sr. Hochwürden gestellt. Z.'... Pest, im Jan. (Privatmitth.) Die pester Correspondenz, redigirt vom ehemaligen Redacteur des Magyar Izraelita, Herrn Advocaten Msr Mezei, wurde vom Staatsminister Belcredi und, wie wir vernehmen, auch von Sr. Majestät dem Könige pränumerirt. Das Blatt erfreut sich der besonderen Gunst Franz Deak's und werden denn auch die Leitartikel des Herausgebers vor der Drucklegung von diesem großen Staatsmanne revidirt. Die Vorlesungen im ung. israelitischen Verein werden vor wie nach sehr zahlreich besucht. R.

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