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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-30 · Heft 5 (30.1.1866) · p. Seite 68

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 5 (30.1.1866)
Date
1866-01-30
Page
Seite 68 (sequence 6)
Language
German
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ist die beste, die die freieste ist, die nicht einem Staate oder einer Kirche, sondern Gott allein dient." E. M. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig, 10. Jan. Von hier schreibt das „Franks. I.": Herr Dr. Leopold Stein aus Franfurt a. M., welcher auf Anregung des hiesigen Vereins zur Forderung geistiger Interessen im Judenthum bei der von demselben am 4. d., dem Todestage Moses Me nd els sohn s, veranstalteten Festfeier eine äußerst geistvolle Rede gehalten, war von Hrn. Dr. Heyner hier aufgefordert worden, in einer zu veranstaltenden Volksversammlung Worte der Erhebung tu deutsch-nationalem Sinne zu sprechen. In einer gestern Abend von weit über 1000 Personen besuchten Versammlung sprach nun Herr Dr. Stein über „Unsere Zukunft" mit einer so hillreißenden Beredtsamkeit, daß selbst seine Ansicht über die Nothwendigkeit des Anschlusses Schleswig-Holsteins an Preußen den ihm gespendeten stürlnischen Beifall nicht beeiilträchtigte. Der Kern seiner Rede ging dahin, daß. es vor allen Dingen gelte, die Agitation für eine Bundes-Volksvertretung wieder aufzunehmen urrd den Gedanken der Einheit des deutschen Volkes nrehr auszubauen. Wiesbaden, 15. Januar. (Privatmitth.r Es ist in der That erfreulich, daß sich in der jüngsten Zeit eine richtigere Auffassung und Würdigung der socialen Prinzipien des Mosaismus auch in der allgemeinen Welt immer mehr Bahn bricht. Früher, und allzuhäufig noch jetzt berufen sich die Reaktionären auf die heilige Schrift, um verrottete politische Ansichten als von ihr sanktionirt auszugeben, während unsere h. Schrift weit davon entfernt ist, solche auszusprechen, oder nur zu begünstigen. Es beruht dies lediglich auf der falschesten Interpretation und Auffassung. Die Radikalen nun bleiben gern bei dieser veralteten Auslegung der Bibel stehen , um gegen diese ein um so leichteres Spiel zu haben. Es ist-daher von größter Wichtigkeit, nach beiden Seiten hin die unserer h. Schrift ilnputirten falschen Maximen zu beseitigen, und der Wahrheit ihr Recht zu verschaffen. Wir sind hierfür gerade Ihnen, Herr Redakteur, zu besonderem Danke verpflichtet, der Sie die socialen Momente des Mosaismus mit unermüdlichem Eifer in's Licht gestellt, als einen hochwichtigen und integrirenden Theil des Mosaismus hervorgehoben und deren theilweise Verwirklichung im ganzen Leben des Judenthums nachgewiesen haben. Sie thaten dies schon in Ihren Vorlesungen über die „Religiöse Idee" und „die.Religion der Gesellschaft", in Ihrem großen Bibelwerke, in zahllosen Artikeln dieser Zeitung und zuletzt im Hl. B. Ihres Religionswerkes. Man kann sagen, daß sie von hier aus zum Gemeingut geworden und mit jedem Tage mehr werden. So begegneten wir nüt Vergnügen in der gestrigen No. der „Mittelrheinischen Zeitung" einem Leitartikel überschrieben: „Die Staatsform der Offenbarung oder der Bibel ist konstitutionell." Erlauben Sie mir, der Wichtigkeit der Sache wegen, die auch unseren Glaubensgenossen immer einleuchtender zu machen, wohl werth'ist, einige Stellen aus diesem Artikel hier anzuführen : „Nach der Bibel sendete Gott sciuen Diener Moses, mit das unterdrückte Volk Israel aus der Sklaverei Egyptens zu befreien. Der absolute Pharao widersetzt sich mit aller Gewalt der Forderung Gottes und findet seinen Untergang inr rothen Meere. Dein befreiten Volke läßt nun Gott verkünden, daß er selbst der Herr und König dieses Volkes sein und einen Bund mit denselben schließen, wolle. Darauf führte Moses das Volk an den Berg Sinai, und Gott verkündete unter Donner und Blitz von der Spitze des Horeb sein .Grundgesetz, itnb Moses, der Diener des Herrn, fragte das Volk: „wollet ihr dieses Gesetz Gottes annehmen und halten?" — und alles Volk antwortete: „Alles, was der Herr verkündet hat, wollen wir halten." „Und nun ließ Gott den: Volke verkünden, daß durch die Annahme seines Gesetzes ein ewiger Bund zwischen ihm und dem Volke gestiftet sei, Gott verspricht, stets seinen'Schwur zu halten, und fordert vorn Volke, daß es ebenfalls dem beschworenen Bunde treu bleiben nlüsse. Gott ließ nun dieses Grundgesetz in zwei steinerne Tafeln eingraben, und das Gesetz wurde fortan der Bund, und die Lade, in welcher das geschriebene Gesetz aufbewahrt wurde, die Bundeslade genannt." „Gott selbst,, der Schöpfer und Ernährer des Vol-

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