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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-23 · Heft 4 (23.1.1866) · p. Seite 56

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 4 (23.1.1866)
Date
1866-01-23
Page
Seite 56 (sequence 10)
Language
German
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stintmung des Gemeinderathes/ erkämpfen' werden,'welche sie aber' alsdanü nicht ihren christlichen Mitbürgern zü verdanken haben würden; daß die Gemeindevertretung dievon Seiten der Israeliten zur ' Versöhnung dargebotene. Hand zurückgewiesen habe und daß es nun Sachederselben sein werde, die entsprechenden Schritte anderswo zu unternehmen. Ihm erwiderte hierauf Schustermeister Grzyszecki, daß die Israeliten, wenn sie mehr als 15 Vertreter im Gemeinderathe haben wollten, zuerst wenigstens fünf Christen in ihren Cultusvorstand (Kahal) wählen sollten. Alsdann'erging sich derselbe in den sonderbarsten Auslassungen über das frühere und jetzige Verhältniß der Juden und Christen in Lemberg, und rechnete es unter Anderem dem Gemeinderathe als besonderes Verdienst an, daß derselbe von einer seitens der Verwaltung der Karl-Ludwigbahn den Lemberger Armen, bhne Unterschied der Religion, gewidmeten Spende von 400 fl. Oe. W. den israelitischen Armen auch einen Antheil habe zu kommen lassen. Wiederholte Heiterkeits-Ausbrüche der Versammlung, sowie Ordnungsrufe des Präsidenten, Bürgermeister Krtzbl, störten den Redner nicht im mindesten, der seine Expectoration in völlig unzusammenhängender Weise zu Ende'führte. Bei der Abstimmung erhoben sich die anwesenden christlichen Gemeinderäthe fast sämmtlich für den Paragraph, worauf sich die anwesenden israelitischen Vertreter, Dr. Hönigsmann und Dr. Landesberger, und mit ihnen Dr. Rodakowski, aus dem Saale entfernten. Der Commissions-Referent Dr.Rajski setzte hierauf seinen ermüdenden Vortrag in gleicher Weise fort. Von den weiteren intoleranten Bestimmungen des Statutes will ich nur hervorheben, daß der §. 56 ausschließlich den Christen die Wahlfähigkeit für die Stelle eines Bürgermeisters und ersten Vice-Bürgermeisters zuspricht; daß ferner das Vermögen-der Stadt Lemberg als ausschließliches Eigenthum der christlichen Lemberger Gemeinde erklärt wird. Dieses Vermögen besteht: „aus Landgütern, aus Realitäten in Lemberg, aus den öffentlichen Plätzen, dem Rechte zur Erhaltung von Bädern, dem Propinationsrechte, d. i. dem ausschließlichen Rechte der Erzeugung und des Ausschankes der Propinations-Getränke, endlich aus zinsentragettden Kapitalien." Sie sehen, daß, dieser Definition des christlichen Stadtvermögens zufolge, die christliche Gemeinde Lemberg nicht m; UA dieHstäeliM "ganz wiÜkÄlich, 'init ÄmFhuitgMr ztth Gütscheiduttg solcher Fragen allein kompetenten UvilÄchterlichen Gewalt von dem feit Jahrhunderten gemeinschaftlichen Vermögen (aus welchem noch dazu die ausschließlich für Stadtbürger besümmtenStiftungen insbesondere aus geschieden werden) ausschließen, sondern sich auch Privilegien zueignen will, die-selbst im Mittelalter nicht bestanden haben — ja, daß dieselbe, indem' sie „die öffentlichen Plätze" für sichbeansprncht, im Grunde genommen sich das Recht vindicirt, gelegentlich eine Judenaustreibung vorzunehmen, indem sonst nicht zu begreifen wäre, wozu dieser Vorbehalt eigentlich dienen soll.' ' ' r: Es ist nur gut, daß nichts so heiß gegessen wie gekocht wird, und daß hier auch noch andere Instanzen, und namentlich unser Landtag, in welchem, jetzt wenigstens, ein liberalerer Wind weht, auch ein Wörtchen mitzusprechen haben, so daß dieser ganze Lärnt um eine Omelette nur dazu dienen dürfte, unserem Gemeinderathe, der sich eben jetzt auflösen.soll, da eine Neuwahl schon in Angriff genommen ist, noch vor seinem seligen Ende ein würdiges Denkmal zu errichten. — Aus Ungarn, 7. Jan. (Privatmitth.) Mt Windesschnelle hat sich die Nachricht verbreitet/ welche besonders von der judenfeindlichen Presse mit unverhohlener Animosität überallhin colportirt wurde, daß eine Versammlung von Rabbinen in Nordungarn , die zu einer Synode gestempelt wurde, Mit dem Plane umgehe gegen die Emanzipation der Juden in'Ungarn zu agitiren und Schritte zu thun. Wie nun die Zeitungen berichten, ist die ganze Sache eine Tendenzlüge, um die nordungarischeu Rabbinen noch mehr zu diskreditiren, als dieselben es bereits sind durch ihre Opposition gegen die Seminarangetegenheit. Pest! Naplö, das verbreiteteste und geachtetste Blatt in Ungarn, brachte kürzlich ein von N. Kalls datirtes und von einem gewissen Hrn. Weiß Unterzeichners Schreiben an die Redaction folgenden Inhalts : „Geehrter H. Redäctenr! In mehreren Zeitungen hat sich das Gerücht verbreitet, daß in Nagy Mih a ly eine Versammlung von Rabbinen stattgefunden, in welcher unter Anderen auch beräthen wurde, aust welche Weise man der bevorstehenden Emanzipation der Juden 'entgegentreten könnte. Ich habe nun mit dem Rabbiner in Szikßs, - dem Präses der in N. Mihaly äbgehaM

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