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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-23 · Heft 4 (23.1.1866) · p. Seite 54

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 4 (23.1.1866)
Date
1866-01-23
Page
Seite 54 (sequence 8)
Language
German
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M Gleiwitz, .5. Jan. (Festliches.). .Gestern fand j hier, wie im vor. Jahre,- die Erinnerungsfeier, fü r M o s es M end e-ls s oh n am .Sterbetage des; verewigten, Weltweisen statt.. Eingeleitet wurden dieselbe! xdurch - - einen vom -israelitischen- Gesang-Verein wacker! . ausgeführten Beethoven'schen-: Psalm, worauf: Herr Dr.; Marx, wiederdi^Festrede hielt, welche diesmal „von! dem Einflüsse Mendelssohns auf die.bürgerliche Gleichstellung, der Juden"; handelte und in -gewohnter -Klarheit und mitkräftigen Zügen das - Bild, dieses unermüdlichen Kämpfers -für Wahrheit,: Licht und Recht zur Anschauung brachte. Die sehr zahlreich versammelten Verehrer Mendelssohns blieben! -in gehobener Stimmung bis nach Mitternacht bei einem; Festmahl zusammen,-bei welchem Tischgespräche, die das - unsterbliche Wirken des Gefeierten mach verschiedenen - Seiten - zum Inhalte: hatten, vorherrschten, und ein; treffend motivirterVorschlag, zum Bau §ines neuen : .geräumigen Schulgebäudes für die hiesige neun-? klassige Gemeindeschule /das erste Kapital zu sammeln,: so . großen Beifall - und so thatkräftige Unterstützung : fand — außer einer sehr ansehnlichen Geldsumme wurden; bedeutende Baumaterialien und Arbeiterkräfte zur- Disposition gestellt — daß der Bau-.der Schule nunmehr als gesichert zu betrachten istn-^n wahrlich die .würdigste.- Mt,- - den großen Vertreter der Israeliten der Neuzeit >zu feiern. '!" ' /.O.ffferreich isch er Kasperstaat.. -! .Wien, im Januar.. (Notizen.) Ende vorigen Monats r-kam hier der eigenthümliche Fall vor,- daß der jüdische - Tndtengräber F. Deutsch durch Leichengift getödtet worden rrift. - Es ist nämlich -nichts gefährlicher, als eine -Wunde - oder; ein . Geschwür mit einer-Leiche, namentlich -den - Flüssigkeiten derselben, in Berührung zu bringen. Es; bewirkt dies sofort eine Vergiftung, wacher selten durch/die -schnelle Amputation desbe- Messenden Gliedes Schranken gesetzt werden können.;^ Vor uns liegtder Bericht des i Araber israelitischen Humanitätsvereines aus dem. verflossenen Jahre, welcher dien segensreichen Wirkungendieses Vereines dokumentirt.-Seine- Einnahmen - betrugen 1561 fl., sehne Ausgaben 1542fl.> die-.auf-/Unterstützungen an Arwe> Monatsgelder an Erwerbsunfähige, Vertheilung von Brennholz r und - Bekleidung' armer Schüler' verwendet wurden: Der Verein besitzt einen -Fonds von 4268'-st. . "Pest,,iw Januar. (Privatmitth.) Die-Pause, welche in den öffentlichen Angelegenheiten eingetreten,gestattet mir, Ihre Leser mit einer trefflichen-Erscheinung bekannt-zu machen, die hier erwähnt " zu werden/ wohl würdig .ist. - Am 18. Nov. vorigen Jahres hielt-, wie in d. /Bl. bereits berichtet worden, Herr vr. Ignatz Hirschler eine Gedächtyißrede,im,?,lzj;aelita Magyar tegylet“ auf' Jacob Kein, die sowohl in deutscher als in ungarischer Sprache/erschienen ist. Es war ein schöner Stoff, das Leben und den'Charakter Kern's zu schildern und der ^kedner hat diese Aufgabe mit eiüer glänzendest Beredtsämkeit gelöst, so daß Inhalt und Form/ .sich in würdigster Weise ent- . sprechen und ergänzest. . Gestatten Sie mir,' aus der Einleitung'einige Sätze herauszuheben, welche einige allgemeine Wahrheiten enthalten und' charakteristisch zur Aussprache bringen.,. ‘" r:-, „Die Pietät für die dahingeschiedenen Edeln lvar von jeher ein charakteristischer Zug im sittlichen. Leben des vielgeprüften Volksstämmes, welchem wir/ angehören. Wie konnte es auch'anders korümen' ber Menschen, die stets von der VergaUgdnhest zehren mußten^ sich unter dem schweren Drucke/der Zeit nur im Anschauen unterg'egange.ner Größe' geistig 'aüfrichten und zu neuer Thatkraft äüfraffen konnten. Diese Iietät ist ein kostbares Vermächtniß unserer Väter, 1>as wir sorgsam zu bewahren und unverkümmert unseren Nachkommen zu übermitteln bestrebt sein sollen. Und diese Pietät ist es, die uns Alle, so sehr auch unsere Wege im Leben auseinander gehen, heute hier versammelt, um dem edeln Manne, der in jeder Bedeutung des Wortes uns angehört hat, eine Stunde feierlichen Nachrufes' zu widmen. Es ist eine Schuld gegenüber' deür Todten, eine Schuld der Dankbarkeit/welche nach'Kräften abzutragen wir bemüht sein wollen/ indeär'wir das durch die Zeit, welche über' seinsn Löö verstrichen'ist, geläuterte Bild des Äerewigten in seiner" geistigen Totalität an unserem Auge vorüberziehen lassen. ' ' Denn es bleibt wahr: so lange sie' wandeln Unter uns, unsere Braven Und Theueren, sö 'lange ' sie tingen!mit den' ZumuthungenJ 'des' täglichen ( Lebens^ bedeckt wie sie sind von dem Stäube, den'das Zusammenstößen von'Individuen unb' Interessen 'auf ^ser Erdenbahn iaufwirW.wir. -kennen. sie. lnichbund

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