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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-01-23 · Heft 4 (23.1.1866) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 4 (23.1.1866)
Date
1866-01-23
Page
Seite 52 (sequence 6)
Language
German
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deren Liste in dem vorliegenden' Hefte sich befindet/WAr. der- Verein im- Stande-' bereits tausend''Thaler auf das für 2800 Thlr: angekaufte Hauszu -bezahlen.- Der Nest aber -muß erst bezahlt'-'werden- 'bevoran'-die VenutzMg zü^detti' noch zu bestimmenden wöhlthäti'gen" Zwecke gegangen'; werden - kaum - -Möge - daher auch dieseszweite Heft den gleich "guten Erfolg' haben, -umdie schöne -Ideedas- Geburtshaus Mendelssohns - füralle-Zeiten als Gememgüt-zu erhalten,- realisiren 'zu können: Das vorliegende Heft 'beginnt'mit einem Prologzur ^Mendelssohn-Feier"^ im vor.'-Jahre vom Herrn-Fr. Friedrich, der'nn -'schönen Versen" M. im Vereine' mit - Lessing; als die- -Bannerträgerdes' freien- Geistes - feiert -und ihervorhebt-- wie nothweUdig^es. geradein der Halbheit -unserer Zeit -Md"-'irU'-ber Zerrissenheit -unseres Vaterlandes sei,sich"an-diese 'edlen Geister -zu halten.- Die - Gedächtnißrede M-k-bies'-Mal--Herr--Rabbiner'-'-Dr. Joel/ Und erhatte sich - zur Aufgabe gestellt , zu zeigen^ wie ungerecht -'und'-teinsichtslös -'diejenigen-'-'-unter den- Neueren " zu WkrMgcherr, -welche -den -Geist' und die Verdienste M.'s h'etabMsetzeü" und - zw' verkleinern sich bemühen. Wenn Nachfolgende' Ml' übertrafen-'- so vergißt--man, daß es leichler -'ist, - - fort-Mbäuen, als - den -Bau zu - beginnen, und die/-Idee -und den Muth dazu zuerst zu haben. Auch'die späteren -erliegen demselben- Schicksale,-dasi über sie hinausgegangen-/ wird > bis die- Nachwelt "Jeden an seiner Stellezu 'würdigen lernt. Zum Schlüsse -wird noch eine wahrhaft 'schöne Dichtung des Herrn Livius Fürst: das Leben und-' die- Lieder des jüdischen Minnesängers Süßkindvon -Trimberg aus dem Anfänge des 13. Jahrhunderts! gegeben. '--Herr Fürst, - der talentvolle Sohn unseres bekannten Gelehrten, schildert hier das- Leben jenes ■ jüdischen" -unglücklichen Minnesängers,- und sticht einige übrig gebliebene- Liederaus dem Althochdeutschen übertragen'/ -einl -Das Gedicht ist durch edle, einfache unddoch - poetische Sprache-' - ausgezeichnet. - So - ist in der That das -vorliegende Heft - von Werth und kann/ auch abgesehen' von dem edlen Zwecke, dem Publikum nach-' driickli'ch empfohlen werdem - Zeitungsnachrichten. Deutschland. Tauberbischoföheim (Baden), im Januar^ (PrivatmitthJ-'Es fteut mich, heute mittheileu zu können, daß die! UnterstutzUngskasse für Wittwett und - Emsett isrr Religionslehrer und Vorsänger nunmehr in's'Leben getreten ist: Die dein Vereine beigetretenen/bereits -Angestellten Lehrern zttgesandten Statuten erfreuen sich/- soweit ich - Gelegenheit hatte, dies' wahrzuüehmeN/ bei Lehrern und' GemeindM allgentein'er Anerkennung. Vielleicht dürfte jedoch die .Aufnähmstcqcc, 9 Kr. vom Gulden fixen Gehalts, für manchen Lehrer' trotz -der Ratenzahlung zu hoch - sein, im Besonderen, wenn noch -1-1/2 Kreuzer als jährlicher Beitrag auch im ersten Jahre verlangt werden sollte: Es würdo - dies * die Kräfte der meisten Lehrer; übersteigen/ und wäre-es vielleicht wünschenswerth, die Termine zu verlängern. Mit der Gründung - dieses Unterstützungsvereines ist einem lange gefühlten Bedürfttiß und mehrmals geäußerten Wunsch; der jüdischen ■ Religionslehrer Badens .entsprochen worden und sind wir daher unserer Oberbehörde zum-Danke verpflichtet. - > Die Centralkasse giebt einen jährlichen Beitrag von 150 fl. und zahlen auf diese Weise die Gemeindenin deren nächstem Interesse es ja liegt/ die Hinterbliebenen ihrer Lehrer nicht unversorgt zu wissen, indirect - in die Kasse. An- Privaten ist's 1 nun, durch Geschenke und Vermächtnisse dieser Kasse einen Fonds zu gründen, damit dieselbe erstarke- und es dadurch möglich wird, Trost und Labe zu spenden den Armen und Verlassenen. - - -- - -' -- " Wie unparteiisch unser Minister Lamey verfährtwerden Sie aus folgenden, dem den Ständen in Betreff derSchulsachen vorgelegten Bericht entnommenen Worten ersehen : „Für die isr. Lehrer (Hauptlehrer) ist der Staat gesetzlich verpflichtet, einen Staatsbeitrag zU liefern, welcher zu demjenigen, den die christlichen Schulen erhalten, in demselben Verhältnisse steht, wie die isri Bevölkerung des Landes zu der christlichen. Nach neuester Zählung berechnet sich dieser Beitrag auf jährlich 2931 fl., wozu für 1866 noch eine Nachforderung von 666 fl. kommt, da in der Budgetperiode 1864/65 die Beiträge für die christlichen Schulen erhöht worden sind, ohne daß auch jene für die isr. Schulen entsprechend vermehrt worden waren." - > Der Schwerpunkt dieser Erklärung liegt in den Worten: „der : Staat ist gesetzlich verpflichtet, diesen Beitrag zu geben." Nicht immer wird ein, von so wahrer Humanität durchdrungener Mann an der Spitze des Ministeriums des Innern stehen; allein es hängt nicht mehr von der mehr - oder weniger judenfreund-

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